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Nummer 23

Number 23 mit Jim Carrey
Genre: Drama, Mystery, Thriller Land: USA  2007
Von: Joel Schumacher
Mit: Jim Carrey, Virginia Madsen, Logan Lerman, Danny Huston, Rhona Mitra
Musik: Harry Gregson-Williams
Produzent: Beau Flynn
Buch: Fernley Phillips
FSK: 16
URL zum Film: www.number23movie.com

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Die Zahl der Verschwörung

Unglaubwürdig: «Number 23»
Filmkritik Logo NZDie Zahl 23 als Geheimcode der Illuminaten ist allgegenwärtig. Man traut ihr einiges zu: Die Quersumme des Datums der deutschen Wiedervereinigung (3.10.1990) ist 23, Cäsars Tod war das Resultat von 23 Messerstichen, der Terroranschlag auf das World Trade Center fand am 11. September 2001 statt (11 + 9 + 2 + 1 = 23) und mit «Ernte 23» führt selbst eine Zigarettenmarke diese Zahlenkombination. Diese Liste ließe sich fast beliebig fortsetzen, und der deutsche Regisseur Hans-Christian Schmid hat vor einigen Jahren mit dem Paranoiadrama «23» seine Version der weltweiten Verschwörungstheorie vorgelegt.

In diese Kerbe schlägt jetzt auch Joel Schumacher und stellt einen obsessiven Zeitgenossen in den Mittelpunkt seines Films. Eigentlich ist Walter (Jim Carrey) städtischer Hundefänger, doch die Lektüre des obskuren Romans «The Number 23» verändert sein Leben nachhaltig. Das Buch hat ihm seine Frau besorgt, als Walter durch einen im Dienst erlittenen Hundebiss zeitweise außer Gefecht gesetzt war.

Die Story dreht sich fast ausschließlich um das Mysterium der Zahl 23. Romanheld Fingerling – in einer Parallelhandlung ebenfalls von Carrey dargestellt – erinnert frappierend an Walter selbst. Fingerling ist eine Art Film-Noir-Detektiv und muss sich mit zwei Femmes Fatales und einem bizarren Mordfall herumschlagen. Eine der Frauen ist Fabrizia (Virginia Madsen), die wiederum ein Zwilling von Walters Gattin sein könnte. Nicht nur dies schockiert Walter zutiefst, auch der Weg seines Roman-Alter-Egos endet mörderisch.

Nach «Der Mondmann» und «Vergiss mein nicht!» beweist Jim Carrey auch hier anschaulich, dass er ohne Aktivierung seines sprichwörtlichen Gummigesichts einen Film tragen kann. Mit waidwunden Augen überzeugt der chronische Clown als psychisches Wrack.

Bildgewaltige Angstattacken

Der Mysterythriller von Hollywoodveteran Schumacher («Falling down», «Batman & Robin») erzählt eine teilweise etwas konstruiert wirkende Geschichte, doch immerhin entfacht «The Number 23» im Laufe der Handlung ein ansehnliches Tempo, außerdem sind Carreys Paranoia-Attacken adäquat bildgewaltig umgesetzt.

Das Ergebnis ist deshalb ein in sich kompakter Thriller, mit knapp über 90-minütiger Laufzeit. Schade ist nur, dass bei Schumacher alles einen universellen Sinn ergeben muss - ein wenig mehr vom Geist eines David Lynch hätte dem Film sicherlich gut getan. Denn manchmal ist ein unmotiviert tanzender Zwerg eben doch besser als alle halbgaren Erklärungsversuche.

Thomas Susemihl


Filmkritik Logo NNVerstrickt im Bann der mysteriösen Zahl

Es gab schon einmal einen Film mit der vermeintlich geheimnisvollen Zahl 23 im Titel: «23 - Nichts ist, wie es scheint» von Hans-Christian Schmid. «Number 23» ist allerdings kein US-amerikanisches Remake. Gemein haben beide Streifen lediglich das Grundthema (ein Mann verstrickt sich immer tiefer in Verschwörungstheorien) und den Anspruch, Thrill mit tieferen Ambitionen zu verbinden. Was bei Schmid recht gut gelang, geriet Joel Schumacher allerdings zum peinlichen Desaster.

Jim Carrey gibt sich immerhin Mühe trotz des abstrusen Drehbuchs überzeugend zu agieren. Er spielt den Hundefänger Walter, der scheinbar zufällig an einen Roman gerät. In ihm spielt die 23 eine zentrale Rolle. Walter ist von dem Buch fasziniert. Bald gerät er aber auch in seinem Alltag immer mehr in den Bann der Zahl. Alles scheint mit der 23 in Zusammenhang zu stehen. Und die Ereignisse in dem krimihaften Buch ähneln zunehmend der Realität . . .

Schumacher hat bislang Filme von sehr unterschiedlicher Qualität gedreht. «Number 23» gehört im Grunde zu seinen persönlicheren Streifen, ist aber dennoch missglückt. Als Thriller ist er nur mäßig spannend, als psychologisches Porträt sehr oberflächlich. Die Inszenierung wird mit wenig originellen formalen Spielereien im Stil von David Fincher aufgebläht.

Das größte Problem ist aber die mangelnde Glaubwürdigkeit. Die Besessenheit der Hauptfigur ist kaum nachvollziehbar, und die Handlungsentwicklungen geraten so absurd, dass sie oft unfreiwillig komisch wirken. Schließlich wird dem zähneknirschenden Publikum auch noch eine der unglaubwürdigsten Auflösungen der Filmgeschichte präsentiert, womit «Number 23» in seiner Peinlichkeit immerhin von bemerkenswerter Konsequenz ist.

Kaho
23.03.2007
  
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