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Projekt Gold

Genre: Dokumentation Land: Deutschland  2007
Von: Winfried Oelsner
FSK: 0

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Im Schatten der Kicker-Stars

«Projekt Gold»: Als Deutschland die Handball-WM gewann

Filmkritik Logo NN
«Handball ist cooler als Fußball - bei uns gibt es weniger Prolos!», so beschreiben die jungen Spieler der Nationalmannschaft die Faszination ihres Sports - und unabsichtlich auch das Problem, scheinbar ständig im Schatten des Fußballs zu stehen.

Ganz ähnlich geht es «Projekt Gold», dem Dokumentarfilm zur Handball-WM, der in vielen Dingen aussieht wie eine Neuauflage von «Deutschland – Ein Sommermärchen»: Wieder gibt es den strengen Tunnelblick auf das Innenleben der Mannschaft - im Trainingslager, auf dem Hotelbett, in der Kabine.

Umso spannender ist es aber, dann die Unterschiede zu entdecken! Die zeigen sich vor allem bei der Wiedergabe der Spiele: Waren das bei Sönke Wortmanns Fußball-Film eher fahrig hingekleckste Musikclips, nutzt «Projekt Gold» hier den Originalkommentar, um eine Art «Best of» der einzelnen Matches zu kondensieren.

Positiv fällt auch auf, dass die Jungs um den schnauzbärtigen Trainer Heiner Brand (noch) bodenständiger wirken als die Fußballrecken: Zum Trainingslager fahren sie mit dem ICE und müssen sich wie ganz normale Menschen um einen Platz balgen. Köstlich auch, wie einer der Spieler versucht, seine Deutschlandfahne im Zimmer aufzuhängen, aber keinen wirklichen Halt dafür findet.

Was «Projekt Gold» im Gegensatz zum «Sommermärchen» ein bisschen fehlt, ist die große Dramatik zum Schluss. Dafür kann Regisseur Winfried Oelsner natürlich nix - das war halt so. Für Handball-Fans ist dieser Film ohnehin ein Muss, aber auch alle anderen können getrost einen Blick riskieren: Ob Handballer wirklich cooler sind als Fußballer, weiß man zwar nach 113 Minuten nicht. Aber den besseren Dokumentarfilm haben sie allemal. (Cinecittà, Nürnberg) pet
03.08.2007
  
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