Hochgerüstetes Getöse ohne Story: «The Transformers»
In «Clerks 2» begeistert sich einer im Fast-Food-Laden für die geplante Verfilmung der «Transformers». Jetzt also ist die Realfilm-Adaption der Comic-Serie, die vor mehr als 20 Jahren zusammen mit der pfiffigen Franchise-Idee von zerlegbaren, neu zusammensetzbaren Plastikfigürchen so manches Kinderzimmer eroberte, mit Getöse auf der Leinwand angekommen.
Die simple Handlung hat nichts zu bieten außer einer grobmaschigen Variante des ewigen Kampfes von den Guten gegen die Bösen. Von einem zerstörten Planeten schwärmten einst Aliens aus und landeten bei uns, wo die Fraktion der freundlichen Autobots zum Endkampf gegen die Gruppe der schurkischen Deceptions mobil macht.
Transformers sind intelligente Roboter und können in Sekunden ihr Aussehen verändern, sich von einem Auto in eine hochhausgroße Kampfmaschine oder von einem harmlosen Ghettoblaster in ein fieses stählernes Krabbelmonster verwandeln.
Was früher nur im Zeichentrickfilm darstellbar war, kann heute dank der Fortschritte digitaler Technik problemlos und leider oft auch ziemlich sinnlos als Special-Effects-Dröhnung in einen Film eingefügt werden. Michael Bay («Armageddon», «Pearl Harbor»), ein Spezialist für das Tuning fadenscheiniger Plots, schont sein Publikum nicht. Die letzten 30 Minuten sind ein ohrenbetäubendes, die Augen und auch die Nerven überforderndes Spektakel, in der die kämpfenden Roboter eine Stadt in eine Trümmerlandschaft verwandeln. Reminiszenzen an King Kong und Godzilla sind ebenso gewollt wie unvermeidlich.
Die Unfähigkeit Bays, sein technisches Wunderwerk wenigstens notdürftig dramaturgisch zu unterfüttern, steht für das Totalversagen der Regie. Fällt den sichtlich faszinierten Kids im Publikum eigentlich nicht auf, dass Sam (Shia LaBeouf), der jugendliche Held, immer wieder für längere Zeit völlig aus der Handlung verschwunden ist?
Erstaunlicherweise findet diese in den USA top-platzierte Monstrosität zuweilen auch bei der Kritik Anklang. Von der «zerstörerischen Kraft medialer Vernetzung» und dem «Charme der Gigantomie» ist die Rede sowie von soziographischen Analysen der Herren Bay und Spielberg (Produktion). Anstatt zu konstatieren, was zu hören und zu sehen ist: Grottenschlechte Dialoge, ein grafisch überzüchtetetes Fast-Nichts an Story und Nullkommanix an Spannung.