«Lissi und der wilde Kaiser»: Michael Herbigs gelungene Parodie auf den «Sissi»-Mythos
Eigentlich führen Kaiserin Lissi und ihr Franzl ein sorgenfreies Leben im Schloss Schöngrün – mit diensteifrigen Schergen, Schokoladengolf und Blubberbadewanne. Bis eines Tages der böse Yeti kommt und Lissi entführt, weil er noch eine Wette mit dem Teufel laufen hat.
Yeti? Teufel? Richtig gehört – denn klugerweise haben Michael «Bully» Herbig und sein Team erkannt, dass eine «Sissi»–Parodie allein nicht abendfüllend ist und würzen ihren Spielfilm «Lissi und der wilde Kaiser» mit einer gehörigen Portion «Ice Age» und «Shrek».
Die Gagdichte ist besonders zu Anfang hoch – sogar die nervige Raubkopierwarnung vor dem Film wird Ziel des Spottes. Goldrichtig auch die Entscheidung, «Lissi» als Trickfilm zu drehen. Eine Hauptdarstellerin, die halb Romy, halb Bully ist und die man auch mal mit einem Amboss bewerfen kann, findet sich wohl nur im Computer.
Auch sonst scheint das neue Medium den Autor Herbig von alten Beschränkungen befreit zu haben: Tschüss Freizeitparkkulissen und bemüht tuntige Darsteller, willkommen Slapstickhumor à la «Tom & Jerry».
Auch wenn der «Lissi» am Ende etwas die Luft ausgeht, nur noch brav der Plot abgearbeitet und alte Gags recycelt werden, bleibt der luftige Kaiserschmarrn doch die bisher beste Bully-Produktion.