Solche Filme will man gern haben: Da produziert eine Handvoll Theater-Verrückter ohne Verleih oder Fördergelder genau den Film, den sie machen will: Kunst statt Kommerz, individuelles Form-Experiment statt immergleiches Formelkino!
Sogar die Mühe, durch verschiedene Städte zu touren (am 15. März um 20 Uhr sind sie im Cinecittà), nimmt das Team um Regiseur Roland Reber auf sich. Umso trauriger, dass «Mein Traum oder die Einsamkeit ist nie allein» nicht wirklich kickt: Der Mann (Wolfgang Seidenberg) ist fortgegangen von Frau, Freund und Geliebter, um den Sinn des Lebens zu finden. Statt dessen trifft er Godot (Mira Gittner), die in der Kanalisation lebt und Dinge aus dem Kot fischt. Ihr erster Satz: «Das Warten hat ein Ende.»
Mit Godot schaut er schlechte Parodien schlechter Fernsehsendungen auf «TVL.1fePRO» mit viel barbusigen Damen an und eine Theateraufführung von «Rotkäppchen», in der auch ein Rumpelstilchen vorkommt, dass dann zum Rumpelstilzchen sozialisiert wird. Und natürlich darf auch Hitler nicht fehlen. Der entspringt einer Abfalltonne und erzählt Witze in seinem lustigem Akzent.
Es gibt einige schöne Ideen, was dem Film aber fehlt, ist gutes Timing: 100 Minuten sind viel zu lang für diese Improvisationssammlung. Doch wie Reber selbst sagt: Im Gegensatz zu geförderten Filmen musste der Steuerzahler dafür wenigstens kein Geld ausgeben.