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Back to Africa

Back to Africa
Genre: Dokumentation Land: Australien, Deutschland  2008
Von: Othmar Schmiderer
Mit: Makaya Dimbelolo, Ebraima Tata Dindin, Georges Momboye, Dickson Oppong, Mingue Diagne Sonko
Musik: Nils Kirchhoff
Produzent: Kurt Langbein
Buch: Othmar Schmiderer
URL zum Film: www.backtoafrica.net

DAS MEINEN UNSERE KRITIKER
  

Das Leben jenseits der Zirkus-Show


Filmkritik Logo NN «Wenn ich in Europa auftrete, dann bin ich wie ein Soldat», erzählt Tänzerin Mingue Diagne Sonko. «Ich gebe jeden Abend alles, was ich habe. Aber nach einiger Zeit muss ich zurück an den Brunnen, dort wo ich Kraft holen kann – nach Afrika». «Back to Africa» (Zurück nach Afrika) ist auch der programmatische Titel des Dokumentarfilms von Othmar Schmiderer. Über ein Jahr begleitete er fünf Künstler aus André Hellers «Afrika! Afrika!»Show in ihre Heimatländer.

«Eine Show hat ihre eigenen Gesetze», meint der Regisseur. «Sie fokussiert und verdichtet die Kunst, reißt sie aber auch aus ihren Zusammenhängen.» Genau diese liefert der Film nun nach: Wir begleiten den Schlangenmensch Huit Huit in den Kongo, den Waterman (der fünf Liter trinken und wieder ausspucken kann) nach Ghana oder den Choreografen Georges Momboye nach Guinea.

Sie alle vereint, dass sie aus sehr bescheidenen Verhältnissen kommen und nun etwas zurückbringen wollen: Huit Huit lehrt Straßenkindern Akrobatik, Musiker Tata Didin will eine Big Band gründen und Georges Momboye schenkt seinen Landsleuten deutsche Leichenwagen(!), weil er «es nicht mehr mitansehen kann, wie die Toten zehn Kilometer vom Krankenhaus zum Friedhof auf den Schultern getragen werden.»

Zwischendrin blendet der Film immer wieder kurz nach Deutschland, wo man bei «Afrika! Afrika!» hinter die Kulissen gucken kann – doch meist sind wir in den sonnendurchfluteten Straßen afrikanischer Städte und erleben spontan wirkende Musiknummern. «In Europa ist Musik in erster Linie ein Geschäft», erklärt Tata Didin den grundlegenden Unterschied. «In Afrika aber ist Musik Leben, Atem – alles!».

Die Kehrseite: «In Afrika gibt es keine staatliche Förderung der Künste», sagt Momboye. «Es gibt wunderbare Künstler, die aber ohne jede Unterstützung bleiben.» Deswegen castet er regelmäßig neue Künstler für die «Afrika! Afrika!»-Show, die noch bis 11. Oktober in Nürnberg zu Gast ist. Der Film dient als ideale Ergänzung, für alle, die mehr über die Künstler wissen wollen.

pet
05.09.2008
  
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