Dienstag, 11.12.2018

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Audi A1: Ganz neu - und trotzdem fehlt etwas

Maskuliner Auftritt - Umfangreich digitalisiert - Ab Spätherbst - 20.06.2018 13:35 Uhr

Neuer Audi A1 Sportback: Kantiger, breitschultriger als der Vorgänger, mit markantem Singleframe-Kühlergrill. © Hersteller


Es sind unruhige Zeiten für Audi. CEO Rupert Stadler sitzt in Untersuchungshaft und wurde - auf eigene Bitte, wie es heißt - zumindest vorübergehend von seinen Aufgaben entbunden, einstweilen übernimmt Vertriebsvorstand Bram Schot den Vorstandsvorsitz.

Da tut es den Audianern gut, den Blick aufs Modellportfolio zu lenken und darauf, dass der A1 - das kleinste Auto mit den vier Ringen - komplett neu kommt. Bestellbar ist er ab Juli, die Markteinführung erfolgt im November.

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Audi: Das ist der neue A1

Seit 2010 rundet der A1 das Audi-Programm nach unten ab. Jetzt ist er komplett neu auf die Räder gestellt worden. Plattformtechnisch schließt er zu VW Polo und Seat Ibiza auf, will sich aber weiterhin als deren Premium-Bruder profilieren. Dazu gehören ein maskulin-aggressiver Auftritt sowie Digitalisierung auf Oberklasse-Niveau. Diesel und Dreitürer hat Audi indes aus dem Programm komplimentiert.


Drei Nachrichten stehen im Vordergrund. Erstens: Auch der A1 nutzt jetzt die Konzernplattform MQB A0 und zieht damit mit seinen Brüdern VW Polo und Seat Ibiza gleich. Zweitens: Einen Dreitürer wird es mangels Nachfrage nicht mehr geben. Und drittens: Der A1 Sportback rollt ausschließlich als Benziner und nicht als Diesel an. Damit betreibt Audi eine andere Politik als VW beim Polo und Seat beim Ibiza, die jeweils sehr wohl als Selbstzünder erhalten bleiben.

Reminiszenz an die Rallye-Ikone

Unter allen Audi-Modellen hat der A1 die jüngsten Käufer und den höchsten Anteil weiblicher Kunden. Dennoch zeigt sich die neue Generation maskuliner, breitschultriger, schärfer konturiert und setzt sich damit nachdrücklicher vom Münchner Hauptkonkurrenten Mini ab. Details wie die drei flachen Schlitze unter der Kante der Motorhaube sollen eine Reminiszenz an die Rallye-Ikone von 1984, den legendären Sport quattro darstellen. In der Länge hat der A1 um 5,6 Zentimeter auf 4,03 Meter zugelegt, auch der Kofferraum ist gewachsen, um 65 Liter, er bringt es jetzt auf ein Fassungsvermögen von 335 bis 1.090 Liter und lässt sich mithilfe der serienmäßig geteilt umlegbaren Rücksitzbank und eines verstellbaren Ladebodens variieren.

Blick nach drinnen: Das volldigitale Kombiinstrument hinterm Lenkrad ist Serie. Auffallend: Die Fahrerorientierung. © Hersteller


Platz nehmen im Innenraum: Auch hier fallen die scharf konturierten Linien auf, vor allem aber die fahrerorientierte Ausrichtung. Immer an Bord ist das volldigitale Kombiinstrument hinterm Lenkrad mit seinem hochauflösenden 10,25-Zoll-Display. Je nach Investitionsfreude des Kunden lässt sich die digitale Ausstattung ausbauen, bis hin zum sogenannten "Virtual Cockpit" und der MMI Navigation plus, die dann einen 10,1-Zoll-Touchscreen in der Mittelkonsole umfasst und in Verbindung mit Audi Connect die Routenführung in der Cloud und auf Basis der aktuellen Verkehrslage berechnet. Zudem wird - heutzutage freilich ein Muss - auch das Smartphone umfassend integriert. Seinen Premium-Anspruch untermauert der A1 unter anderem mit Ambientelicht in 30 Farbtönen.

Nur Benziner, kein Diesel

Der Einstieg ins Modellprogramm erfolgt mit einem Einliter-Dreizylinder, der wahlweise 95 PS (im A1 25 TFSI) oder 116 PS (im A1 30 TFSI) leistet. Die stärkere Alternative markiert ein Vierzylinder-Turbo, im A1 35 TFSI mit 150 PS und automatischer Zylinderabschaltung und im A1 40 TFSI mit 200 PS. Alle Motoren verfügen über einen Ottopartikelfilter (OPF). Das starke 200-PS-Triebwerk ist mit einer S-tronic kombiniert, während die anderen Motoren entweder mit manuellem Schaltgetriebe oder DSG verbandelt sind. Ergänzend zu den Benzinern plant Audi für den A1 eine bivalente Erdgasvariane ein.

Die Ingolstädter versprechen für ihren Kleinsten ein umfangreiches Arsenal an Assistenzsystemen; serienmäßig sind Spurverlassenswarner, Geschwindigkeitsbegrenzer und der Kollisionsverhinderer "pre sense front", dazubuchen lassen sich unter anderem ein radarbasierter Abstandstempomat oder ein Parkassistent. Alternativ zum Basisfahrwerk können sportlich orientierte Fahrer ein Sportfahrwerk ordern.

Topmodell: Der A1 40 TFSI bietet die stärkste Motorisierung, einen Zweiliter-Vierzylinder mit 200 PS. © Hersteller


Neu sortierte Ausstattungslinien

Neu geordnet hat Audi die Ausstattungslinien. Sowohl die Exterieur- als auch die Interieur-Lines sind reine Designpakete, bei denen die diversen Extras entweder einzeln oder in Funktionspaketen hinzubestellt werden. Dabei können die Exterieur- (Basis, advanced, S line) und die Interieur-Lines (Interieur advanced, Interieur design selection, Interieur S line) frei untereinander kombiniert werden. Schicker Hingucker ist das Editionsmodell auf S-line-Basis, das unter anderem große 18-Zöller (in Weiß, Schwarz oder ultimativ auffälligem Bronze), folierte Audi-Ringe an den Flanken und abgedunkelte LED-Scheinwerfer sowie -Heckleuchten mitbringt.

Über die exakten Preise für den A1 Sportback schweigt sich Audi noch aus. Bislang lässt man lediglich wissen, dass das Einstiegsmodell unter 20.000 Euro kosten wird.

Ulla Ellmer

Audi A1 in Kürze:

Wann er kommt: Bestellbar ab Juli, beim Händler ab November

Wen er ins Visier nimmt: In erster Linie den Mini Was ihn antreibt: Dreizylinder-Benziner mit 95 und 116 PS, Vierzylinder-Benziner mit 150 und 200 PS

Was er kostet: Einstieg knapp unter 20.000 Euro

Was noch kommt: Eine bivalente Erdgas-Variante 

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