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Mazda CX-5: Sparen mit Zylinderabschaltung

Bis zu 20 Prozent Ersparnis sollen möglich sein - 30.09.2017 09:43 Uhr

Mazda CX-5: Beim Skyactiv-G 194 schalten sich bei bestimmten Betriebszuständen zwei der vier Zylinder ab. © Hersteller


Motoren, insbesondere den Benziner, noch sparsamer zu machen, das ist eine Herausforderung, der sich Mazda seit langem mit besonderer Akribie stellt. Beim (hierzulande) größten SUV der Modellpalette und gleichzeitig dem Bestseller der Marke, dem Mazda CX-5, feiert jetzt die Zylinderabschaltung im Benziner Skyactiv-G 194 Premiere. Dabei werden die beiden äußeren Zylinder während der Fahrabschnitte mit wenig Gaspedaldruck und bei konstantem Tempo abgeschaltet. Die Technik findet sich in ähnlicher, aber technisch aufwendigerer Form schon bei den Volkswagen TSI-Motoren mit ACT.

Unmerkliches Umschalten

Unterwegs mit dem stärksten Benziner im Mazda CX-5 ist nichts zu spüren vom Umschalten von zwei auf vier oder umgekehrt von vier auf zwei Zylinder. Vibrationen im Zweizylinderbetrieb werden vom Automatikgetriebe durch ein spezielles Fliehkraftpendel weitgehend unterdrückt. Nicht zuletzt senkt zusätzlich die Feinarbeit der Mazda-Ingenieure an den Kolbenböden den Sprit- Konsum. Entscheidende Bedeutung bei der Verbrauchsabsenkung hat aber die Zylinderabschaltung, die besonders bei geringen Geschwindigkeiten, also im Stadtverkehr, ins Gewicht fällt. Laut Mazda-Sprecher Jochen Münzinger spart der G 194 bei konstanten 40 km/h rund zwanzig Prozent des Kraftstoffkonsums ein. Bei konstant 80 km/h sind es nur noch rund fünf Prozent. Dazu gibt es auch Hinweise, wie der Fahrer am besten sparen kann: Ab 20 km/h wirkt nämlich die Abschalttechnik im zweiten Gang und zum Beispiel ab 40 km/h im fünften Gang.

Der Clou bei dieser Technik: Werden bei einem Vierzylinder zwei der vier "Töpfe" bei geringer Motorlast abgeschaltet, müssen die beiden verbleibenden Zylinder eine größere Arbeit leisten. In der Praxis bedeutet das, dass sie mit weiter geöffneter Drosselklappe betrieben werden können. Dadurch steigt der Wirkungsgrad und der Verbrauch sinkt.

Der umfassend modifizierte 2,5-l-Motor leistet 194 PS bei hohen 6.000 Touren. © Hersteller


194 PS bei hohen Touren

Der umfassend modifizierte 2,5-Liter-Motor leistet 194 PS bei hohen 6.000 Touren. Für das maximale Drehmoment von 258 Newtonmeter braucht der Vierzylinder immerhin 4.000 Touren. Der genormte Mixverbrauch wird mit 7,1 l/100 km, entsprechend 162 g/km CO2 angegeben. Auf einer Rundstrecke mit großem Landstraßenanteil lag unser Verbrauch laut Bordcomputer bei knapp acht Litern auf der Distanz. Die "Eckwerte" bei den Fahrleistungen: In 9,2 Sekunden sprintet der 4,55 Meter lange und leer rund 1.600 Kilo wiegende CX-5 aus dem Stand auf Tempo 100 und erreicht in der Spitze 195 km/h.

Der Preis des Mazda CX-5 G 194 mit der Zusatzbezeichnung "Skyaktiv" liegt bei 37.790 Euro. Dafür erhält der Kunde die in diesem Fall einzige lieferbare, aber sehr umfangreiche Ausstattungsstufe "Sportsline". Serienmäßig sind auch die Sechsgangautomatik und der Allradantrieb AWD an Bord. Obwohl die Variante mit Zylinderabschaltung erst in diesen Tagen auf den Markt kommt, wird sie schon oft geordert: 26 Prozent der Kunden entscheiden sich bei den Kaufverträgen für den neuen Motor mit Zylinderabschaltung im CX-5.

Arbeit am Diesel-Benziner-Zwitter

Mazda arbeitet zudem an einer weiteren Stufe beim Verbrennungsmotor, dem Skyaktiv-X, der in zwei Jahren fertig sein soll. Der Motor fällt durch ein extrem mageres Benzin-Luftgemisch auf, das sich durch Kompression wie bei einem Dieselmotor selbst entzündet und bei relativ niedriger Temperatur gleichzeitig im gesamten Brennraum verbrennt. Offensichtlich ist es erstmals gelungen, den "selbstzündenden Benzinmotor" zur Serienreife zu entwickeln.

Der Mazda CX-5 lässt sich optional mit Leder in Schwarz-Weiß verfeinern. © Hersteller


Die Turbulenzen um den Diesel haben auch Mazda erreicht. Der Anteil des Selbstzünders ist über die gesamte Modellpalette von rund 30 Prozent auf 21 Prozent gesunken. Vor allem die Privatkäufer der unteren und mittleren Modellreihen greifen verstärkt zum Benziner. Bei den Flottenbestellungen und Dienstwagen ist es anders, da bleibt der Dieselanteil bei den größeren SUV, wie dem Mazda CX-5, der weiterhin einen Dieselanteil von 48 Prozent hat, fast unverändert hoch. Ähnlich ist es beim kleineren SUV CX-3 und dem Mazda6 (Mittelklasse-Limousine und Kombi).

Im Übrigen sehen die Mazda-Techniker bei der CO2-Bilanz, speziell vom Tankvorgang bis zum Fahren ("Well to wheel"), keine Vorteile für alternative Antriebe. Auf die Elektrifizierung wollen sie aber keineswegs verzichten. So arbeiten sie an einem Elektrofahrzeug, das voraussichtlich ab 2019 eingeführt wird. Zum gleichen Zeitpunkt sind neue Mild-Hybrid-Versionen in der Modellpalette angekündigt. Ab 2021 steht bei der japanischen Marke der Plug-in-Hybrid auf dem Programm. Sogar eine neue Generation von Dieselmotoren ist für 2020 geplant. Für die Mazda-Manager steht trotz aller Herausforderungen bei Verbrauch und Emissionen fest: Eines wollen sie nie opfern - den Fahrspaß.

Ingo Reuss

Mazda CX-5 Skyactiv-G 194 in Kürze:

Wann er kommt: Anfang Oktober 2017

Wen er ins Visier nimmt: VW Tiguan, Renault Koleos, Hyundai Tucson, Kia Sportage, Ford Kuga & Co.

Was ihn antreibt: Benzinmotor mit 194 PS

Was er kostet: Ab 37.790 Euro 

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