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Barbara Otto: Das ist Nürnbergs neues Christkind!

"Als ich meinen Namen gehört habe, dachte ich nur gedacht: 'Oh mein Gott'!" - 04.11.2015 21:32 Uhr

Ein Blumenstrauß für das neue Christkind: Barbara Otto (18) macht das Rennen. © Eduard Weigert


Wer große Gesten oder Jubelrufe vom neuen Christkind erwartet hat, wird enttäuscht. Ziemlich gefasst reagiert Barbara Otto nach gut halbstündiger Beratung der Jury auf die Neuigkeit, dass sie die Wahl für sich entschieden hat. Darauf angesprochen erläutert sie: "Ich bin dafür bekannt, dass ich meine Gefühle eher nicht so zeige. Ich kann aber bei Gelegenheit auch aus mir heraus gehen."

15 Juroren, darunter das scheidende Christkind Teresa Treuheit sowie Vertreter von Stadt, Congress- und Tourismus-Zentrale, Nürnberger Nachrichten und Nürnberger Zeitung, hatten sich nach engagierter Diskussion für die brünette 18-Jährige entschieden. Gleich nach der Verkündung des Ergebnisses wird sie von Pressevertretern belagert. Während ihre Amtsvorgängerin Teresa und die fünf Mitbewerberinnen gratulieren, scheint Barbara Otto nach und nach zu realisieren, dass sie sich gegen die starke Konkurrenz durchgesetzt hat.

"Ich fange erst langsam an, zu verstehen, was passiert ist, aber ich freue mich total", sagt Barbara, nachdem man ihr einen riesigen, duftenden Blumenstrauß überreicht hat. "Als ich meinen Namen gehört habe, habe ich erst einmal nur gedacht: 'Oh mein Gott'!"

Freude auf die neuen Aufgaben

Zu den wichtigsten Aufgaben des Christkinds gehört die Eröffnung des Christkindlesmarktes mit dem berühmten Prolog am Freitag vor dem Ersten Advent. Die Worte hat die 1,61 Meter große Nürnbergerin, die nach ihrem Abitur derzeit ein Praktikum am Opernhaus absolviert, bereits im Kopf. "Ich habe den Prolog im Bewerbungsgespräch auch auswendig vorgetragen", verrät sie. "Auf die Eröffnung des Christkindlesmarktes, aber auch auf die Termine in Kindergärten und Seniorenheimen, freue ich mich besonders."

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Barbara Otto ist das neue Christkind: Die Bilder vom Wahltag

Barbara Otto ist das neue Nürnberger Christkind. Im Finale setzte sie sich gegen fünf Mitbewerberinnen durch und wird am Freitag vor dem Ersten Advent mit dem berühmten Prolog den Markt eröffnen. Die Bilder des Wahltages.


Die wichtigsten Eigenschaften des Christkindes sind ihrer Meinung nach Natürlichkeit, Offenheit und Herzensgüte. Warum die Wahl auf sie gefallen ist, kann sie schwer einschätzen: "Die fünf anderen sind auch alle sehr nett und selbstbewusst."

Für die Bewerbungsgespräche und die anschließende Beratung haben sich die Juroren viel Zeit genommen. Schließlich geht es darum, die sechs Kandidatinnen für das schönste Ehrenamt der Stadt gut kennenzulernen. "Wir suchen nicht das Super-Christkind, sondern jemanden mit Herz", so der Presseamtschef der Stadt Nürnberg, Siegfried Zelnhefer, zur Begrüßung.

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Wahl des neuen Christkinds: Das waren die sechs Finalistinnen

25 junge Frauen hatten sich dieses Jahr als Christkind beworben. Eine Jury traf dann eine Vorauswahl von zwölf Kandidatinnen. Die Nürnberger wählten anschließend sechs Bewerberinnen aus. Mittlerweile steht die Gewinnerin fest: Barbara Otto!


Im Laufe des Nachmittags hat jede Bewerberin rund 25 Minuten Zeit, sich zu präsentieren. Neben dem Prolog darf ein selbst gewähltes Gedicht rezitiert werden. Außerdem wollen die Jurorinnen und Juroren wissen, ob sich die Kandidatin mit ihrer Heimatstadt identifiziert, warum sie Christkind werden will und ob sie selbstsicher, aber auch charmant auftreten kann.

Eine wichtige Entscheidung

Dabei machen alle sechs eine gute Figur und lassen sich auch von kniffligen Fragen nicht aus der Ruhe bringen. Während der Einzelgespräche warten die restlichen fünf Mädchen im Nebenzimmer. Die Stimmung ist gut, aber ein wenig aufgeregt sind alle. "Schließlich wird hier heute eine Entscheidung getroffen, die eventuell unser ganzes Leben beeinflussen kann", sagt eine Kandidatin.

Eine Bewerberin verteilt derweil ihren mitgebrachten Traubenzucker, eine andere lässt eine Packung Kekse herumgehen. Auf dem Tisch sitzt ein Stoffschwein als Glücksbringer. "Einfach ganz entspannt sein, das läuft schon alles", rät Noch-Christkind Teresa vor den Bewerbungsgesprächen.

Als sie dann zur Verkündung des Ergebnisses herein gerufen werden, sind alle zum Platzen gespannt. "Daran, wielange wir diskutiert haben, könnt ihr sehen, wie schwer uns die Entscheidung gefallen ist", sagt Jury-Vorsitzender Zelnhefer. Alle seien großartige Persönlichkeiten. "Ihr hättet alle das Zeug gehabt, das neue Christkind zu werden." Man habe sich nicht gegen fünf, sondern für eine Bewerberin entschieden.

Auf Barbara Otto kommen nun bewegte Wochen zu. Neben der Eröffnung des Christkindlesmarktes ist ihre wichtigste Aufgabe "in der Adventszeit unterwegs zu sein, um den Menschen Freude zu machen", formuliert es Siegfried Zelnhefer.

"Barbara soll einfach Spaß und Freude an der Erfüllung ihrer Aufgabe haben und so natürlich bleiben, wie sie ist", rät Amtsvorgängerin Teresa.

Das Christkind wird alle zwei Jahre gewählt. Diesmal hatten sich 25 junge Frauen im Alter von 16 bis 19 Jahren für das begehrte Ehrenamt beworben. Drei von ihnen wurden direkt aussortiert, da sie gewisse Kriterien nicht erfüllten, beispielsweise muss das Christkind in Nürnberg wohnen. Eine Jury traf dann eine Vorauswahl von zwölf Kandidatinnen; in die Endrunde wählten die Nürnberger anschließend sechs Bewerberinnen auch auf nordbayern.de aus. 

Yvonne Neckermann

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