Sonntag, 18.11.2018

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Area 47 im Ötztal: Rundherum nur Spaß

Bei Sölden liegt der variantenreichste Abenteuerpark der Alpen - 08.09.2018 08:00 Uhr

Sprung von der Zipline ins Wasser - dahinter der Rutschenturm. © Michael Husarek


Wer sich eine Auszeit vom Trubel gönnen will, muss raus aus dem Park. Denn selbst auf der Terrasse des Lakeside-Restaurants, wo man vielleicht noch eine Art Komfortzone vermuten könnte, staunt man. Rechts stürzen sich wagemutige Menschen Rutschen hinunter, für die der Begriff rasant eine Verniedlichung wäre. Daneben springen Jugendliche von Sprungtürmen, meist mit waghalsigen Drehungen. Ab und an wird dank Hydraulik aus dem 10-Meter- sogar ein 20-Meter-Turm.

So spektakulär wie die Sprünge sieht der Cannonball aus, eine Art Katapult, das mittels sich schlagartig ergießenden Wassers ein Flugerlebnis der besonderen Art garantiert. Zum Glück endet das Ganze harmlos mit einem Sprung in den kühlen, künstlichen See.

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Adrenalinkicks in der Area 47 im Ötztal

Grenzenlos“ trifft es am besten. Denn Grenzen sind in der Area 47 nur da, um sie zu überschreiten. Der variantenreichste Abenteuerpark der Alpen bietet 35 (Fun-)Sportarten zum Ausprobieren an. Und ausprobieren heißt in der neun Hektar großen Area 47: Vollgas geben, Halt machen gilt nicht. Wer mag, kann in der Nähe auch noch raften oder Canyoning ausprobieren.


Wandert der Blick nach oben, sausen fröhliche Menschen über einen hinweg. Der Flying-Fox, der über die Wasserwelt führt, hat es ebenso in sich wie die Sprungschanze direkt vor unseren Augen. Wahlweise stürzen sich Skifahrer (kein Witz!) in der Sommerhitze dort hinunter. Oder es rutschen junge Menschen, die dank Neoprenanzügen vor Verletzungen geschützt werden, aus 17 Metern Höhe in Richtung Café-Terrasse. Nach einigen Metern in der Luft klatschen sie mit ihren Anzügen laut auf der Wasseroberfläche auf.

Auch links geht es beim Blobbing ab. Noch nie gehört? Aus fünf Metern Höhe stürzt man sich auf ein riesiges Luftkissen. Auf dem vorderen Ende der Mega-Luftmatratze wartet bereits der vorherige Springer — er wird durch den Aufprall nach oben geschleudert und landet im Wasser. Hinter dem Lakeside liegt der Hochseilgarten. Unter einer Brücke balancieren Unerschrockene 27 Meter über dem Boden zwischen Hindernissen.

Prototyp für den Eventtourismus

Europaweit, wenn nicht weltweit, steht die Anlage prototypisch für jenen neuen Eventtourismus, der die Alpen längst erobert hat. Denn die Sommer werden angesichts sinkender Skifahrerzahlen immer wichtiger.

Am Eingang des Ötztals zeichnet sich nun seit 2010 ab, wo der Weg hinführen kann. Damals legte der mittlerweile verstorbene Rafting-Pionier Hansi Neuner den Grundstein für die heutige Area, deren Name auf den 47. Breitengrad hinweist. Mit Instinkt schuf er Raum für alles, was gerade angesagt ist, damals waren das etwa zwei Wakeboard-Anlagen. Mittels einer Art Schlepplift konnte man hier schon früh leicht Wasserskifahren lernen, als andere in dieser Funsportart noch eine Eintagesfliege vermutet hatten.

Unter einer großen Brücke hängt der Kletterpark. © Michael Husarek


Die Area 47 wird daher in schönstem PR-Deutsch beworben als "das Mekka einer neuen Generation von Tirol-Urlaubern". Bis zu 230 Mitarbeiter kümmern sich während der fünfmonatigen Saison um mittlerweile 220 000 Gäste. Das sind viel mehr Besucher als anfangs gedacht.

Passt so etwas in die Berge? Als Antwort drängt sich dem Beobachter beim ersten Besuch ein Nein auf angesichts der vielen Bauwerke, die binnen acht Jahren in der inzwischen zum Naturschutzgebiet erklärten Umgebung aus dem Boden gestampft worden sind. Doch die Anfangsskepsis wird schnell abgelöst von einem "Vielleicht doch. . ." Denn die Bergkulisse stimmt, die Ötztaler Ache sorgt für das stimmungsvolle Hintergrundgeräusch, und die Outdoor-Angebote, die so gut wie alle Übernachtungsgäste der Area 47 buchen, sorgen tatsächlich für einmalige Gebirgserlebnisse.

Ob Rafting, Canyoning oder Mountainbiken, die Touren auf der Ötztaler Ache, auf dem Inn oder durch die Schluchten oberhalb von Imst sind gut organisiert und an alle Altersgruppen angepasst. Nur eines verbindet sie: Grenzen werden auch hier bevorzugt überschritten. Das ist das Prinzip in der Area 47. Wer dort den Neoprenanzug überstreift, der begibt sich raus aus seiner eigenen Komfortzone — und manchmal an die Schmerzgrenze heran.

Mehr Informationen:
Area 47, www.area47.at, die diese Reise unterstützt hat.
Hier können Sie auch Pakete aus Quartier und Sportangeboten buchen.

  

Michael Husarek Chefredakteur Nürnberger Nachrichten E-Mail

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