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Baumer im Museum für Stinknormales

Alltagsgegenstände, die in Kreuzberg natürlich sehr cool prästentiert werden - 07.07.2018 08:00 Uhr

Der Berliner Fernsehturm als Nippes. © Harald Baumer


Es gibt Museen, mit deren Nennung man selbst alteingesessene Berliner verblüffen kann. Manchmal wird es einem glatt bestritten ("Hamm wa noch nie jehört"), dass es so etwas wirklich geben soll. Zum Beispiel das "Museum der Dinge" in Kreuzberg.

Der Name könnte kaum allgemeiner gehalten sein, denn nahezu jedes Museum stellt ja irgendwelche Dinge aus, ob nun Gemälde, Skulpturen, Foltergeräte oder altes Porzellan. Worum geht es also im konkreten Fall? Um etwas arg Vernachlässigtes in der Museumslandschaft: die Produktkultur des 20. und 21. Jahrhunderts.

Wir sehen Massenware wie Sandmännchen, Plastikschlümpfe, Maggiflaschen und Mona-Lisa-Schmuckteller, Schnapsflaschen in Form des Fernsehturms am Alexanderplatz und Büroklammern, Colaflaschen und Bügeleisen, Telefone mit Wählscheibe und Röhrenfernseher. Häufig in Vitrinen nach einer bestimmten Farbe sortiert. Wer in den 1950er, 1960er, 1970er oder 1980er Jahren geboren ist, für den ist das eine Reise in die Vergangenheit.

Eines meiner Lieblingsexponate ist ein Hinweisschild zur Toilettenbenutzung. "Nach jedesmaligem Gebrauch ist das Closet zu spülen, bei eintretendem Frost mit Salzwasser nachzuspülen und die Abortfenster geschlossen zu halten", heißt es da. War mal ganz schön kompliziert, so ein Toilettenbesuch.

So kommen Sie hin: Werkbundarchiv - Museum der Dinge, Oranienstraße 25, 10999 Berlin. Man nimmt am besten die U1 oder die U8 und steigt bei der Station Kottbusser Tor aus. 

Harald Baumer

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