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Bunt, schön und gut für das Familieneinkommen

Die „Nürnbergerin auf Weltreise" fand heraus, wie wichtig Saris in Indien sind - 24.08.2016 19:38 Uhr

Meera Sharma (links) näht Saris und bessert damit das Familieneinkommen auf. Sie arbeitet in Udaipur im Laden „Sadhna“, der von der Nichtregierungs-Organisation Seva Mandir betrieben wird. © Elke Zapf


Bei der Wunschaktion für Elke Zapf, unsere „Nürnbergerin auf Weltreise“, schrieb sie: „Ich habe irgendwo gelesen, dass indische Näherinnen auf die Idee gekommen sind, alte Saris zu recyceln und daraus hübsche Wickelröcke machen, die zudem auf beiden Seiten getragen werden können. Ein echter Exportschlager. Vielleicht kommst du ja zufällig bei einer solchen Näherei vorbei? Dann würde ich mich über ein Bildchen freuen.“

Kleidungsstück für alle Lebenslagen

Dieser Wunsch einer modisch interessierten Leserin aus der Heimat war auch für Elke Zapf spannend. Denn sie ist ebenfalls von der Kleidung der indischen Frauen fasziniert und hat schon viele farbenfrohe Fotos gemacht, wie in unserer Bildergalerie zu sehen ist.

Die Fotos zeigen Frauen in den unterschiedlichsten Situationen in Saris – bei einer fröhlichen Runde auf der Dorfstraße, bei der Fahrt auf dem Rücksitz eines Mopeds nach der Feldarbeit, beim Gang in den Tempel, beim Besuch des Taj Mahal und beim Verkauf von Saris. Nur ein Bild der Näherin, die aus alten Saris neue Wickelröcke näht, ist nicht dabei. Denn auf der Nordindien-Reiseroute der „Nürnbergerin auf Weltreise“ lag nur eine Fabrik, die dafür in Frage kam, doch die Geschäftsleitung war nicht offen für den Besuch einer deutschen Touristin...

Frauenprojekt für mehr Wohlstand

Dafür fand Elke Zapf in Udaipur den Laden „Sadhna“, der von der Nichtregierungs-Organisation Seva Mandir betrieben wird. Im kleinen Geschäft werden Saris, Blusen, Schals, Kissen und Tagesdecken verkauft – und alle Produkte sind mit dem „fair-trade-Label“ ausgezeichnet. Hergestellt werden die Textilien ausschließlich von Frauen aus den Dörfern der Umgebung, die mit ihrer Arbeit das Familieneinkommen sicherstellen.

Mit einer von ihnen unterhielt sich Elke Zapf – nach kurzer Rücksprache mit Leserin Susanne Langer, die auch diese Wendung ihres Wunschthemas sehr spannend fand. Das Gespräch mit der Näherin fand mit tatkräftiger Unterstützung eines jungen Inders aus dem Laden nebenan statt, der kurz als Übersetzer aushalf.

Bilderstrecke zum Thema

Ein Kleidungsstück für alle Lebenslagen

Indische Frauen tragen immer bunte Saris? Ja, da stimmt, wie Elke Zapf, die "Nürnbergerin auf Weltreise" in Nordindien dokumentiert hat.


So erfuhr unsere Indien-Reisende, dass Meera Sharma aus dem kleinen Dorf Phula schon seit elf Jahren für „Sadhna“ als Näherin arbeitet und hin und wieder beim Verkauf der Textilien im kleinen Laden in Udaipur aushilft. Bevor sie „Sadhna“ entdeckte, war die finanzielle Situation der Familie sehr schwierig und absolut abhängig vom geringen Einkommen ihres Mannes gewesen. Heute ist der Lebensstandard ihrer Familie deutlich höher. Die Eltern können in die Bildung und Ausbildung ihrer Kinder investieren und konnten sogar ein eigenes Haus bauen.


Der Anfang sei natürlich sehr schwer gewesen, erzählte Meera Sharma, denn zunächst habe ihre Familie ihre Näharbeiten als reine Zeitverschwendung abgetan. Erst als sie Monat für Monat mit gutem Geld nach Hause kam, änderte sich das. Heute ist sie Gruppenleiterin von 18 Frauen und gibt all ihre Erfahrung gerne weiter.

Upcycling-Saris

Übrigens: Das Thema Upcycling von Saris spielt zwar bei „Sadhna“ noch keine Rolle. Aber es gibt schon Firmen, die das machen und ihre Produkte auch in Europa anbieten. Im Internet findet sich so einiges...

Mehr über die Weltreise von Elke Zapf unter  www.weltreise-logbuch.de 

gub

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