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Familien lernen Englisch bei Harry Potter

Mit viel Spaß kommt die Sprache in Alnwick fast von alleine - 23.09.2017 08:00 Uhr

Die Sprachschüler dürfen eine Eule streicheln. © Harald Sippel


In dem kleinen englischen Städtchen Alnwick, zwischen Newcastle und dem schottischen Edinburgh unweit der Nordseeküste in der Region Northumberland gelegen, sind die Teilnehmer dieser Familiensprachreise in einer reizenden kleinen Jugendherberge untergebracht.

Bei dem sechstägigen Programm wird unter anderem die Burg im Ort besucht. Und die ist eine besondere Touristenattraktion: Hier wurden einige Szenen der ersten beiden Harry Potter-Filme gedreht. Seine ersten Besen-Flugstunden absolvierte der Zauberer auf dem Rasen des Castle des Duke of Northumberland in Alnwick.

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Sprachreise mit der Familie im Nordosten Englands

Eine Sprachreise für die ganze Familie führt nach Alnwick im Nordosten Englands. Hier steht eine Burganlage, die zahlreiche Harry Potter-Fans anzieht. Denn dort absolvierte der Zauberschüler seine ersten Besen-Flugstunden. Ganz nebenbei ist die Region Northumberland einen Besuch wert, sie ist voller einsamer, spektakuläter Natur und historischer Bauwerke.


Und dann heißt es: Freiwillige gesucht! Allerdings nicht für Quidditch mit Harry Potter und den anderen Zauberschülern. Sondern für die "News of the Day". Die Nachrichten des Tages, also eigentlich des Vortages. Das, was unsere Reisegruppe erlebt hat, sollen - so will es Debbie MacAllister, die ortsansässige Reiseleiterin - jeden Morgen zwei oder drei Kinder kurz zusammengefasst präsentieren, egal, ob als Radiointerview, Zeitungsartikel, kleines Theaterstück oder was es sonst noch so an Möglichkeiten gibt. Vor den Eltern und den anderen Kindern. Und vor allem: auf Englisch!

Um neun Uhr früh treffen sich Eltern und Sprachschüler im Gemeinschaftsraum. "Der sieht zwar ein bisschen wie ein Klassenzimmer aus, ist aber keines", betont Debbie MacAllister. Freiwillige für die Tagesnachrichten melden sich aber trotzdem nicht. Da schnellt Annikas Arm in die Höhe. Freiwillig ist zwar auch das nicht, denn ihr Vater hat sie arglistig von hinten gekitzelt und sie ist einfach nur zusammengezuckt. Doch jetzt ist die Zwölfjährige die erste im "News"-Team. "Mist", schreit sie, "das werden die schrecklichsten Ferien, die ich je hatte."

Die Welt wird sechs Tage später natürlich völlig anders aussehen. Die Ferien in Alnwick werden super gewesen sein, und ein glückliches Mädchen verabschiedet sich mit einer dicken Umarmung von Debbie MacAlister. Die hat es mit ihrer herzlichen Art geschafft, sämtliche Kinder und deren Eltern für sich einzunehmen. Und so nebenbei auch für die englische Sprache.

Tödliche Tour der Mysterien

Kein Wunder also, dass am sechsten und letzten Tag fast alle Kinder bei den "News of the Day" mitwirken wollen. Sie inszenieren das Ganze als Murder Mystery Tour, die durch mehrere Räume der Jugendherberge führt.

Mit dem Bootsausflug zu den Farne Islands am Vortag hat dies nur noch wenig zu tun, aber das macht nichts, der mysteriöse Tod eines Kapitäns wird dennoch mit Begeisterung aufgeklärt. Dabei wird - natürlich - Englisch gesprochen, und nicht jeder Satz fällt dabei so perfekt aus wie der eines elfjährigen Ensemblemitglieds, das als unter Verdacht geratener Maler seine Unschuld beteuert: "I have been busy painting the walls for ages." Ganz unauffällig hat Debbie MacAllister den Kindern bei der Vorbereitung zur Seite gestanden.

Auf dem Rasen des Schlosses des Duke of Northumberland drehte Harry Potter im Film erste Besen-Flugstunden. Die Sprachschüler werden in die Theorie eingewiesen. © Harald Sippel


Klar, dass der Mord am Ende aufgeklärt wird. Ebenso klar, dass bei allen Beteiligten - und wer sagt überhaupt, dass nur Kinder Hemmungen haben, eine Fremdsprache zu sprechen?

Der Knoten, ohne Hemmungen Englisch zu sprechen, ist bei allen irgendwann geplatzt. Genau das also, was Heiko Litzke, der Begründer dieser "English Experience Holidays", und Debbie MacAllister beabsichtigen. Zwar werden dabei nicht unbedingt die Grammatikkenntnisse gesteigert, wohl aber die Motivation und das Selbstvertrauen.

Als am Abschlusstag Ray Lowden vom Kielder Water Birds of Prey Centre - ein Vogel-Zentrum mit naturpädagogischem Ansatz - mit einigen seiner Greifvögel anreist und viel Interessantes über die Tiere erzählt, darf auch unser Sohn die Eule "Whisper" auf der Hand halten und ihr mit dem Finger über die weichen Federn streichen. "Well done, son - gut gemacht, Sohn", sagt Ray Lowden.

Mehr Informationen:
Offaehrte Sprachreisen
www.offaehrte.de, die diese Reise unterstützt haben. 

Eva Kettler

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