Samstag, 17.11.2018

|

zum Thema

Fünf Reise-Irrtümer, die teuer werden

Urlauber erliegen den ewig gleichen falschen Vorstellungen - 23.06.2018 08:00 Uhr

Viele merken bei einer Internetbuchung oft gar nicht, dass sie mit einer Maschine statt mit einem Menschen chatten. © colourbox.de


Online-Reisen können Sie innerhalb von 14 Tagen widerrufen
Das Bürgerliche Gesetzbuch (BGB) schreibt unter § 355 "Widerrufsrecht bei Verbraucherverträgen" fest: Wer im Internet einkauft, kann Verträge ohne weiteres innerhalb von 14 Tagen widerrufen. Das gilt aber ausdrücklich nicht für Reisebuchungen im Internet, die sind vom Widerruf ausgeschlossen! (BGB, § 312g Absatz 2 Nr. 10). Vermutlich, weil nicht einfach eine Ware verschickt, sondern ein komplexer Buchungsprozess in Ganz gesetzt wird. "Für eine Stornierung verlangen die Reiseanbieter in der Regel enorme Gebühren. Nur vereinzelt können Reisen innerhalb von drei Tagen kostenfrei widerrufen werden", sagt Arnd Schröder vom Vergleichsportal toptarif.

Namensänderungen in den Reisedaten sind kostenfrei
Gerade bei Flugbuchungen sind Airlines und Grenzbehörden zimperlich. Achten Sie also darauf, ihren Namen bei der Buchung so einzugeben, wie er im Ausweis steht - und zwar genau in dieser Reihenfolge, auch wenn der Rufname an hinterer Stelle steht. Sollten sie nachträglich einen Fehler - auch einen Tippfehler - bemerken, haben sie bei den meisten Fluglinien 25 Stunden Zeit für eine kostenfreie Änderung. Danach kann es richtig teuer werden: 50 bis 120 Euro sind da schnell weg. Einzige Ausnahme: frisch vermählte Paare. Zum Nachweis genügen Heiratsurkunde und neuer Personalausweis, bei Geschiedenen die Scheidungsurkunde.

Eine Reiserücktrittsversicherung ist überflüssig
Wer vor der Reise krank wird, muss Stornogebühren zahlen, je kurzfristiger, desto höher. 50 Prozent oder mehr des Reisepreises können sie betragen. Ist die Reise individuell zusammengestellt, zählt sogar jeder Posten - Hotel, Mietwagen oder Flug - einzeln. Gerade bei teuren Reisen sichern Sie sich so ab.

Doch Vorsicht! Lassen Sie sich keine Reiserücktrittsversicherungen im Reiseversicherungspaket aufschwatzen. Das kombiniert die unterschiedlichsten, oft völlig unnötigen Versicherungen, ist meist überteuert, hat oft viel zu niedrige Deckungssummen und zu viele Ausschlusskriterien, warnen Verbraucherschützer.

Ein verpasster Flieger wegen Stau oder eine Erkältung reichen jedenfalls nicht als Begründung, warum die Versicherung das Storno übernimmt. Nur eine nachgewiesene, plötzliche und schwerwiegende Erkrankung oder ein Unfall zählen.

Bei Unwetter darf eine Reise immer kostenfrei storniert werden
Naturkatastrophen rechtfertigen eine kostenfreie Reisestornierung nur, wenn etwa das Reiseziel aufgrund von Verwüstungen nicht erreicht werden kann oder eine Gefahr besteht, vor der etwa das Auswärtige Amt warnt.

Anders ist es mit Ereignissen, die zu erwarten sind, weil sie zum Wetter vor Ort dazugehören können - eine Überschwemmung etwa oder eine Reise in der Hurrikan-Saison. Anders bei Höherer Gewalt, die unvorhersehbar ist. Bei Vulkanausbrüchen, Stürmen oder Kriegen können Sie Ihre Reise auch vor Ort abbrechen. Dann zahlt eine Reiseabbruch- oder Rücktrittversicherung zwar nicht, Sie bekommen aber immerhin die restlichen Urlaubstage vom Veranstalter zurückbezahlt.

Gesetzlich Krankenversicherte sind auch im Ausland versichert
In Deutschland gesetzlich Krankenversicherte haben über die Europäische Krankenversicherungskarte (EHIC) europaweit "Anspruch auf medizinisch notwendige Leistungen" in allen Staaten, mit denen Deutschland ein Sozialversichungsabkommen vereinbart hat. Dazu zählen neben der EU auch Island, Israel und die Türkei. Außerhalb Europas benötigen Sie eine Auslandskrankenversicherung. Urlauber müssen selbst für die Behandlung zahlen, was sehr teuer werden kann. Eine private Auslandskrankenversicherung ist aber meist sehr billig.

Quelle: www.toptarif.de 

Matthias Niese Magazin am Wochenende / Gute REISE E-Mail

Seite drucken

Seite versenden



Um selbst einen Kommentar abgeben oder empfehlen zu können, müssen Sie sich einloggen oder sich zuvor registrieren

Ihr Kommentar

Ihr Kommentar:

Bitte beachten Sie unsere Netiquette.

weitere Meldungen aus dem Ressort: Reise