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In Jena reißt Hans das Maul auf

Die zweitgrößte Thüringische Stadt hat sich zum Leuchtturm des Ostens gemausert - 23.09.2017 08:00 Uhr

Blick auf die beleuchtetet Innenstadt von Jena vom Turm aus. © Jan-Peter Kasper / dpa


Von den rund 109 000 Einwohnern studiert jeder Vierte, die Kneipenmeile ist gut besucht, das Kulturangebot erfrischend. Beliebt ist die zweitgrößte thüringische Stadt schon seit vielen hundert Jahren. So kann sie auf einige prominente Bürger verweisen, die sich im Saaletal eine Zeit lang niedergelassen haben: Schiller und Goethe schlossen hier Freundschaft, Hegel und Fichte lehrten Philosophie. Später schuf Carl Zeiss mit Ernst Abbe und Otto Schott die Grundlagen der modernen Optik

Was kann da noch kommen? Eine Antwort darauf gibt es anschaulich, trickreich und passend zu Led Zeppelins "Stairway to Heaven" im Planetarium. Schon allein wegen der spektakulären, lehrreichen Vorführungen in diesem Kuppelbau lohnt sich der Besuch Jenas. Willkommen an Bord eines imaginären Raumschiffes, das die Besucher in die ferne Welt der Sterne katapultiert.

"Penis Jenensis" wird der Turm genannt

Tatsächlich hoch hinaus geht es mit dem Lift im Jentower. "Die meisten Jenaer sind stolz auf dieses Wahrzeichen - viele Jenenser hingegen sehen ihn kritisch", sagt Stadtführer André Nawrotzki und schiebt gleich eine Erklärung nach: "Jenaer und Jenaerinnen werden die Zugezogenen genannt. Jenenser und Jenenserinnen hingegen sind ausschließlich in Jena Geborene, die dem schönen Altstadtteil nachtrauern, der durch den Bau des Turms verlorengegangen ist."

Der knapp 145 Meter hohe Turm bietet von seiner Aussichtsplattform einen ausgezeichneten Blick über das Zentrum. Auf die spätgotische Stadtkirche St. Michael, in der einst Martin Luther gepredigt hat und in der heute die originale Bronzegrabplatte des Reformators steht. Und auf ein Stück mittelalterliche Stadtmauer mit den beiden markanten Türmen Johannistor und Pulverturm.

Jeder vierte Einwohner Jenas ist ein Student — die Wagnergasse ist voller entsprechender Kneipen. © Jens Schulze


Markant ist auch das Gelände des ehemaligen Hauptwerks des Kombinates VEB Carl Zeiss Jena, das sich heute Universitätscampus, Einkaufsmeile und Firmensitz der Jenoptik teilen.

Südlich liegen die sanierten Überreste des Karmeliterklosters, in dem die Jenaer Ausgabe der Lutherbibel gedruckt wurde, und nordwestlich der Johannisfriedhof, eine versteckte Oase mitten im Zentrum.

Wunderschöne Saale-Landschaft drumrum

Vom Jentower aus lässt sich auch das Umland gut in Augenschein nehmen, in einer Viertelstunde ist man im hügeligen Grünen - zum Beispiel auf der Saale-Horizontale. Der rund 70 Kilometer lange Wanderweg führt über schmale Pfade über Muschelkalkhänge und durch Laubwälder, vorbei an Feldrainen und über den Jenzig. Dieser 385 Meter hohe Berg mit einer markanten kahlen Nase prägt das Umland der Stadt.

Der Jenzig ist übrigens eines der sieben Wunder Jenas, die im 16. Jahrhundert von der Universität bestimmt wurden. Dazu gehören noch ein siebenköpfiger Drache im Stadtmuseum, der Fuchsturm auf dem Hausberg, der Durchgang unter dem Altar der Stadtkirche und der Schnapphans an der Rathausuhr.

Mehr Informationen:
Jena Tourismus, www.jenatourismus.de, der diese Reise unterstützt hat. 

Katrin Schreiter

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