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Les Sables-d’Olonne: Alles und viel Meer

Die französische Hafenstadt in der Vendée nutzt ihre Lage am Atlantik - 03.03.2018 08:00 Uhr

So friedlich geht es in der Vorsaison am Strand von Les Sables-d’Olonne zu. © Gudrun Bayer


Die milde Mittagssonne lässt den Chardonnay im Glas golden glänzen - und die letzten Zweifel verfliegen: Die Miesmuscheln harmonieren nicht nur mit dem trockenen Wein aus der Region, sondern auch mit den Pommes, die der Kellner zum dampfenden Muscheltopf serviert. Den Blick von der Restaurant-Terrasse über die Promenade zum weiten Sandstrand von Les Sables-d’Olonne gibt’s gratis dazu.

„Moules Frites“ fehlen hier im Westen Frankreichs auf keiner Speisekarte. Wie so viele Köstlichkeiten, die der Atlantik hergibt: Schalentiere, Sardinen, Thunfisch, Goldbrassen oder die hier besonders beliebte Seezunge - frisch, frischer, direkt vom Fischer.

Im 17. Jahrhundert war Les Sables-d’Olonne der erste Fischereihafen des Königreichs Frankreich, erklärt Nathalie Chevre vom Tourismusbüro. Selbst aus England kamen Frauen, um in den Fischfabriken zu arbeiten. Das historische Fischer- und Matrosenviertel La Chaume jenseits des Hafens zeugt noch von der Blütezeit als Fischereihochburg. Ein charmantes Gewirr von engen Gassen und niedrigen Häusern. Gegenüber am Hafen drängen sich Einheimische und Touristen in der gläsernen Markthalle der Fischereikooperative, wenn die Männer ihre fangfrische Fracht ausgeladen haben.

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200 Kilometer Atlantikküste, dazu viele interessante Dokumente der Geschichte plus ein großer Schuss französisches Lebensgefühl - das sind die Trümpfe des Département Vendée im Westen des Landes.


Für 80 Fischerboote ist Les Sables Heimathafen. Von hier aus verfrachten Großhändler die Ware frisch oder verarbeitet ins Landesinnere. „Mit einem Umschlag von 9000 Tonnen im Jahr sind wir die Nummer vier in Frankreich“, sagt Nathalie. Die Nummer eins für viele Urlauber ist der Badeort an der Küste der Vendée schon lange. Die ersten Sommergäste kamen Mitte des 19. Jahrhunderts. Villen an der Strandpromenade zeugen davon, dass Les Sables ein Ort für betuchte Badegäste war.

Heute drängen sich die Urlauber zwischen Mai und September am drei Kilometer langen, breiten Sandstrand entlang der Promenade Le Remblai. Dann wächst die knapp 15.000-Einwohner-Gemeinde um ein Vielfaches und die Ferienwohnungen in den Hochhäusern - darunter auch Bausünden aus der 1960er Jahren - füllen sich. Bunte Segel blähen sich im Wind. Tauchen, Kitesurfen, Jetski-Fahren - insgesamt 140 Kilometer Sandstrand an der 250 Kilometer langen Küste der Vendée laden ein, Neues auszuprobieren.

Eine lebendinge Partnerschaft: Viele Schwabacher waren während ihrer Schulzeit hier. © Gudrun Bayer


Vor allem französische Familien, aber auch Niederländer, Belgier (sie lieben Moules Frites!) und Briten, schätzen Les Sables-d’Olonne. Deutsche Gäste rangieren laut Tourismusfrau Nathalie Chevre unter ferner liefen. Doch das soll sich ändern. Die Verbindung ins mehr als 1200 Kilometer entfernte Franken jedenfalls steht längst: nach Schwabach.

Seit 1975 sind die beiden Städte verpartnert. Kultur- und Schüleraustausch, der wechselseitige Besuch von Firmendelegationen und Urlaubsgäste aus Franken erfüllen die Verbindung mit Leben. Wer im April oder im späten September an den Atlantik reist, hat den Strand von Les Sable d’Olonne noch fast für sich alleine. Und kann gleichzeitig Moules Frites mit einem Glas Wein in der milden Mittagssonne genießen. Immerhin zeigt sie sich hier an der „Küste des Lichts“ 2500 Stunden im Jahr.

Mehr Informationen:
Fremdenverkehrsamt Les Sable d’Olonne
www.lessablesdolonne-tourisme.com, das diese Reise unterstützt hat

  

Gabi Wald-Hauf

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