Donnerstag, 17.01.2019

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Wissenschaft wird eine Nacht lang zum Erlebnis

In Nürnberg, Fürth und Erlangen steht der kommende Samstag im Zeichen von Naturwissenschaften und mehr – Den Besucher erwarten über 1000 Programmpunkte - 17.10.2017 18:34 Uhr

Ist das echt oder fährt sie nur vor ihrem inneren Auge durch die Wüste Nevadas? In der Langen Nacht der Wissenschaften am Samstag, 21. Oktober, öffnen sich viele akademische Einrichtungen, um den Laien zum Beispiel über den neusten Stand der Virtual Reality samt VR-Brille zu informieren. © Foto: HvD


Hier werden Mathe und Co. zur Samstagabendbespaßung: Die Lange Nacht der Wissenschaften, die als feste Veranstaltungsgröße einmal im Jahr im Städtedreieck Nürnberg-Fürth-Erlangen über die Bühne geht, rückt diesen Samstag, 21. Oktober, Theorien und Erfindungen in echte Lebensnähe. Mehr als 300 Programmpartner an mehr als 130 Veranstaltungsorten locken die Besucher mit gut 1000 einzelnen Programmpunkten. Eine Auswahl – bei solch einem Angebot natürlich ohne den Anspruch auf Vollständigkeit.

Sieben Stunden lang eintauchen in die Zukunft: Die Nürnberger Nachrichten und ihre Heimatzeitungen bieten als Medienpartner für dieses Wissenschaftsevent im Vorverkauf in ihren 20 Geschäftsstellen quer durch das Verbreitungsgebiet für Abonnenten und Inhaber der ZAC-Karte ein besonderes Schmankerl: Dort kostet die Karte exklusiv 10 Euro pro Person – regulärer Preis: 12 Euro, ermäßigt 8 Euro; Vollzahler können mit einer Eintrittskarte zwei Kinder bis 12 Jahre kostenfrei mitnehmen und die Karte auch als Fahrschein für Bus und Bahn im gesamten VGN-Gebiet nutzen (gültig von Samstag, 12 Uhr, bis Sonntag, 8 Uhr). Auch an den Abendkassen an allen Veranstaltungsorten gibt es Karten für Kurzentschlossene sowie über die Seite www.nacht-der-wissenschaften.de/2017/tickets

Die Karten berechtigen zum Eintritt in alle teilnehmenden Einrichtungen. Alle Veranstaltungsorte haben von 18 bis 1 Uhr geöffnet.

Seltene Einblicke

Eine ungewöhnliche Möglichkeit – schließlich kann der Laie nicht alle Tage in die Labore, Institute oder Forschungseinrichtungen schnuppern, die für Gesellschaft und Menschheit forschen. Auf Augenhöhe wollen die Institute ihre tagtäglichen Komplexe dem Besucher vermitteln, die neuesten Erfindungen vorstellen sowie mit den Nutzern oder Nutznießern dieser Erfindungen ins Gespräch kommen. Es geht darum, die Ergebnisse der angewandten und Grundlagenforschung in Nürnberg, Fürth oder Erlangen in ungezwungener Atmosphäre zu erleben. Der Forschungsstandort liefert nachhaltige Antworten auf drängende Fragen der Menschheit, auf gesellschaftliche Herausforderungen wie Gesundheit, Klimawandel und Energien, Technisierung, Demografie sowie Mobilität.

Sechs Hochschulen nehmen teil, auch von Auswärts steuern Unis, Hochschulen und andere Bildungseinrichtungen ihren Beitrag zum Public-Science-Event bei. 14 Schulen bringen Unterhaltsames ein und zeigen von Experimenten klassischer Chemie bis hin zur Visualisierung der 3D-Technik eine bunte Palette an Wissenschaftlichem. Größter Anbieter bei der Langen Nacht ist und bleibt die Uni Erlangen-Nürnberg mit nahezu 400 Programmpunkten.

In Nürnberg stellt sich Auf AEG in der Fürther Straße 250 (Gebäude 16) zum Beispiel der Energie-Campus vor, der die Wende Richtung Photovoltaik oder effiziente Gebäude erforscht. Dort eröffnet um 18 Uhr bis zum letzten Redner um 23.20 Uhr ein Vortragsforum mit Vorführungen, das dem Laien Erneuerbare Energien und den Forschungsstand vor Augen führt. Eines der Themen: "Elektromobilität als essentieller Bestandteil einer erfolgreichen Energiewende?" (20 Uhr). In Gebäude 16 istNetzbetreiber Tennet zu Gast, dessen Name wegen der Starkstromtrasse, die durch die Region führen soll, für Aufregung sorgte. Tennet informiert über grünen Strom und Sensordaten im Auto, die Wetterprognosen verbessern und so die Energiewende erleichtern.

In weiteren Gebäuden des AEG-Areals finden Vorführungen statt, es gibt es Diskussionsmöglichkeiten mit den Experten (zum Beispiel in Nummer 2, 14, 11, 18 oder auch 33). Die Kulturwerkstatt Auf AEG bietet zur Auffrischung für den Kopf Jazz mit Telekommander live von 23 bis 1 Uhr (Eintritt frei).

Fast nebenan haben das Oberlandesgericht in der Bärenschanzstraße 72 und das Memorium Nürnberger Prozesse geöffnet. Ersteres bespielt das Thema "Geschworenengericht trifft Schöffengericht. Prozessspiele nach amerikanischem Recht" um 18.30, 19.45, 21.30 und 22.45 Uhr. Letzteres bietet eine Führung mit Diskussionsmöglichkeit zur Geschichte der Nürnberger Prozesse (18 und 21 Uhr) und über die Protagonisten des Militärtribunals der Alliierten (19 und 22 Uhr). Ebenso in Laufweite widmet sich die Evangelische Hochschule in der Roonstraße 27 gesellschaftlichen Themen wie der Bibel in der Businesswelt oder Roboter in der Pflege.

In entgegengesetzter Richtung, am Plärrer, hat sich das Nicolaus-Copernicus-Planetarium Gäste eingeladen: darunter das Cauchy-Forum Nürnberg, das die Grenzen der Mathematik ausweitet, oder das Hermann-Oberth-Raumfahrt-Museum aus Feucht mit Exponaten. Im Uni-Standort Nürnberg-Lorenzkirche (Findelgasse 7-9), gastiert unter anderem die Gesellschaft für Konsumforschung (GfK): Sie lädt zum Ausflug in die virtuelle Welt und erklärt, wie Digitalisierung die Konsumenten und die Konsumentenforschung verändert.

Auch in Erlangen ist die "Next Reality" zu Gast: Augmented – also erweiterte, teils auch digitalisierte – Reality und der Stand der Technik ist gleich zweimal im Medical Valley Center zu Gast. Zum einen bietet der Lehrstuhl für maschinelles Lernen und Datenanalytik einen neuen Blick auf Informationen durch die Virtual-Reality-Brille. Und alle 30 Minuten animiert die Next GmbH im Coworkingspace über dem Café SchwarzStark zum Mitmachen.

Bier und Biologisches

Zur Abwechslung lädt die Kitzmann-Bräu zur Reise in die Erlanger Braukultur (Südliche Stadtmauerstraße 25). Alles zu Funktion und Fahrt eines Heißluftballons können Besucher im Chemikum der Uni (Nikolaus-Fiebiger-Straße 10) auf dem Schotterparkplatz vor dem Gebäude erfahren. Im Physikum (Staudtstraße 5/7) referieren Fachleute über Ergebnisse der Forschung im Bereich der Gravitation (18.30 Uhr) oder zum Thema "Moleküle, Atome, Elektronen – die Welt im Rastertunnelmikroskop" (21.30 Uhr).

Dazwischen bieten die Naturwissenschaftler Physik zum Staunen in vielen Experimenten. Auch im Biologikum (Staudstraße 5/7) werden drängende Fragen wie "Warum leuchten Glühwürmchen?" (18.30 Uhr, für Kinder) geklärt.

In Fürth begibt sich das Rundfunkmuseum (Kurgartenstraße 37 a) auf die Suche nach dem perfekten Sound (Vortrag um 19.30 Uhr). Im Technikum 2 (Dr.-Mack–Straße 77) befassen sich Besucher und Forscher mit dem lebenslangen elektronischen Lernen, das Klinikum Fürth zeigt neben vielem anderen 3D-Operationsmethoden oder Nervenmessungen. Im KfH-Dialysezentrum (Robert-Koch-Straße 41) geht es nicht nur um "Dialyse einst und jetzt" (Vortrag um 18, 20, 22 und 23.30 Uhr), dort stellt sich auch die digitale Enzyklopädie Wikipedia vor. In der Akademie der kochenden Künste (Flugplatzstraße 111) geht es dann kulinarisch zu: Sie entführt den Gast in die "Wissenschaft des Würzens".

Zur Langen Nacht der Wissenschaften am Samstag, 21. Oktober, zwischen 18 und 1 Uhr, fahren Shuttlebusse. Mehr Informationen gibt es im Begleitheft oder unter www.nacht-der-wissenschaften.de 

ANDREA MUNKERT

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