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Auf den Spuren einer alten Patrizierfamilie

Radtour zum Moritzberg - 20.04.2011 16:03 Uhr

Nürnberg  - Weithin sichtbar und wie eine Insel im Albvorland steht der 603 Meter hohe Moritzberg östlich von Nürnberg. Er zieht Wochenende für Wochenende die Ausflügler an. Auch der bayerische König Ludwig I. war von der zweitgrößten Erhebung Mittelfrankens fasziniert: Er wollte im 19. Jahrhundert eine Walhalla auf dem Gipfel errichten.


Weithin sichtbar und wie eine Insel im Albvorland steht der 603 Meter hohe Moritzberg östlich von Nürnberg. Er zieht Wochenende für Wochenende die Ausflügler an.
Weithin sichtbar und wie eine Insel im Albvorland steht der 603 Meter hohe Moritzberg östlich von Nürnberg. Er zieht Wochenende für Wochenende die Ausflügler an.
Foto: Clara Grau
Weithin sichtbar und wie eine Insel im Albvorland steht der 603 Meter hohe Moritzberg östlich von Nürnberg. Er zieht Wochenende für Wochenende die Ausflügler an.
Weithin sichtbar und wie eine Insel im Albvorland steht der 603 Meter hohe Moritzberg östlich von Nürnberg. Er zieht Wochenende für Wochenende die Ausflügler an.
Foto: Clara Grau

Von der Innenstadt nähern wir uns über Schwaig dem «Zeugenberg», der durch Erosion vom Albrand abgetrennt wurde. Dazu nutzen wir den Pegnitztal-Radweg. In Schwaig überqueren die Nürnberger Straße und fahren am S-Bahn-Haltepunkt Schwaig unter der Bahn-Linie hindurch. Wir folgen nun links der Rainstraße, bis wir die Verbindungsstraße nach Diepersdorf erreichen. Diese überqueren wir und radeln gemütlich den geteerten Radweg geradeaus weiter.Nach einigen Kilometern passieren wir den Fürerstein, der an ein grausames Verbrechen im Jahre 1567 erinnert. Carl Fürer von Haimendorf wurde damals auf dem Weg von Nürnberg nach Hause von Unbekannten ermordet. Deutlich zu erkennen ist das Wappen der Patrizierfamilie, ein Rad mit Lilie.

Nun führt der Radweg entlang der Straße bis nach Diepersdorf. Hier biegen wir gleich am Ortseingang links Richtung Lauf ab. Nach wenigen Metern führt ein Sträßchen rechts nach Rockenbrunn und Haimendorf. Fast schon etwas verschlafen liegen die Sandstein- und Fachwerkhäuschen von Rockenbrunn am Weg. Zweimal im Jahr, zur Maibowle und zur Kirchweih finden hier jedoch legendäre Feste mit Livemusik statt. In Rockenbrunn begegnet uns wieder die Familie von Fürer. In ihrem Jagdschlösschen befindet sich heute ein gemütliches Gasthaus mit einem hübschen Innenhof.

Nach einer kleinen Pause schwingen wir uns wieder in den Sattel und erklimmen die ersten Höhenmeter nach Haimendorf. Der Ort war Stammsitz einer der ältesten Nürnberger Patrizierfamilien, die uns nun schon mehrmals begegnet ist. Die von Fürers, deren Stammbaum bis ins 13. Jahrhundert zurückreicht, besitzen in dem kleinen Ort noch heute ein Schloss.

Ein Holzschild weist uns den Weg Richtung Moritzberg. An Pferdekoppeln entlang folgen wir nun dem Grünstrich. Mit dieser Markierung biegen wir bald nach links auf einen steil ansteigenden Schotterweg. Bald wird dieser zu einer unebenen Fuhre. Eine teilweise unmarkierte Variante auf den Gipfel führt noch etwas weiter am Hang entlang über Felder und Wiesen Richtung Diepersdorf. Dann winden sich Forstwege und Pfade wie in einem Schneckenhaus zum Gipfel.

Schweißtreibend ist der kurze aber knackige Anstieg in jedem Fall. Auf dem Plateau wartet aber schon eine Erfrischung. Die Moritzberghütte hat nach Betriebsferien ab 10. September wieder geöffnet. Je nach Wetter lockt ein Biergarten oder eine urige Wirtschaft, die einst die Behausung eines Einsiedlers war.

Gegenüber der Wirtschaft steht die im Jahre 1419 geweihte Mauritius-Kapelle. Der Nürnberger Patrizier Herdegen Valzner ließ das Kirchlein errichten. Heute ist es ebenfalls im Besitz der Familie von Fürer. Einige Meter entfernt steht der Hindenburgtum, der anstatt der von König Ludwig I. geplanten Walhalla Anfang des 20. Jahrhunderts vom Verschönerungsverein Moritzberg errichtet wurde. Er kann nur nach Voranmeldung besichtigt werden.

Nach der Gipfelrast nehmen wir die Teerstraße in Richtung Weihersberg und Unterhaidelbach. Bei der rasanten Abfahrt haben wir einen schönen Blick auf die Hügel des Nürnberger Landes. In Unterhaidelbach halten wir uns rechts, überqueren die Verbindungsstraße Altdorf-Leinburg und radeln geradeaus in die Flurstraße. Mit Blick auf Leinburg und den dahinter liegenden Moritzberg fahren wir durch Wald und über Felder bis zu einer Holzlege. Wer noch eine Rast einlegen oder ein Leinburger Bier kosten möchte, fährt hier rechts in den Ortskern. Rund um die Brauerei Bub warten mehrere Gaststätten.

Für die Rückfahrt nehmen wir die Straße Richtung Brunn. Kurz vor Fuchsmühle biegen wir in einer scharfen Kurve rechts in den Wald mit Radweg Nummer 19 ein. Die Markierung Grünpunkt lassen wir bald rechts liegen – sie führt zurück zum Moritzberg. An einer Sandgrube halten wir uns links, überqueren den Röthenbach und fahren geradeaus Richtung Birkensee.

Kurz vor dem Baggersee führt links ein steiler Weg zu einer Autobahnunterführung hinauf. Wir folgen diesem Anstieg, der bald flacher wird. Nach einigen hundert Metern ist der Weg nach Schwaig ausgeschildert. Wir überqueren die Autobahn und halten uns rechts. Nach wenigen Minuten erreichen wir Schwaig und über den Pegnitztal-Radweg wieder die Innenstadt.

  

Clara Grau


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