18°C

Dienstag, 30.09. - 19:56 Uhr

|

zum Thema

Der Marktflecken ist älter als Nürnberg

Wandern bei Roßtal - 19.08.2011 15:29 Uhr

An dem Bahnhof Roßtal-Wegbrücke oder auf dem P+R-Parkplatz gleich daneben angekommen, gehen wir rechts hoch zur Brücke, die über die Bahnlinie Nürnberg – Stuttgart führt, und biegen am „Holzgraben“ rechts ab. Bereits ab hier werden wir von der Markierung „Gekreuzte blaue Balken auf weißem Grund“ Richtung Trettendorf geleitet.

Wir halten uns immer rechts an der Friedhofsmauer entlang. An einer alten Kastanie und dann wieder an einer Straßenlaterne ist die nächste Markierung angebracht. Der Buchschwabacher Straße folgen wir bis zum Ende der Bebauung und biegen dann rechts in einen Feldweg ein. Links davon steht das Hinweisschild „Trettendorf 2 km / Markt Roßtal“. Diesem Feldweg folgen wir bis zu einer Hütte, an der Holz gestapelt ist, um dann nach links Richtung Wald (Matzenberg) abzubiegen. Hier erwarten uns – bei Sonne – angenehmer Schatten und ein Waldweg, der mit Moos und Fichtennadeln übersät ist. An beiden Seiten des Weges wuchern Himbeeren, Brombeeren und Heidelbeeren. Nach ein paar hundert Metern kreuzen wir die erste Querstraße (Roßtaler Rundweg 1) wandern immer geradeaus weiter, der blauen Markierung folgend, bis sich der Wald öffnet und die ersten Häuser von Trettendorf und die Hochspannungsleitung zu sehen ist, die von Clarsbach nach Katzwang führt. Vor der Hochspannungsleitung streben wir links auf Trettendorf zu, wobei wir an einer Pferdekoppel vorbeikommen. Hier halten wir uns am rechten Ortsrand von Trettendorf Richtung Buchschwabach. Neben Pferden begegnen uns auf diesem Weg auch Schafe und Lamas. Zwischen der Schaf- und der Lamaweide biegen wir zuerst ein paar Meter nach rechts ab, um gleich wieder links dem Schild „Drei-Gründles-Weg“ zu folgen, das uns noch einige Zeit begleitet.

Wie die meisten Kirchen in Franken blickt auch die Pfarrkirche Sankt Laurentius in Roßtal auf eine wechselvolle Geschichte zurück und zeugt daher deutliche Spuren verschiedener Stil-Epochen. Im Jahr 954 wurde sie erstmals urkundlich erwähnt, etwa 1020 um eine romanische Krypta erweitert, 1388 im Städtekrieg schwer beschädigt, wieder repariert, 1627 und 1769 durch Blitzeinschläge teilweise abgebrannt, aber immer wieder aufgebaut.

Wie die meisten Kirchen in Franken blickt auch die Pfarrkirche Sankt Laurentius in Roßtal auf eine wechselvolle Geschichte zurück und zeugt daher deutliche Spuren verschiedener Stil-Epochen. Im Jahr 954 wurde sie erstmals urkundlich erwähnt, etwa 1020 um eine romanische Krypta erweitert, 1388 im Städtekrieg schwer beschädigt, wieder repariert, 1627 und 1769 durch Blitzeinschläge teilweise abgebrannt, aber immer wieder aufgebaut. © Sylvia Fehlinger


Gleich an dieser Ecke laden uns eine Bank und ein von bunten Blumenrabatten umgebenes Kreuz zum Verweilen ein. Nach einer kontemplativen Pause treffen wir am Rand des wunderbar schattigen Schwallbachtales auf eine Holztafel mit dem aufmunternden Spruch:

Bleibst du an der Ofenbank

wirst du mürrisch welk und krank

gehst du zur Natur hinaus

kommst du frisch und froh nach Haus

Entsprechend beflügelt erreichen wir nach relativ kurzer Zeit Buchschwabach, das wir – leider entlang der viel befahrenen B14 – durchqueren müssen, um dann bei dem mit üppigem Blumenschmuck dekorierten Dorfbrunnen nach links in den Mühlbachweg Richtung Defersdorf einzubiegen. Von hier aus ist ein kurzer Abstecher zu der aus dem frühen 14. Jahrhundert stammenden Kirche St. Maria-Magdalena von Buchschwabach zu empfehlen, die hoch über dem Ort thront.

Jetzt folgen wir immer dem mit den blauen Balken auf weißem Grund gut markierten Mühlbachweg. Wir lassen die Ortsverbindungsstraße Richtung Defersdorf links liegen, wir lassen uns auch von der nach rechts führenden grünen-Punkt-Markierung Richtung Rohr nicht irritieren, um dann nach etwa einem Kilometer die Buchschwabacher Mühle zu erreichen. Diese befindet sich seit dem 18. Jahrhundert im Besitz ein- und derselben Familie. Sie wird heute als Galerie genutzt. Außerdem werden schottische Hochlandrinder gezüchtet.

Nach etwa einem Kilometer treffen wir auf die Ortsverbindungsstraße von Rohr nach Defersdorf, biegen nach links hinauf ab und erreichen nach etwa 500 Metern diesen Weiler, den wir geradeaus durchwandern. Am Ende desselben überqueren wir die Straße nach Roßtal, folgen wiederum dem Wegweiser „Drei-Gründles-Weg“, unterqueren die Hochspannungsleitung von Trettendorf nach Regelsbach, kreuzen die B14 in Richtung Oedenreuth, biegen aber nach 50 Metern gleich scharf links ab und nach weiteren 100 Metern – vorbei an einem Hochsitz – rechts auf den Wald zu Richtung Wimpashof.

Das schottische Auch das schottische Hochlandkalb fühlt sich in Franken wohl und zu Hause.

Das schottische Auch das schottische Hochlandkalb fühlt sich in Franken wohl und zu Hause.


Nach etwa 800 Metern biegt der von Blättern und Nadeln übersäte Waldweg an zwei großen Buchen scharf rechts ab und mündet nach etwa 500 Metern in dem Sträßchen von Oedenreuth nach Wimpashof. Auch hier erfreut uns wieder ein weiser Spruch am Waldesrand:

Denk immer daran:

Die Natur braucht uns nicht,

aber wir brauchen die Natur!

Darum schütze sie!

Wimpashof lassen wir links liegen und laufen geradeaus über die Straße von Trettendorf nach Roßtal, bleiben dabei auf dem „Roßtaler Rundweg 1 / Radweg nach Clarsbach“ und treffen nach weiteren 500 Metern wieder auf den Wanderweg, den wir schon von Roßtal nach Trettendorf benutzt haben. Womit sich sozusagen der Kreis einer Rundwanderung schließt. Jetzt geht es nach rechts, am Waldrand wieder nach rechts, aber an der Buchschwabacher Straße nach links – und schon sind wir wieder am Bahnhof Roßtal-Wegbrücke, von dem aus jede halbe Stunde ein Zug nach Fürth oder Nürnberg fährt oder unser Auto auf uns wartet.

Aber wir fahren noch nicht nach Hause, denn: Der krönende Abschluss dieses Ausflugs nach Roßtal sollte jetzt eine Stadtbesichtigung sein: Dieser Markt besitzt nicht nur eines der schönsten Ortsbilder des Rangaus, nicht nur zwei der ältesten Bauwerke in der Region, nämlich die Krypta der

Laurentiuskirche aus dem frühen 11. Jahrhundert und das alemannische Pfarrhaus aus dem frühen 14. Jahrhundert im Fachwerkstil, sondern hatte, wie die Chronik besagt, auch eine reichsgeschichtliche Bedeutung: Roßtal wurde schon lange vor Nürnberg urkundlich als „urbs horsadal“, also als Stadtburg, im Jahre 954 erwähnt.

Zudem kann man in dem „Museumshof“ neben der Laurentiuskirche eine heimatkundliche Sammlung aus Großmutters Haushalt sowie fränkische Bänderhauben, das Skelett einer Geköpften vom Halsgericht in Roßtal und ein Kinderskelett bestaunen. Darüber hinaus lohnt sich ein Spaziergang auf dem „Archäologischen Rundweg“ rund um die Laurentiusirche, an dem mit acht Schautafeln die Entwicklung der frühen „urbs horsadal“ ausführlich erklärt wird.

Markt Roßtal 90574 Roßtal, Marktplatz 1, Tel. 09127/90100,

www.rosstal.de

Museumshof Roßtal: Jeden ersten Sonntag im Monat von 14 - 17 Uhr geöffnet

Orts- und Kirchenführer: www.rosstal.de/allgemeines/fremdenf.htm

Einkehr in Roßtal:

Kapellenhof“, Fürther Straße 10, Tel. 09127/57514, Freitag Ruhetag

Weißes Lamm“, Marktplatz 6, Tel. 09127/57585, kein Ruhetag

Einkehr in Buchschwabach:

Rotes Ross“, Buchschwabacher Hauptstraße 2, Tel. 09127/57425, Ruhetage Montag und Dienstag

Einkehr in Oedenreuth:

Kressenhof“, Am Dorfplatz 3, Tel. 09127/8882, kein Ruhetag

Einkehr in Defersdorf:

Pizzeria Scheurlschloss, Ortsstraße 5, Tel. 09127/904591, kein Ruhetag

Mehr Informationen in unserer Rubrik Essen und Trinken! 

Sylvia Fehlinger

Mail an die Redaktion

Seite drucken

Seite versenden



Um selbst einen Kommentar abgeben zu können, müssen Sie sich einloggen oder sich zuvor registrieren

Ihr Kommentar

Name:

Ihr Kommentar:

Bitte beachten Sie unsere Netiquette.