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Flugzeuge, Rösser und seltsame Gedenksteine

Radtour durch das Knoblauchsland - 13.06.2008

Die Farben des Knoblauchslandes, festgehalten zwischen der Bucher Straße und dem Flughafengelände: In langen Streifen ziehen sich die verschiedenen zum Teil auf Folie angebauten Salatsorten durch die Landschaft.

Die Farben des Knoblauchslandes, festgehalten zwischen der Bucher Straße und dem Flughafengelände: In langen Streifen ziehen sich die verschiedenen zum Teil auf Folie angebauten Salatsorten durch die Landschaft. © Helldörfer


Von der Nordstadt aus warten das grüne Knoblauchsland, der betriebsame Flughafen mit nagelneuen Attraktionen, weithin unbekannte Gedenksteine und bäuerliche Romantik auf dieser Tour, die knapp 15 Kilometer lang ist. Los geht sie im Schatten der Burg, genauer gesagt am Vestnertorgraben beim Hexenhäusle.

Über einen kleinen Verbindungsweg steuern wir die Pilotystraße an, auf der wir einen guten Kilometer lang auch bleiben. Orientierung geben uns Fahrrad-Wegweiser, auf denen Erlangen und Almoshof ausgeschildert sind. Diese Verbindung ist der verkehrsreichen Bucher Straße bei weitem vorzuziehen.

Als nächste Straße nehmen wir den Kleinreuther Weg in nördlicher Richtung unter die Reifen, um dann nach insgesamt zwei Kilometern rechts in die Mittelstraße abzubiegen. Danach geht es halblinks in die Neusorgstraße. Hier besteht die Möglichkeit zu einem kulinarischen Abstecher zu der Sportgaststätte der FC Bayern Kickers.

Nach dem Ende der Neusorgstraße geht es ab in die Felder: Wir fahren geradeaus und dann rechts, dann entlang an der Kleingartenanlage am Marienbergpark in Richtung Flughafenstraße.

Kurz vor dem Überqueren der Marienbergstraße erblicken wir rechts ein kreisförmiges Kunstwerk aus braunem Metall. Es handelt sich um den Nachfolger des «bösen Fingers«, einer luftgefüllten Skulptur, bei der unbekannte Bösewichter immer wieder Löcher hineinbohrten.

Wir radeln entlang der Flughafenstraßen auf den Nürnberger Airport zu, biegen kurz vorher links auf einen Feldweg ab, der dem Bucher Landgraben folgt. Hier hat sich einiges getan: Das bereits angelegte Feucht-Biotop wurde aufwändig als Park umgestaltet. Rund um das Bachbett des Bucher Landgrabens herum wurde eine Mini-Flusslandschaft angelegt, der im Moment allerdings noch etwas Grün fehlt. In der Höhe des Towers wartet sogar ein frisch aufgeschütteter Beobachtungs-Hügel auf die auch «Spotter« genannten Leute, die für ihr Leben gerne Flugzeuge beobachten.

Vor dieser künstlichen Erhebung schwenken wir rechts auf die Irrhainstraße, die uns unter der Bucher Straße hindurch in den gleichnamigen Stadtteil bringt.

Wir nehmen den Radweg entlang der Bucher Straße bis zum Kirchweihplatz, auf dem im August immer der Pferdetag stattfindet. Auf den Wiesen rund um Buch sind die Rösser aber auch ganzjährig zu bewundern.

Vom Festplatz aus geht es halbrechts auf den Sölch-Weg, entlang an den Feldern mit Salat, Lauch, Kartoffeln und Getreide. Zeitweilig waren hier auch schon Artischocken zu bewundern.

Gedenkstein für die Wasserversorgung

Bei neun Kilometern Strecke geht es im rechten Winkel links ab in Richtung Braunsbacher Straße. Das Ziel ist einer der neuen und kreisrunden Wasserspeicher aus Beton, die nicht gerade zur Schönheit der Landschaft beitragen. Hier, direkt an der Braunsbacher Straße, steht eine Parkbank und daneben ein geheimnisvoller Gedenkstein, der bei näheren Hinsehen an das Projekt «Wasserbeileitung Knoblauchsland« erinnert.

Auf dem Steinbrocken, der über einem runden Gitterrost thront, findet sich auch ein bemerkenswertes Gedicht, in dem ein Brunnen über sein Dasein sinniert. Nach Überquerung der Braunsbacher Straße steuern wir südlich auf den Breitenäckerweg zu, der uns bis nach Höfles bringt. Hier gibt es schöne bäuerliche Bauwerke und Hof-Idyllen zu bewundern, außerdem bietet sich das «Alte Schloss« als lauschige Einkehrmöglichkeit an.

Wir durchqueren Höfles in Richtung Westen und biegen dann direkt am Ortsende links auf den Mühlweg in Richtung Schniegling ab. Hier bietet sich immer wieder ein schöner Blick auf Poppenreuth und seine altehrwürdige Kirche.

Wenn der Mühlweg auf die Marktäckerstraße trifft, biegen wir rechts ab, dann nach 500 Metern wieder links in Richtung Fürth.

Der Kreuzsteinweg (hier besteht noch eine letzte Einkehrmöglichkeit bei der Sportgaststätte des SV Poppenreuth) führt uns dann über die Brettergartenstraße hinweg zum Ziel unserer Feierabend-Runde in der Herderstraße/Ecke Schnieglinger Straße, wo auch der Firmensitz von Dr. Soldan liegt, der durch seine heilsamen «Em-Eukal«-Bonbons quasi in aller Munde ist.

Die Rückkehr nach Nürnberg empfiehlt sich dann über den Pegnitztal-Radweg, den wir am besten über die Schnieglinger Straße erreichen. Wem dagegen der Sinn danach steht, den Fürther Stadtpark und das dortige, sehr idyllische Stadtparkrestaurant zu besuchen, der sollte rechts am Frankenschnellweg entlang bis zu der naheliegenden Fußgänger/Radfahrer-Brücke fahren. Dann geht es steil hinunter zu einer kleinen Heilquellenanlage und von dort aus auf den Fürther Abschnitt des Pegnitztalradweges.
  

Clemens Helldörfer

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