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Süffiges Bier und sprudelndes Quellwasser

Radtour vom Nürnberger Flughafen bis nach Weißenohe - 10.08.09

Nürnberg  - In der Reihe von Radtouren, bei denen es mit dem Fahrrad hin und mit dem Zug nach Hause geht, brechen wir diesmal in Richtung Fränkische Schweiz auf. Ziel ist der Ort Weißenohe, vor allem bekannt durch die dort ansässige Klosterbrauerei, die gleichzeitig den Einstieg in den neuerdings extrem populären "Fünf-Seidlas-Steig" bildet.


Ein kleiner Weiher bei Etlaswind lädt zu einer Verschnaufpause am Ufer ein. Die dabei gewonnenen Kräfte kann man gut gebrauchen, denn in Richtung Weißenohe wird es nun zunehmend hügelig.
Ein kleiner Weiher bei Etlaswind lädt zu einer Verschnaufpause am Ufer ein. Die dabei gewonnenen Kräfte kann man gut gebrauchen, denn in Richtung Weißenohe wird es nun zunehmend hügelig.
Foto: Helldörfer

Zurück geht es dann mit der schmucken Gräfenberg-Bahn. Die Route verläuft fast ausschließlich über kleine Landstraßen und ist auch für Rennräder geeignet. Allerdings sollten die "Pedaleure" mit ihrem sportlichen Untersatz zu Beginn nicht über die Wanderwege des Reichswalds, sondern über die Verbindungsstraße von Neunhof nach Kalchreuth fahren.

Die gut 45 Kilometer lange Tour startet im Schatten röhrender Turbinen, genauer gesagt am Nürnberger Flughafen. Dorthin gelangt man mit der U-Bahn oder mit dem Rad. Dann nehmen wir die Flughafenstraße in westlicher Richtung unter die Räder, folgen anschließend der Irrhainstraße und fahren immer im Uhrzeigersinn am Flughafenzaun entlang. Acker-Gerüche vermischen sich hier mit einer zarten Kerosin-Note. Durch Heidekraut-Anbauflächen geht es nach Kraftshof, das in diesem Bereich vor allem durch gläserne Gewächshäuser bestimmt wird. Nun schwenken wir nach rechts in Richtung des Golfplatzes im Reichswald. Die Straße dorthin ist Teil einer ehemaligen Ortsverbindung nach Buchenbühl, die nach jahrelangem Streit um Zuständigkeiten (und vor allem Instandhaltungskosten) schließlich aufgelassen wurde. Aus diesem Grund darf der motorisierte Verkehr nur bis zum Golfplatz-Parkplatz fahren. Wir dringen weiter in den Wald vor, überqueren die Autobahn und halten uns an die hölzernen Wegweiser nach Kalchreuth. Diese führen uns über die Wolfsfelder Wiese zur Straße, die den Wald von Neunhof kommend durchschneidet.

Ihr folgen wir auf dem eigens angelegten Radweg, der hier ordentlich ansteigt. Nach dieser ersten Bergwertung hat man sich in Kalchreuth durchaus ein Kaltgetränk verdient, etwa im an der Strecke gelegenen Gasthof "Drei Linden". In der Ortsmitte von Kalchreuth geht es links in Richtung Röckenhof. Dabei gehen unsere mühsam erstrampelten Höhenmeter gleich wieder flöten, immerhin mit der Entschädigung in Form einer rasanten Abfahrt. Locker sitzende Mützen sollten vorher unbedingt fixiert werden, der beste Radler-Kopfschmuck ist aber ohnehin ein guter Helm.

Über Unterschöllenbach fahren wir nach Kleinsendelbach, dann nach Schellenberg, Neubau und Etlaswind. Langsam baut sich vor uns die Frankenalb auf. Über Ober- und Unterlindelbach erreichen wir Igensdorf, wo die Sankt-Georgs-Kirche einen schönen Blickfang bietet. 1524 bis 1806 unterstand die Pfarrei dem Landalmosenamt Nürnberg. Wir haben uns mittlerweile wieder einem Fernradweg angeschlossen, nämlich dem von Erlangen ins Pegnitztal. Er führt uns weiter in Richtung Weißenohe, links von den Gleisen der Gräfenberg-Bahn, denen wir bis zum Bahnhof Weißenohe folgen.

Fremdkörper im Fleisch des Nürnberger Territoriums


Der Ort verfügt gerade aus Nürnberger Sicht über eine hochinteressante Geschichte: Jahrhundertelang gehörten Kloster und Gemeinde zur "Oberen Pfalz", obwohl sie mehr oder weniger vom Gebiet der Freien Reichsstadt Nürnberg umschlossen waren. In der Noris versuchte man sich deswegen natürlich alle möglichen Ansprüche einfallen zu lassen, um sich diesem störenden Fremdkörper doch einmal einverleiben zu können. Der Bau der heutigen Klosterkirche, die erst vor Kurzem umfassend renoviert wurde, dauerte von 1692 bis 1707.

Von dem ehemaligen Benediktinerkloster aus, das mittlerweile auch Kunstausstellungen beherbergt, stehen uns mehrere Optionen offen: Eine Einkehr im Kloster-Bräustüberl oder eine kleine Zusatz-Tour von wenigen Kilometern, die bis zur vier Kilometer entfernen Lillachquelle führt. Hier steht nicht das süffige Klosterbier, dafür aber sprudelndes Wasser im Vordergrund: Zu sehen ist das seltene Naturschauspiel eines Bachlaufs mit natürlichen Sinterterrassen.

Zurück nach Nürnberg bringt uns die Gräfenberg-Bahn ab Weißenohe, die bis zum Nordostbahnhof fährt. Es empfiehlt sich auf jeden Fall, nicht gerade zu absoluten Stoßzeiten zu fahren, denn die kleinen Bahnen haben nicht übermäßig viel Platz für Radler.

Karten-Empfehlung: ADFC-Regionalkarte Nürnberg-Mittelfranken, Bielefelder Verlag. Die Tour steht mit vielen Zusatzinformationen auch im Franken-Wiki inklusive einer interaktiven Tourenkarte. 





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