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Fünf Fragen an... Andy Conrad, Musiker

Der 49-Jährige macht, was er will - und das ist ganz schön viel - 12.08.2012 22:33 Uhr

"Mein Vater hat erst in einer Beatband gespielt, später in einer Tanzkapelle. Es war normal, dass bei uns in der Wohnung überall Gitarren rumstanden und ich schon als kleines Kind mit zu den Proben genommen wurde", erzählt Andy Conrad, der als freiberuflicher Grafik- und Web-Designer in der oberfränkischen Stadt Pegnitz arbeitet. Sein Berufswunsch stand früh fest: "Ich habe schon in der vierten Klasse sehr gut gezeichnet. So gut, dass ich immer schlechte Noten bekam, weil die Lehrer dachten, das hätte meine Mutter gemacht."

Andy Conrad spielte bei Bomb Texas und The Legendary Showdowns. Aktuell ist er mit The GoHoHobos zu Gange.

Andy Conrad spielte bei Bomb Texas und The Legendary Showdowns. Aktuell ist er mit The GoHoHobos zu Gange. © Kerstin Wolters


"Design ist Beruf, Musik ist Spaß", meint Andy. Spaß hat er viel: Der 49-Jährige spielte bei Bomb Texas und The Legendary Shotdowns und hat sich aktuell der fünfköpfigen Country-Blues-Shanty-Combo The GoHoHobos verschrieben. "Es weiß keiner, wo das Projekt hinführen soll, aber alle sind voll dabei." Live zu hören und zu sehen sind The GoHoHobos übrigens am 8. September beim Badesaison Kultifest in der Fürther Badstraße.

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Fünf Fragen an... Andy Conrad, Musiker

Andy Conrad ist nicht nur Musiker, Filmemacher, Fotograf, Illustrator, Grafik- sowie Web-Designer, sondern auch Landbier-Quartett-Erfinder und Festivalgründer. Genug Gründe, dem 49-Jährigen aus Pegnitz fünf Fragen zu stellen.


Mit 17 zieht Andy als gebürtiger Nürnberger mit seinen Eltern nach Pegnitz - und wollte eigentlich immer nur weg. Daraus ist nichts geworden. Irgendwann kam dann auch die Gründung des Umsonst & Draußen-Festivals Waldstock dazwischen, zunächst nur eine Kneipenidee. "Wir haben gleich selbst drei Bands gegründet, die dort spielen können, weitere eingeladen und das Festival in drei Wochen aus dem Boden gestampft." Das erste war okay, das zweite ein finanzielles Desaster. Es musste ein weiteres Waldstock Open Air her, um den Verlust auszugleichen. Erst 2010 steigt Andy endgültig aus.

Rechnungen schreiben, Reden halten, Akquise betreiben, Vernissagen organisieren - so etwas ist ihm lästig. "Ich mache, was ich will, und zwar aus einem inneren Druck heraus." Einen Song schreibt man für sich, meint Andy, nicht, um ihn zu verkaufen. Deshalb mag er keine Bands, die bei ihren Auftritten ihre CDs anpreisen. "Ich frage mich dann: Wollen die Spaß haben oder wollen die nur Geld verdienen?"

So war es auch mit dem Landbier-Quartett Fränkische Schweiz, bei dem die geringere Entfernung zum Frankenstadion, der niedrigere Bierausstoß, die höhere Anzahl an Stammgastbierkrügen oder die längere Bratwurst Trumpf sind: "Ich wollte es einfach in der Hand halten!" Fünf Jahre sind von der fixen Idee, die aus einer Bierlaune heraus entstand, bis zur Realisation ins Land gegangen. Mittlerweile ist das Quartett mit 32 Spielkarten zu 32 Brauereigaststätten in fünfter Auflage erschienen, 14.000 Stück wurden verkauft.


Andy Conrads großzügige Wohnung in der Pegnitzer Haupstraße ist auch Büro und Atelier, ein Zimmer für die Musikinstrumente reserviert. Auftraggeber des Designers sind kulturelle Einrichtungen, Computerfirmen, gastronomische Betriebe. Oft arbeitet Andy zehn bis zwölf Stunden am Tag, manchmal sind es auch nur zwei. Je nachdem. Die Selbstständikeit hat natürlich ihren Preis. Urlaube sind selten drin. Was geht, richtet sich nach Zeit, Geld, Auftragslage. Aber jede Menge Spaß hat Andy trotzdem.  

Kerstin Wolters

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