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Fünf Fragen an... Jean-Francois Drozak, Kulturdesigner aus Gostenhof

Wir haben den kreativen Kopf einen Tag lang begleitet - 20.10.2012 14:45 Uhr

Jean-Francois Drozak ist Diplom-Sozialpädagoge, Theaterpädagoge und freier Künstler.

Jean-Francois Drozak ist Diplom-Sozialpädagoge, Theaterpädagoge und freier Künstler. © Benjamin Jungert


Zur ersten Schulstunde muss alles stehen: Seit dem frühen Morgen ist Jean auf den Beinen und hat die Bühne für das Aktionstheater an der Realschule in Roth aufgebaut. In nur zwei Tagen haben die Schüler ein Stück zum Thema Alkoholmissbrauch einstudiert. Der Brasilianer Jean moderiert die einzelnen Szenen an und diskutiert mit den jungen Darstellern über das Thema "Flatrate-Trinken".

Viele Nürnberger kennen Jean als Gründer der Nordkurve in Gostenhof, einem kreativen Ort für Ausstellungen und Konzerte. Aber er ist auch Theaterpädagoge: "Mit 38 bin ich im perfekten Alter für diese Arbeit", meint Jean. "Ich bin nicht zu jung und damit zu nah an ihnen dran und auch keine 45 und zu weit weg von ihrer Welt entfernt." Zum Theater gekommen ist er vor 15 Jahren. "Ich wollte mein Studium unbedingt mit dem Handwerk verbinden." Mittlerweile ist seine Theaterkompetenz sehr gefragt, seine Erfahrungen gibt er auf internationalen Seminaren weiter.

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Fünf Fragen an... Jean-Francois Drozak, Kulturdesigner aus Gostenhof

Das Thema Zeit ist für Jean-Francois Drozak vom Projektbüro Nordkurve in Gostenhof allgegenwärtig. Angefangen von einer Theateraufführung in einer Schule über Seminare "Auf AEG" bis zu einer Ausstellung wollen alle seine Termine gut geplant sein. Was macht er genau, und wie bekommt er die vielen Baustellen unter einen Hut? Zeit für klärende "Fünf Fragen an...".




Die Theateraufführung ist nur die erste Station für Jean an diesem Tag: Das Bühnenequipment muss schnell wieder eingeladen werden, danach hält er "Auf AEG" einen Vortrag, bei dem er passenderweise Tipps zum Zeitmanagement gibt. Im Anschluss fährt er abends in sein Projektbüro Nordkurve in Gostenhof, wo an diesem Abend eine Ausstellung zu sehen ist. Auch sie setzt sich mit dem Thema Zeit auseinander.

Jean ist mittlerweile fester Bestandteil der Nürnberger Kulturszene. Vor 18 Jahren zog er nach dem Abi in die Frankenmetropole. "Mein Münchner Lehrer gab mir damals den Rat, nach Nürnberg zu ziehen. Er meinte, die Rahmenbedingungen sind günstig und es ist sehr viel los." Er sollte Recht behalten, denn Jean weiß, was Nürnberg zu bieten hat: "Hier findet sehr viel auf soziokultureller Ebene statt. Hoch- und Basiskultur treffen aufeinander. Sollen nur alle nach Berlin, die meisten kommen eh wieder zurück." Auch das fränkische Publikum schätzt der Kulturschaffende: "Die Leute sind sehr anspruchsvoll und achten darauf, dass die Szene nicht zu kommerziell wird." Für die kulturelle Zukunft Nürnbergs sagt Jean voraus, dass noch mehr Privatpersonen Läden eröffnen und die Stadt bereichern werden. 

Die Nordkurve in der Rothenburger Straße 51a in Gostenhof hat der Brasilianer vor drei Jahren ins Leben gerufen. Dort finden regelmäßig Ausstellungen, Konzerte und der Barfreitag statt. Wer möchte, kann sich an Jean wenden und das Programm mitgestalten. So ist jeder Abend anders: Jean gibt auch mal den Koch, der Crêpes serviert, während der DJ pulsierende Klänge auflegt und die Kunst in der Nordkurve zur Diskussion anregt.

Man kann sich eigentlich nur darauf freuen, mit welchen Ideen Jean nach seiner Auszeit wieder zurückkehren wird. Die Nordkurve, so will es der freie Künstler , soll auf jeden Fall ein Raum für Spontaneität bleiben. 

Benjamin Jungert

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