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Nürnberger Musentempel mit großer Anziehungskraft

Das Germanische Nationalmuseum zeigt 20000 Exponate auf 20000 Quadratmetern - 28.01.2013 11:38 Uhr

Nürnberg  - Für die meisten Touristen gehört der Besuch des Germanischen National­museums zum Pflichtprogramm in Nürnberg. Sie haben das größte kultur­geschichtliche Museum des deut­schen Sprachraums vor der Haustür — wann waren Sie zuletzt dort?


Roderick Sietsema und Marina Pozhidaeva besprechen Kunst in der Renaissance- und Barockausstellung
Roderick Sietsema und Marina Pozhidaeva besprechen Kunst in der Renaissance- und Barockausstellung
Foto: Stefan Hippel
Roderick Sietsema und Marina Pozhidaeva besprechen Kunst in der Renaissance- und Barockausstellung
Roderick Sietsema und Marina Pozhidaeva besprechen Kunst in der Renaissance- und Barockausstellung
Foto: Stefan Hippel

Grau in Grau präsentierte sich ges­tern der Himmel. Genau das richtige Wetter, um ins Germanische National­museum (GMN) zu gehen — und sich von Kunst und Geschichte einfangen zu lassen. Insgesamt 1,3 Millionen Ob­jekte von unschätzbarem Wert besitzt das Museum — von 30000 vor Christus bis heute. Im Moment sind davon rund 20000 Exponate auf 20000 Qua­dratmetern ausgestellt.

Originale Kleidungsstücke aus drei Jahrhunderten, der erste Globus, fas­zinierende Goldschmiedearbeiten aus dem Mittelalter, Skulpturen von Veit Stoß und Adam Kraft, Handwerks­und Zunftaltertümer, eine Waffen­sammlung und historische Puppen­häuser aus dem 17. Jahrhundert: Ein­mal quer durch die Geschichte ging es gestern für die Marina Pozhidaeva (22, aus Russland) und Roderick Siet­sema (22, aus Holland). Die beiden stu­dieren Internationale Beziehungen in Regensburg und sind für einen Kurz­trip nach Nürnberg gekommen.

Dabei ist das GMN an einem Tag nicht zu schaffen: „Wenn man sich je­de Sammlung in aller Ruhe anschaut, ist man zwei Wochen gut beschäf­tigt“, erklärt Museumssprecherin Son­ja Mißfeldt. Das wissen auch Ursula und Udo Lauks: Die beiden 61-Jähri­gen hatten sich den „Alleskönner“ vor­genommen, die Sonderausstellung zu Henry van de Velde. Der Belgier gilt als einer der vielseitigsten Künstler des Jugendstils. „Seit der Dürer-Aus­stellung waren wir nicht mehr hier“, erzählt die Yoga-Lehrerin aus Burg­hausen, während sie den Schreibtisch des Architekten und Designers begut­achtet.

Doch das Museum sei auch ohne den Publikumsmagneten immer wieder einen Besuch wert. Deshalb sind Ralph Leonhard und seine Frau Sabine, die selbst gerne malt, Dauer­gäste in der Kartäusergasse1: „Wir kommen zwei- bis dreimal im Monat“, erzählt das Paar aus Herzo­genaurach. Gestern liefen sie bei einer der vier gut besuchten Führungen mit, lauschten den Ausführungen von Anna Paulik über „Büste, Bildnis und Portrait — Köpfe in den Sammlun­gen“. Dabei sind weite Wege durch die Gänge zu bewältigen: „Draußen ist es mir eh zu kalt zum Laufen, dann lauf ich halt hier drin zwei Stunden und lerne dabei was“, sagt ein Besu­cher aus Erlangen und hört schnell wieder der Führerin zu.

Eine Museumspremiere

Nicht ganz so groß ist die Begeiste­rung beim kleinen Elias: Der knapp Dreijährige hat mit Mama und Oma Museumspremiere. „Seit seiner Ge­burt war ich nicht mehr hier“, sagt Mutter Claudia Mählmann, die für den Fall, dass Junior gar zu quengelig wird, ihre Mutter aus München mitge­nommen hat. Denn die Graphikdesig­nerin will sich keinesfalls die Sonder­ausstellung mit den Pflanzenkompo­sitionen von Maria Sibylla Merian (1647-1717) entgehen lassen. Vorher führt der Weg die drei Generationen in die Renaissance — und als Claudia Mählmann ihrem Sohn die Skulptur „Maria im Wochenbett“ mit den Wor­ten „Schau mal, die Mama vom Christ­kind“, zeigt, ist der kleine Mann völlig hingerissen.

Wer nach viel Kultur seinem Kopf eine Pause gönnen und dafür den Gau­men verwöhnen will, kommt ins Café Arte (bei Kulturfans berühmt für den monatlich stattfindenden Sonntags­brunch mit Führungen). Christina Ackmann hat es sich gestern bei einem Cappuccino mit einem Buch ge­mütlich gemacht, Sohn Julian (6) tob­te sich in der Kindermalstunde mit Pinsel und Buntstift aus. Dort werden Nachwuchskünstler ab vier Jahren sonntagvormittags für zwei Euro krea­tiv angeleitet, während die Großen in Ruhe Kaffee oder Kunst genießen.  

Andrea Uhrig


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Germanisches Nationalmuseum - Eingangsbereich



Kurzbeschreibung:
Seinen Namen erhielt das Germanische Nationalmuseum (GNM) bereits bei seiner Gründung im 19. Jahrhundert: Mit "germanisch" sollte damals der deutschsprachige Kulturraum bezeichnet werden.
Heute findet man in dem vom Bund, dem Land Bayern und der Stadt Nürnberg finanzierten Museum eine Bibliothek und Sammlungen mit 1,3 Millionen Objekten.

Zur GNM-Ausstellung "Der frühe Dürer"


Öffnungszeiten:
Ausstellungen und Schausammlungen:
Di, Do - So 10 - 18 Uhr (Obergeschosse, Gartensaal bis 17 Uhr)
Mi 10 - 21 Uhr
Spielzeugsammlung:
Di, Do - So 11 - 18 Uhr
Mi 11 - 21 Uhr

Adresse:
Nürnberg, Kartäusergasse/ Straße der Menschenrechte