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Auf James Bonds Spuren durch London

Tour besucht Drehorte zwischen Tower Bridge und Regierungsviertel Whitehall - 25.10.2012 13:47 Uhr

Über den Dächern von London: Daniel Craig als Bond-Darsteller im neuesten Film „Skyfall“.

Über den Dächern von London: Daniel Craig als Bond-Darsteller im neuesten Film „Skyfall“. © 2012 Sony Pictures Releasing GmbH


Akin Mahmuts Lieblingsszene zeigt den ersten Bond am Spieltisch in seinem Debüt „James Bond jagt Dr. No“. Der Filmausschnitt läuft auf dem kleinen Monitor im Bus, während der Schauspieler, Stadtführer und 007-Experte uns zu den Originalschauplätzen der Filme in London führt, stets begleitet von einer seiner zahlreichen Anekdoten.

Die Welt ist nicht genug

Unser erster Stopp sind die Docklands im Osten Londons. In „Die Welt ist nicht genug“ (1999) sprengen Terroristen ein Loch in das Hauptquartier des britschen Auslandsgeheimdienstes MI6 an der Themse. Von dort nimmt der Geheimagent Ihrer Majestät (Pierce Brosnan) die Verfolgung der vermeintlichen Attentäterin auf. In Tüftler Q‘s neuester Entwicklung, einem bewaffneten Rennboot, prescht er auch durch einen schmalen Kanal am Tobacco Dock, einst Lagerhaus für importierten Tabak.

Inzwischen sind wir am College of Arms angekommen, dem für Heraldik in England und Wales zuständigen Amt. In dem Gebäude aus rotem Backstein findet George Lazenby – mit 30 Jahren der jüngste Bond – seinen eigenen Stammbaum und das Familienwappen: Drei byzantinische Goldmünzen auf schwarzen Sparren, darunter das Motto „Orbis non sufficit“ – „DieWelt ist nicht genug". Die Linie lässt sich im Film zurück verfolgen bis hin zu Otho le Bon 1387. „Und diesen Otto Bond“, versichert Akin, „gab es tatsächlich.“ Auch einen humorlosen Architekten namens Ernö Goldfinger, der seine Anwälte aufgrund der Namensgleichheit mit dem fiktiven Schurken mobilisiert habe, sich am Ende aber mit sechs Freiexemplaren des Ian Fleming-Romans habe begnügen müssen.

Martinis an der Hotelbar

Da sind wir schon besser dran, denn inzwischen werden in der Bar des Dukes Hotel am St. Jame's Place Martinis serviert. Ian Fleming, Autor der James Bond-Romane, soll den Lieblings-Cocktail des Doppelnullagenten hier zum allerersten Mal „geschüttelt, nicht gerührt" bestellt haben. Und dort, im Restaurant Thirty Six, gibt es auch ein sechsgängiges Bond-Menü, unter anderem mit Rührei und Kaviar, Moorhuhn und einem Martini, weder geschüttelt, noch gerührt: ein Martini-Sorbet mit Zitronenmarmelade und Olivenpuder.

Zurück im Bus geht es weiter zum MI6-Gebäude und wir zappen weiter hin und her zwischen Filmausschnitt und Originalschauplatz. Von der Tower Bridge eilt Bond Nummer fünf, Pierce Brosnan, in „Stirb an einem anderen Tag“ (2002) einige Treppenstufen hinunter, während Tauben hinter ihm hochflattern. Wir finden auch die unscheinbare Tür, hinter der er im Film verschwindet. Sie ist abgeschlossen. Doch dass sich dahinter wirklich ein Büro des Secret Service verbirgt, ist doch sehr unwahrscheinlich.

Lenin-Statue mitten in London

Nicht immer sind die Schauplätze in London sofort als die im Film erkennbar. Im Innenhof des Somerset House mit seinen vielen Springbrunnen tummeln sich an heißen Tagen Familien mit kleinen Kindern. Für eine Szene in „Goldeneye“ (1995), die im russischen St. Petersburg spielt, habe man dort eine Lenin-Statue aufgestellt, berichtet Akin Mahmut.

Ein zweites Beispiel: Im Pool des Four Seasons Hotels am Canary Wharf in London schwimmt Bond Nummer sechs, Daniel Craig, im neuen Abenteuer „Skyfall“ eine Runde. Doch dem Kino-Zuschauer wird die schöne Aussicht auf die Themse verwehrt bleiben. Die Produzenten haben die Glasfenster geschwärzt und die Themse durch die Skyline von Shanghai ersetzt, und schwupps wird London chinesisch.

„Wie in Agentenkreisen üblich“ witzelt Mahmut, habe es bisher nur wenig Informationen über „Skyfall“ gegeben, der am 1. November in die Kinos kommt. Manches sei aber durchgesickert. So soll der Zugang zum Smithfield Car Park, eine Tiefgarage nahe des traditionellen und Jahrhunderte alten Meat Market an der Long Lane, den Eingang des MI6 darstellen. Auch der Trafalgar Square, die National Gallery und das Regierungsviertel Whitehall – genauer das Dach des „Department of Energy and Climate Change“ – sollen Schauplatz des neuen 007-Spektakels sein.

Der Perfekte James Bond

Zum Schluss verrät der Stadtführer noch, wie Sean Connery an seine Rolle kam. Viele Schauspieler, darunter Cary Grant, hatte man für die Rolle des Geheimagenten in Betracht gezogen. „Dann kam Sean Connery ins Büro, unrasiert, in bequemen Hosen, mit Holzfällerhemd, breitem Edinburgher Akzent und den Bewegungen eines Panthers.“

Dana Broccoli, die Frau des Filmproduzenten Cubby Broccoli, sah sofort den perfekten James Bond-Darsteller. Ein Muskelprotz, ja, aber mit Sexappeal und „dem Zeug zu einem charismatischen Star“.

Regisseur Terence Young habe den 31-Jährigen daraufhin unter seine Fittiche genommen, ihm beigebracht, wie man DomPerignon ausspricht und zu seinem Schneider geschickt. „Wenn Sie“, sagte Young später, „die drei wichtigsten Bestandteile für den Erfolg von ‚Dr. No' wissen wollen: Sean Connery, Sean Connery, Sean Connery.“ Ein Weltstar war geboren, und der Grundstein für die längste Kinoserie der Filmgeschichte gelegt.

Weitere Informationen zur Tour unter www.visitbritain.com und unter www.britmovietours.com/bookings/spymovie-london-tour. Unter www.dukeshotel. com/foodanddrink-thirtysix.php gibt es mehr zu den James Bond Menüs im Restaurant Thirty Six und unter www.radissonbluedwardian.com/london-hotel-gb-wc2h-9hd/gbmountb/home gibt es Infos zu „From 7 Dials with Love“ im November im Radisson Edwardian Mercer Street. 

Von Claudia Linz

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