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Bunte Herbstreise entlang der Großen Seen

Die Zeit der warmen Farben: Von deutschfreundlichen Amerikanern und Zwickel-Bier - 13.09.2012 15:50 Uhr

Saint Paul  - Wasser, Wasser und nochmals Wasser bis zum Horizont. Das gibt es in Nordamerika nicht nur an den Küsten, sondern auch im Binnenland, an den fünf großen Seen: Oberer See, Huronsee, Michigansee, Eriesee und Ontariosee.

Die faszinierende Architektur der Metropole Chicago lässt sich per Flussfahrt eindrucksvoll erkunden.
Die faszinierende Architektur der Metropole Chicago lässt sich per Flussfahrt eindrucksvoll erkunden.
Foto: Heike Schmidt/dpa
Die faszinierende Architektur der Metropole Chicago lässt sich per Flussfahrt eindrucksvoll erkunden.
Die faszinierende Architektur der Metropole Chicago lässt sich per Flussfahrt eindrucksvoll erkunden.
Foto: Heike Schmidt/dpa

Mit einer Fläche von 245000 Quadratkilometern sind sie das größte Süßwasserreservoir der Erde. Der nördliche Teil dieser Binnen-Ozeane gehört zu Kanada, der südliche zu den USA – und wenn sich der Sommer dem Ende neigt, beginnt hier der Indian Summer.

„Go!“ Ein kurzes Kommando und die wilde Jagd beginnt. 700 Meter geht es den Berg hinunter, 90 Sekunden lang sausen wir in einer Gondel sitzend durch Blutrot, glühendes Orange, sattes Gelb – denn im Land der unbegrenzen Möglichkeiten wird selbst aus buntem Herbstlaub ein Event. Lip-Lining heißt das hier. Den Touristen gefällt’s: Wer hier im „Spirit Mountain“ dem Wald aufs Dach steigt, lässt die Beine baumeln, blickt aus seiner Gondel auf den Lake Superior und die Hafenstadt Duluth und bekommt nebenbei noch Reisetipps.

Minnesotas Beiname „Land der 10000 Seen“ ist keine Übertreibung, sagt Gene Shaw. Als PR-Director wirbt er für Duluth, eine Stadt, die aufgrund ihrer Hanglage ein bisschen an eine Hafenstadt in der Bretagne erinnert und selbst in der Stahlseil-Gondel wird er nicht müde, die Schönheit des Landes rund um die „Great Lakes“ zu rühmen.

„Mnisota – mit Himmel gefärbtes Wasser“, übersetzt er und schildert, dass es die Dakota-Indianer waren, die dem nördlichsten US-Bundesstaat Minnesota seinen Namen gaben. 11842 Seen, vom Tümpel bis zum größten, dem einem Meer gleichenden Oberen See (Lake Superior), werden hier offiziell gezählt. Hier entspringt auch der Mississippi. Touristen kommen zum Campen, es gibt Kanus zu mieten, es wird geangelt oder Mountainbike gefahren.

Zurück zum Lip-Lining. Wir fliegen am Stahlseil. Huiii, quietscht Gene Shaw. „Wir sind noch lange nicht an der Grenze der Möglichkeiten“, ruft er. Wird es nun noch ein bisschen schneller? Glücklicherweise nicht.

Seine Heimatstadt Duluth lässt Shaw schwärmen. Hier, am westlichen Ende des Lake Superior, im Grenzland zwischen Wisconsin und Minnesota, befindet sich einer der größten Binnenhäfen der Welt und von hier stammt einer der größten Musiker der Welt, vielleicht der Größte. Bob Dylan wurde 1941 hier geboren. Alljährlich erinnern die „Dylan Days“ an den Meister.

Fünf Meilen Glasgänge

Nun sind 90 Sekunden fast vorbei, die Touristen werden wieder nach oben gezogen – langsam, um die herbstlichen Wälder zu bestaunen. Shaw schwärmt weiter.

Auch Shoppingfreunde kommen in Minnesota voll auf ihre Kosten: Der 32. Bundesstaat der USA verlangt keine Mehrwertsteuer auf Kleidung und Schuhe und in Minneapolis wartet mit der „Mall of America“ (520 Geschäfte, 50 Restaurants, ein Kino und ein Freizeitpark) das größte Einkaufszentrum der USA.

Die Mall ist übrigens in nur fünf Minuten vom Flughafen aus zu erreichen – Grund genug, für einige Amerikaner, aber auch Europäer und Asiaten, in der Vorweihnachtszeit übers Wochenende nach Minneapolis zu jetten. Man mag dies dekadent finden, doch vor allem bestraft sich selbst, wer nur so wenig Zeit mitbringt: Minneapolis präsentiert sich am Westufer des Mississippi nämlich als moderne Metropole, und spannend ist allein das fünf Meilen lange Netz der Skywalks der Stadt – verglaste Übergange, die im ersten Stock Häuser verbinden und Fußgänger vor Regen und Schnee schützen.

Bierselig und deutschfreundlich

Wer Zeit hat, betrachtet Minneapolis ohnehin nur als eine Etappe einer Rundfahrt. Denn fünf US-Staaten – Illinois, Michigan, Minnesota, Ohio und Wisconsin – säumen die Ufer der Großen Seen, die Metropole schlechthin ist Chicago. Ihre Mythos verdankt die Stadt ihrer, gar nicht so ruhmreichen Vergangenheit: Wer auf den Al Capones Spuren wandeln will, und Storys über Gangster, Gespenster und Gewehre hören will, sollte einen Halt in Saint Paul (downinhistory.com) einlegen. Dort werden Gangster-Touren in Höhlen angeboten.

Chicago, die einstige Stadt der Schlachthöfe, steht der Metropole New York kaum nach: Kunstgalerien allerorten, aus den Kneipen dröhnt Blues und Führungen werden per Fahrrad oder Boot angeboten. Und wer sich auf den kuriosen Motorroller Segway wagt, gleitet ohne Anstrengung, von Station zu Station und hört Anekdoten zu den besuchten Orten. (www.citysegwaytours.com)

In Chicago fasziniert vor allem die Architektur: Zwischen den Häuserschluchten gleiten die Ausflugsboote durch den Fluss und die Gäste erfahren, welch berühmte Architekten ihre Spuren in der Metropole hinterlassen haben.

Der traumhaft schöne farbenprächtige Herbst ist ideale Reisezeit.
Der traumhaft schöne farbenprächtige Herbst ist ideale Reisezeit.
Foto: travel-wisconsin
Der traumhaft schöne farbenprächtige Herbst ist ideale Reisezeit.
Der traumhaft schöne farbenprächtige Herbst ist ideale Reisezeit.
Foto: travel-wisconsin

Architekturvorträge und historische Stadtführungen – zugegeben, es ist schwierig, in den USA ganz ohne Englischkenntnisse auszukommen. Und doch: Es ist wohl gerade für Deutsche relativ leicht, sich hier nur mit etwas Kauderwelsch durchzuschlagen. Denn: Deutsche Geselligkeit, deutsche Bierseligkeit (in Chicago wird am Navy Pier nicht nur das Weihnachtsfest mit dem Nürnberger Christkind sondern auch ein Oktoberfest mit Blasmusik und Leberkäs gefeiert) und Urlaub in Deutschland – es geht schnell und leicht, mit Amerikanern ins Gespräch zu kommen.

In Wisconsin, dem Nachbarstaat zu Illinois mit seiner Metropole Chicago, stammen viele Einwohner von deutschen Einwohnern ab. Und viele andere sind einfach nur begeistert von Deutschland. Freilich ist dies in der Wahrnehmung vor allem Bayern. Doch im nördlichen Zentrum Wisconsins, in der Stadt Wausau, unterscheidet ein Brauer sogar zwischen Bayern und Franken. Mike Zamzow serviert seinen Gästen „Holzhacker Lager“, „Zwickel-Bier“ und „Hefeweizen“.

Seit er vor Jahren in Bamberg Urlaub machte, änderte er in seiner „Bull Falls Brewery“ die Rezepte. Zur Begeisterung seiner Gäste übrigens – und folgerichtig ergänzte er das exotische Angebot mit einem Biergarten. Unter www.bullfallsbrewery.com berichtet der Brauer derzeit wieder über sein eigenes „Oktoberfest“.

Weitere Informationen:

Diese Reise wurde unterstützt vom Fremdenverkehrsbüro Great Lakes USA

Tel.: 02104/797451

greatlakes@travelmarketing.de 

Vo Ulrike Löw


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