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Leicht verwundert reibt sich Jens an der Liftkasse in Klinglbach die Augen: 21 Euro für einen Tagesskipass - wo gibt‘s das denn noch? Der Familienvater aus Berlin freut sich, wie die meisten Wintersportler, die sich auf den Pisten des Pröller tummeln, über die Preise: „Zehn Stunden Skiunterricht für 60 Euro, 34 Euro für drei Tage Kinderausrüstung leihen, acht Euro fuffzig für den Schweinebraten in der Hütte - da zahl‘ ich in Österreich oder Südtirol ja fast doppelt so viel.“
Außerdem ist das Skigebiet im Bayerischen Wald bis Anfang März auch relativ schneesicher - notfalls helfen die an kritischen Ecken in Stellung gebrachten Schneekanonen nach.
Auf die zweieinhalb Kilometer lange, kinderleichte „Hasen“-Abfahrt und die „schwarze“ Rennstrecke am Pröller sind die Liftbetreiber so stolz wie auf ein St. Englmarer Spezialangebot: den Nachtskilauf. Wenn die Gäste am späten Nachmittag schon beim Aprés sitzen, werden die besten Abfahrten noch einmal planiert und verdichtet, damit gegen 19 Uhr das Flutlicht eingeschaltet werden kann. Drei Stunden dauert der abendliche Skispaß, dann rücken die Pistenraupen wieder aus — um den Berg für den nächsten Tag zu präparieren.
Flutlicht gibt es am Pröller, auf dem Predigtstuhl, in Grün, am Kappellenberg und am rundum familienfreundlichen Rodelhang im Kurpark: Der nämlich wartet für die Kleinen mit einem bequemen Schlittenlift und für die Großen mit einer hübschen Schirmbar auf, aus der sich das Treiben draußen entspannt bei einem Glas Glühwein verfolgen lässt.
Für Besucher aus dem Großraum Nürnberg ist die Region um St. Englmar mit gerade eineinhalb Stunden Autofahrt das am schnellsten erreichbare Wintersportgebiet im Bayerischen Wald. Gewiss nichts für Pistenfresser, lohnend aber für Genuss-Skifahrer, Anfänger und alle, die es gern gemütlich, familiär und übersichtlich haben. Gut geeignet auch für den kleinen Skifahr-Hunger zwischendurch, für einen Trip über ein verlängertes Wochenende. Denn auf Kurzurlauber ist die Region eingestellt — sogar in den Skischulen, die für diesen Personenkreis maßgeschneiderte Weekend-Kurse im Programm haben.
Langläufern wird auf 70 Kilometern Loipen kaum langweilig werden, ein Wanderparadies ist der winterliche Bayerwald sowieso. Wer mal was Anderes ausprobieren will, kann geführte Schneeschuh- und Segways-Touren buchen, sich im Klettergarten tummeln oder über den Waldwipfelweg spazieren — bei klarer Sicht mit einem grandiosen Ausblick auf Donautal und Alpen. Wenn das Wetter mal nicht mitspielt, sind der riesige Indoor-Spielplatz im Predigtstuhl-Resort oder ein Ausflug in die Glasdörfer und Museen der Umgebung attraktive Alternativen.
Das Uralt-Image der Hinterwäldler-Region, in der nichts los ist, hat „der Woid“ längst abgestreift. Hunderte Millionen Euro und viele neue Ideen sind im letzten Jahrzehnt in die touristische Infrastruktur, in Gastronomie und Hotellerie investiert worden. Moderne Gasthöfe, dazu immer mehr komfortable Drei- und Viersterne-Häuser mit Swimmingpool, Spa und Wellnesslandschaft ziehen ein Publikum an, das jünger, internationaler, unternehmenslustiger geworden ist und entsprechende Angebote erwartet.
Die gibt es, freilich auch noch genug einsame, stille Ecken in weitgehend unberührter Natur. Die wollen die Menschen im Bayerischen Wald sich und ihren Gästen erhalten — als das wohl wichtigste Pfund, mit dem der Tourismus der Region wuchern kann.
Weitere Infos zum Skigebiet im Bayerischen Wald gibt es beim Tourismusbüro in der Rathausstraße 6, 94379 St. Englmar, unter Tel.: (09965) 840320 oder tourist-info@sankt-englmar.de.
Do. 21.03.13
Sa. 16.03.13
Fr. 15.03.13
Sa. 09.03.13
Do. 21.02.13