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Grödnertal: Auf des Königs Spuren

Wie einst Friedrich August III. rund um den Langkofel in den Grödner Dolomiten - 16.08.2012 13:19 Uhr

Denn bis spät in den Herbst, wenn die Natur in den Grödner Dolomiten in ihrem Farbenrausch gelb, orange und rot leuchtet und sich vom klaren Blau des Himmels abhebt, genießen hier Wanderer das beeindruckende Panorama auf die Seiseralm oder den Weltkulturerbe-Park rund um die markanten Spitzen der Geislergruppe am Horizont Norditaliens.

Noch wenige Meter, dann ist der Aufstieg zur Langkofelhütte geschafft.

Noch wenige Meter, dann ist der Aufstieg zur Langkofelhütte geschafft. © Peter Ehler


69 Betten hat das Lager auf der Hütte. Das erste Haus am Fuß des Langkofels war, 1894 erbaut, schon wenige Jahre später dann aber von einer Lawine weggerissen worden. „1903 wurde ein neuer, zweistöckiger Bau eingeweiht und später ein großer Anbau erstellt“, weiß der Hüttenwirt. Sorgfältig sind Geschichte und Erinnerungen in den Tourenbüchern dokumentiert, schwierige Routen liebevoll mit Zeichnungen illustriert.

Walter Piazza hegt die Kladden, wie einen Schatz. Fein säuberlich haben darin Alpinisten die Anstrengungen bei ihrem Aufstieg beschrieben, aber auch berichtet, wenn ein Gewitter das Klettern auf den Langkofel verhagelt hat, der 3181 Meter hoch, zwei Kilometer lang und einen Kilometer breit mit seiner lang gestreckten Südwand das Wahrzeichen des Grödner Tals bildet.

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Den Wolken ganz nah: Bergwanderung in Gröden

Weiß leuchtende Berge, beeindruckende Wolkengebilde, Natur, soweit das Auge reicht: Begleiten Sie uns auf eine faszinierende Wanderung zur Langkofelhütte in Gröden.


Die Bergwelt der Grödner Dolomiten zu entdecken, ist für die ganze Familie ein Erlebnis — zu Fuß über einen Höhenweg oder mitten in der Steilwand. Die Langkofelhütte ist dabei Ausgangspunkt für einen Klettersteig, der auf den nahen Plattkofel (2958 Meter) hoch führt und den fantastischen Blick bis auf die Marmolada, Italiens einzigen Gletscher, eröffnet.

Gemütlich aber dennoch packend

Gemütlicher, aber dennoch packend, gelingt die Plattkofelbesteigung und Umrundung des Langkofels über den Friedrich-August-Weg. Seit 100 Jahren erinnert der Höhenweg an die ausgedehnten Ausflüge des Sachsenkönigs Friedrich August III. in die Berge Südtirols.

Auf dem Klettersteig lässt sich gut für die großen Berge üben.

Auf dem Klettersteig lässt sich gut für die großen Berge üben. © Peter Ehler


Start ist am Sellajoch, leicht erreichbar vom Talort Wolkenstein mit dem Auto oder dem öffentlichen Bus. Vom Wanderparkplatz geht es Richtung Friedrich-August-Hütte unterhalb des Schutzhauses am Col Rodella. Das ausgebaute Gasthaus hat freilich längst nichts mehr mit dem Heuschuppen gemein, in dem der Monarch mit Gefolge seinerzeit bei seinen Ausflügen in der Langkofelgruppe übernachtet hatte.

Seit einigen Jahren züchtet Wirt Günther Prinoth hier auf den Weiden schottische Rinder, die ihm mit ihren großen Hörnern und langem Fell geduldig in den Stall folgen. Seine Berghütte ist inzwischen ein Bauernhof im Hochgebirge und die Familie propagiert die Idee der gesunden Kost aus eigener Herstellung. Der Hof ist perfekter Ausgangspunkt für Touren in den Berggruppen, Langkofel, Sella, Rosengarten und Schlern. Zudem liegt er inmitten des berühmten Skikarussells „Sella ronda“.

In der Hütte erinnern viele alte Fotos, Bergutensilien und Andenken an den Sachsenkönig, der bis heute bei seinen Landsleuten als naturverbundener Wanderer lebendig ist. „Der König liebte es, in zünftiger Ausrüstung auf seinen Ausflügen häufig unerkannt zu bleiben und sich gerne unter Bergbauern und Bergsteiger zu mischen“, sagt Hüttenwirt Günther Prinoth und weiß auch manche Legende zu erzählen. Woher er denn komme, sei der König auf einer seiner Wanderungen einmal von Einheimischen gefragt worden. Der zunächst zögernde König soll dann munter in seiner sächsischen Mundart geantwortet haben: „Drheeme? Dreeeme bin ich Geenich!"

In knapp zwei Gehstunden ist die „Utia de Saa Plat“ oder zu deutsch die Plattkofelhütte erreicht. Ein eineinhalbstündiger Aufstieg trennt dann noch vom Gipfel des Plattkofels, mit festen Bergschuhen und guter Kondition für geübte Bergwanderer leicht zu schaffen.

Entspannung auf über 2000 Metern

Auf der anderen Seite des Grödner Wahrzeichens tummelt sich der Nachwuchs vor der Comici-Hütte, in der sich auch Adel und Society wohlfühlen.

Auf der anderen Seite des Grödner Wahrzeichens tummelt sich der Nachwuchs vor der Comici-Hütte, in der sich auch Adel und Society wohlfühlen. © Peter Ehler


Wer will, kann vom Sella-Haus zur Emilio-Comici-Hütte gehen. Die urgemütliche Hütte unterhalb der Langkofelflanke bietet im Winter auf 2154 Höhenmetern exquisite Fischspezialitäten, die die drei Marzola-Brüder aus der eigenen Zucht bei Grado in die Höhe schaffen. Im Sommer heißt das Motto auf der Hütte am Piz Sella „Kräuter“. Wanderer können sich im höchst gelegenen Kräuterrestaurant der Dolomiten verwöhnen lassen. Die nach alten Rezepten gebackenen Spezialitäten und Kuchen gibt es auf der mondänen Terrasse oder in der legendären Gaststube „saletta“. Hier berichten unzählige Fotos an der Wand von Stars aus Sport und Society, die alle schon mal in der Comici-Hütte „vorbeigeschaut“ haben: Ob Fürst Albert von Monaco, Königin Silvia und König Carl Gustaf von Schweden, Michael Schumacher mit seinem früheren Ferrari-Team oder zahlreiche Skilegenden.

Für Bergbegeisterte gibt es im Grödner Sommer noch viel zu erleben. Im September finden die Ladinischen Wanderwochen statt, in denen es jeweils fünf Tage lang mit einem Führer auf die Wanderwege Grödens geht.

Die Luis Trenker Volkswandertage stehen am 1. und 2. September, das Grödner Alpin-Wochenende vom 14. bis 16 September an. Wer Interesse an hochalpinen Touren hat, findet bei den Alpinschulen unter den erfahrenen Bergführern zuverlässige Begleiter. Die GPS-Daten stehen auf der eigens eingerichteten Homepage www.dolomitesalpine.it zum Download.

Weitere Informationen gibt es beim Val Gardena-Gröden Marketing in Gröden, Telefon (0039/0471) 777 777, das die Recherche unterstützt hat oder im Internet unter www.valgardena.it, eine Bildergalerie gibt es unter www.nordbayern.de/reise
  

Von Peter Ehler

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