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Im Wasserland

Fast nirgends locken so viele klare Seen zum Bad wie in Kärnten - 23.08.2012 13:24 Uhr

Klagenfurt  - An seiner breitesten Stelle misst der Weißensee 900 Meter, an seiner tiefsten 99. Einzigartig unter den zahlreichen Kärntner Seen macht ihn, dass das 23 Kilometer lange Ufer nur zu knapp einem Drittel verbaut ist – nicht einmal Straßen führen direkt am Seeufer entlang. Und sein klares Wasser schätzen nicht nur Taucher.

Vom Boot geht‘s ins Wasser einer der vielen Kärntner Seen.
Vom Boot geht‘s ins Wasser einer der vielen Kärntner Seen.
Foto: Kärnten Werbung/Gerdl
Vom Boot geht‘s ins Wasser einer der vielen Kärntner Seen.
Vom Boot geht‘s ins Wasser einer der vielen Kärntner Seen.
Foto: Kärnten Werbung/Gerdl

Ernest Turnschek macht sich fertig. Badehose sitzt, Anzug hochziehen, Atemluft prüfen, Tiefenmesser und Tauchkompass um die Handgelenke schnallen. Den Bleigürtel wickelt er sich um die Hüfte, die Sauerstoffflaschen kommen auf den Rücken – es kann losgehen. Turnschek hat eine ganz besondere Aufgabe: Der Inhaber der Tauchbasis Yachtdiver am Kärntner Weißensee ist Unterwasser-Standesbeamter. Da muss alles passen – auch wenn er weiß, dass die Fische schon einige der Blumen angeknabbert haben und die Brautleute unendlich nervös sind.

„Aber wir sind ja hier am schönsten Ort der Welt, um eine Ehe zu schließen“, sagt der frühere Marinetaucher, der selbst im höchsten Badesee der Alpen den Bund fürs Leben geschlossen hat. „Karibik der Alpen“ nennen Taucher den Weißensee, der auf 930 Metern Seehöhe liegt und sich wie ein Fjord auf einer Länge von rund zwölf Kilometern durch die Gailtaler und die Karnischen Alpen zieht. „Der Weißensee ist unglaublich klar, er hat eine unberührte und intakte Wasserflora und jede Menge Fische“, schwärmt Turnschek.

Von unterirdischen Quellen gespeist


An seiner breitesten Stelle misst der Weißensee 900 Meter, an seiner tiefsten 99. Einzigartig unter den zahlreichen Kärntner Seen macht ihn, dass das 23 Kilometer lange Ufer nur zu knapp einem Drittel verbaut ist – nicht einmal Straßen führen direkt am Seeufer entlang. Klar ist der See, weil er von mehreren unterirdischen Quellen gespeist wird und es keine Schwebstoffe gibt, die die Sicht vernebeln. Dieses Wasser schätzen nicht nur Taucher und Schwimmer, sondern auch die Fischer, die Forellen und Hechte, Karpfen und Barsche aus dem See holen. Hannes Müller, Chef des Hotels und Gasthofs „Die Forelle“, fährt oft raus und angelt, was er später in der Küche für seine Gäste zubereitet.


Im Gailtal wandern Urlauber mit Lamas durch die Berge.
Im Gailtal wandern Urlauber mit Lamas durch die Berge.
Foto: Johann Kanzian/dpa
Im Gailtal wandern Urlauber mit Lamas durch die Berge.
Im Gailtal wandern Urlauber mit Lamas durch die Berge.
Foto: Johann Kanzian/dpa

In St. Daniel im Gailtal führt Johann Kanzian seine Besucher durch den Wald — an der Hand ein Lama. Mit seinen Anden-Kamelen ist Kanzian noch immer eine Attraktion in dem Dorf in den Karnischen Alpen. Eigentlich hatten er und seine Frau nur zwei Lamas gekauft, die ihnen das Gepäck bei Wanderungen durch die Gegend schleppen sollten. Doch inzwischen ist Kanzian hauptberuflich Chef einer achtköpfigen Herde, die gleichermaßen Kinder und Manager über die Wanderwege führt.

Peter und Caesar, Black Jack und Lincoln – wer mit den Lamas geht, muss sich auf die Tiere einlassen. „Sie sind Herden- und Fluchttiere“, betont Kanzian. Hektik ist also unerwünscht, man muss eine Beziehung zum Tier finden. Und: Angst vor dem Spucken braucht niemand haben – ein Lama muss schon sehr viel Angst haben, um einem Menschen seinen Mageninhalt entgegenzuschleudern.

1270 stehende Gewässer

Unvergleichlich macht Kärnten der Wasserreichtum: 1270 stehende Gewässer gibt es, 200 Badeseen mit Trinkwasserqualität, 8000 Flusskilometer und zahlreiche Heilquellen. Da kommt kein anderes österreichisches Bundesland mit.

Der Wörthersee ist Kärntens größter See – und sicher auch der mondänste. Noch immer zieht er Prominenz und Touristen aus aller Welt an. Was Rang und Namen hat, kommt zur Sommerfrische – oder besitzt gleich ein Grundstück mit Blick aufs Wasser.

Auf dem See selbst geht es mittlerweile wild zu. Etwas mehr als 300 Motorbootlizenzen sind vergeben, wer eine haben will, muss bis zu einer Viertelmillion Euro auf den Tisch legen – wenn er überhaupt jemanden findet, der ihm seine verkauft. Denn die Bundesforste, die für die Seen zuständig sind, vergeben schon seit vielen Jahren keine neuen Lizenzen mehr. Wegen der Wasserqualität und des Umweltschutzes.

Einen tollen Blick auf den See hat man aus dem Restaurant „Seespitz“ und dem angrenzenden Schloss am Wörthersee, das viele noch aus der gleichnamigen Fernsehserie mit Schlagersänger Roy Black kennen. Heute ist das Schloss, das einst zum Privatbesitz von Gunter Sachs gehörte, ein Luxushotel erster Güte. Und gehört noch immer zu den Markenzeichen des Wörthersees.

Ein Juwel - tief und wasserreich

Der nordwestlich gelegene Millstätter See ist lange nicht so vornehm – und gilt dennoch als Juwel. Er ist der tiefste und wasserreichste der Kärntner Seen. Teile seines Ufers sind von herrschaftlichen Villen gesäumt.

Für die Großen ist eines der ungewöhnlichsten Angebote das sogenannte Dinner for two auf einer schwimmenden Insel im Millstätter See. Dabei platschen Wellen an die Holzinsel, die im See verankert ist, Platz bietet der Ponton nur für einen Tisch, zwei Palmen und zwei Menschen. Der Kellner kommt per Motorboot, serviert die Gänge und verlässt seine Gäste wieder, so dass ihnen alle Zeit der Welt bleibt, den Sonnenuntergang zu genießen, die Zukunft zu planen – oder den nächsten Urlaub.

Weitere Informationen zum Reiseziel:

Kärnten Werbung, Tel.: (0043/4274) 521000, E-Mail: info@kaernten.at, www.kaernten.at

  

Verena Wolff


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