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In Mallorcas Südosten liegen die attraktivsten Strände

Von Bucht zu Bucht - 06.09.2012 15:28 Uhr

Porto Petro ist ein mallorquinisches Örtchen mit einem hübschen Hafen.

Porto Petro ist ein mallorquinisches Örtchen mit einem hübschen Hafen. © Matthias Niese


Die Insel ist reichlich klischeebeladen, doch Ballermann & Co. machen gerade mal einen Quadratkilometer an der Playa de Palma aus. Dieses Fleckchen Erde hat den Ruf der Insel durch überzogene Berichterstattung negativ geprägt.

Und selbst dort geht es längst nicht mehr so ausgelassen und feucht-fröhlich zu wie vor einigen Jahren. Man muss ja nicht hin, wenn man nicht will. Es gibt genug andere hübsche Plätzchen auf der Baleareninsel.

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Mallorcas Südosten: Von Bucht zu Bucht Mallorcas Südosten: Von Bucht zu Bucht Mallorcas Südosten: Von Bucht zu Bucht
Mallorcas Südosten: Von Bucht zu Bucht

Manche der berühmten mallorquinischen Calas gleichen einem Fjord mit türkisblauem Wasser. Längst sind sie kein Geheimtipp mehr, aber selbst zur Hauptsaison herrscht hier weniger Trubel als an den breiten Stränden Mallorcas.


Mallorca hat mit Palma eine Hauptstadt mit mondänem, mediterranem Zentrum. Mallorca, das sind Dörfer mit Cafés auf kleinen Plätzen. Das ist das Tramuntana-Gebirge, durch das Schwindel erregende Serpentinenstraßen zu den tollsten Aussichtspunkten und Wanderrouten führen. Von dort läuft man einsam über Gebirgsgrate oder durch Steineichenwälder und steht vielleicht hinter einer Kurve plötzlich vor einem Esel, der hier weidet.

Mallorca, das ist Pa amb Oli (Brot mit Öl), als typisches Frühstück Teil der deftigen, bäuerlichen Inselküche: Schwach gesalzenes Graubrot wird mit Olivenöl beträufelt, mit Tomatenhälften eingerieben, dick mit Iberico-Schinken, Schafskäse, Tomaten und Oliven belegt und mit Oregano gewürzt. Und Mallorca hat vor allem Strände, die man im Mittelmeer nicht überall findet. Einige der schönsten liegen im Südosten. Dort ist meine Lieblingsecke auf Mallorca.

Die Strände liegen zwischen bizarren Felsen

Die weißen Strände hier sind nicht breit und nicht tief, sie sind schmal und werden wie eine Perle von bizarren Kalkfelsen eingefasst, auf denen Pinien und anderes mediterranes Gesträuch wächst. Das Meer schillert in allen Blau- und Türkistönen. So muss ein Strand aussehen, darum bin ich so gerne hier in einer der unzähligen Calas (Buchten) Mallorcas.

Zu Urzeiten mündeten in dieser Gegend Flüsse ins Meer – das hat die Flüsse ertränkt, in ihr Bett floss reichlich Salzwasser. Manche der berühmten mallorquinischen Calas gleichen daher eher einem Fjord. Von einigen Strandbuchten kann man nicht einmal mehr direkt aufs offene Meer blicken.

Längst sind sie kein echter Geheimtipp mehr, doch selbst zur Hauptsaison herrscht an einigen von ihnen weniger Trubel als an den berühmten breiten Stränden der Insel. Hüpft man andernorts von Insel zu Insel, hüpft man hier am besten mit dem Fahrrad oder Mietwagen von einer reizvollen Bucht zur nächsten.

Die Cala Burgit liegt gleich neben den großen Buchten des Naturparks Mondrago, sie ist typisch für die vielen Strände der Region.

Die Cala Burgit liegt gleich neben den großen Buchten des Naturparks Mondrago, sie ist typisch für die vielen Strände der Region. © Matthias Niese


Zentral zwischen den Calas liegt als prima Ausgangspunkt gleich neben dem Nationalpark Mondrago das Puravida Blau Resort im Hafenörtchen Porto Petro. Das weitläufige Hotel ist seit März eines von bislang drei Hotels, die nach dem Puravida-Konzept der Tui betrieben werden: Ein Haus, in dem sich Familien genauso wohl fühlen sollen wie Paare, die Ruhe suchen. „Wir sind das Gegenstück zu Ferienclubs, in denen die Animateure an der Poolliege rütteln, um zum Mitmachen zu animieren“, sagt Direktor Rene Hoeltschl.

Das funktioniert, weil die Puravida-Häuser in zwei Bereiche unterteilt sind, in denen einerseits Entspannung Priorität hat (Pura), während Familien oder Sport- und Erlebnishungrige in anderen Bereichen dezente Animation geboten bekommen (Vida).

Das Essen: Aus dem Meer, gesund und lecker

Die Restaurants tischen Gesundes auf, vor allem Fisch: Seezunge, Schwertfisch, Calamari, Gambas, Doraden, Rotbarsch, Jakobsmuscheln — an manchen Abenden liegen sogar riesige Hummer auf dem Grill. Wer nicht jeden Abend ins Buffetrestaurant möchte, geht stattdessen zum Barbecue, ins Japanische Restaurant oder turtelt bei Kerzenschein und ohne Kind – das wird derweil betreut.

Zwei der besten Strände Mallorcas liegen knapp vier Kilometer neben dem Haus – die der Cala Mondrago. Vor dem Frühstück ist man schnell hin- und wieder zurückgejoggt. Oder man leiht sich ein Fahrrad, um einen Tag an den naturbelassenen Strandbuchten zu verbringen.

Gen Südwesten reiht sich wie an einer Perlenkette Bucht um Bucht: Cala Figuera mit dem gleichnamigen hübschen Fischerort, Cala Santanyi mit der Felsbrücke Es Pontas, die etwa 15 Meter von der Küste entfernt ihren Bogen übers Meer schlägt, Cala Llombards, Cala de s'Almonia...

Gen Nordosten folgen auf den Urlaubsort Cala d'Or die ruhige und etwas versteckte Cala Mitjana und die einzigartige Cala Sanau mit einem Hauch Karibik: Hier stehen keine Plastikliegen im feinen Sand, hier re-laxt man auf Bambusliegen. Vor der günstigen Strandbar sitzen Urlauber und Einheimische unter Schatten spendenden Bäumen bei einem kühlen Bier zusammen und stecken die Füße in den warmen Sand. In dieser Richtung kann man noch unzählige weitere Buchten abklappern, fährt man die Küste bis Portocristo hinauf.

Es gibt auch Gelegenheiten für Ausflüge

So schön das Strandleben hier auch ist — nur am Strand zu sitzen ist vielen zu fade. Zumal es auch abseits des Wassers ein paar nette Orte gibt, die einen Besuch lohnen. Das Castell de Santueri zum Beispiel. Oder das nahe Santanyi, ein kleines Städtchen, das so attraktiv ist, dass sich hier besonders viele Deutsche niedergelassen haben. Immer mittwochs und samstags wird Markt gehalten, mit viel Handarbeit aus der Region.

Wer ein Auto hat, sollte auch unbedingt hinauf zum Kloster Sant Salvador fahren. Knapp 300 Meter über dem Meeresspiegel bietet sich ein Blick über die ganze Insel. Und zu Füßen liegt die zerklüftete Küste, in der sich die schönsten Strände Mallorcas, vielleicht sogar des gesamten Mittelmeeres verstecken.

Weitere Informationen:

TUI, Tel.: (01805)
884266, www.tui.com,
www.puravida-resorts.de 

Von Matthias Niese

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