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Insel Lefkas: Schöne Unbekannte

Die griechische Insel Lefkas hat sich ihre Ursprünglichkeit bewahrt - 06.07.2012 20:00 Uhr

Athen  - Bei Theodoros bekommt man beinahe alles. Weichspüler und Bergtee, Kartoffeln und Toilettenpapier — und natürlich den tief braunen Kaffee, den er stets frisch hinter seinem kleinen Tresen zubereitet. Langsam freilich, denn viel hat der 52-Jährige auch heute nicht zu tun. „Die Leute gehen lieber an den Strand“, sagt er, der nur die Sprache seiner Ahnen kennt. Sein Kafenion ist in dem kleinen Bergdorf Poros alles in einem: Supermarkt, Umschlagplatz für Neuigkeiten, Café und Rastplatz für Wanderer.

Die kleine Insel im Ionischen Meer ist ein Geheimtipp auf der Suche nach Ursprünglichkeit und besticht durch traumhafte Strände und fantastische Ausblicke bei Wanderungen durchs Hinterland und entlang der Küste.
Die kleine Insel im Ionischen Meer ist ein Geheimtipp auf der Suche nach Ursprünglichkeit und besticht durch traumhafte Strände und fantastische Ausblicke bei Wanderungen durchs Hinterland und entlang der Küste.
Foto: Irini Paul
Die kleine Insel im Ionischen Meer ist ein Geheimtipp auf der Suche nach Ursprünglichkeit und besticht durch traumhafte Strände und fantastische Ausblicke bei Wanderungen durchs Hinterland und entlang der Küste.
Die kleine Insel im Ionischen Meer ist ein Geheimtipp auf der Suche nach Ursprünglichkeit und besticht durch traumhafte Strände und fantastische Ausblicke bei Wanderungen durchs Hinterland und entlang der Küste.
Foto: Irini Paul

Doch hier herauf verirren sich nur selten Touristen der kleinen Insel Lefkas im Ionischen Meer. Seitdem die Finanzkrise den Griechen das Leben schwer macht und viele ausländische Gäste aus Unsicherheit fernbleiben, hat Theodoros noch weniger Arbeit als sonst. Nur der blinde Dimitrios sitzt an diesem Vormittag auf seinen Stock gestützt vor dem Kafenion und murmelt Geschichten vor sich hin, während sein alter Freund neben ihm ganz anderen Gedanken zu folgen scheint. Das Leben spielt sich ein paar hundert Meter weiter unten am Mikros-Gialos-Strand ab, wo die Touristen an der windgeschützten Bucht im Meer planschen.

Harmonisch von und mit dem Tourismus

Gegensätzlicher könnte das Inselleben auf Lefkas nicht sein. Hier die Stille zwischen wildem Thymian, uralten Olivenbäumen, und all den Pfaden durch scheinbar unberührte Hügellandschaft. Dort das Strandvergnügen unter bunten Schirmen, auf feinem Sand; an Wasser, das mit all seinen verschiedenen Türkistönen im Mittelmeer seinesgleichen sucht. Lefkas ist bekannt für seine malerischen Buchten, wobei der lange Strand am Porto Katsiki an der Westküste der Insel zu den schönsten Stränden Griechenlands zählt.

Die kleine Insel südlich von Korfu ist noch immer ein Geheimtipp für Reisende auf der Suche nach Griechenland jenseits von All-inklusive-Klientel und Klimbim auf dem Bananaboot. Wie alle anderen griechischen Inseln lebt auch Lefkas vom Tourismus. Seine Ursprünglichkeit hat es sich dabei in all den Jahren bewahrt. Das mag auch daran liegen, dass hier der Massentourismus nicht angekommen ist. Die Insel ist einfach zu klein und deshalb uninteressant für große Reiseveranstalter. Ein Glück für die Insel, die von Bettenhochburgen verschont bleibt. Vielmehr besiedeln viele kleinere Hotels die Küste sowie das Hinterland. Lefkas lebt harmonisch von und mit dem Tourismus.


Beste Hausmannskost ist auf Lefkas keine Seltenheit.
Beste Hausmannskost ist auf Lefkas keine Seltenheit.
Foto: Irini Paul
Beste Hausmannskost ist auf Lefkas keine Seltenheit.
Beste Hausmannskost ist auf Lefkas keine Seltenheit.
Foto: Irini Paul

Also sieht man durch die bunte Einkaufsmeile der Inselhauptstadt Lefkas Einheimische wie Gäste flanieren, und die traumhaften Strände rund um die Insel gehören allen. In den Bergdörfern sind Touristen willkommen, in Hektik gerät hier dennoch niemand. „Man findet hier kaum etwas, was zu hundert Prozent nur für die Touristen da ist“, sagt Tourismusmanager Spiros Mikronis in Lefkas. Und so wird auch in der „Portoni Taverne“ im kleinen Küstendorf Agios Nikitas griechische Hausmannskost zwischen grünen Bohnen und gefüllten Paprika serviert, neben frischem Fisch und feinem Souvlaki. Selbst in den Tavernen im quirligen Lefkas kommt traditionelle Kost auf den Tisch. Und nicht selten dürfen die Gäste einen Blick in die Küche und Töpfe werfen, um sich zu entscheiden. So, wie es vor Jahrzehnten in Griechenland vielerorts noch üblich war.

Wunderbares Eiland zum Wandern

Touristisch betrachtet ist Lefkas eher ein Kind. Vor gerade einmal 20 Jahren kamen erstmals etwas mehr Gäste auf das viertgrößte Eiland der Ionischen Inseln — abgesehen von ein paar Pionieren, die das Eiland bereits in den 70er Jahren entdeckten. Damals galt die Gegend noch als Fischregion schlechthin. Heute ziehen die Fischer noch Rotbarben aus dem Meer oder die Sardinen, bei denen man gebraten die winzigen Gräten einfach mitisst. Ihre Netze flicken die Männer stets zwischen ungezählten Segelbooten und schicken Yachten. Denn die Häfen der Insel sind beliebte Anlegestellen für Skipper aus der ganzen Welt, die die guten Windverhältnisse der Region schätzen. Die nagelneue Marina im Osten der Hauptstadt ist dabei die modernste in Griechenland und bietet 500 Yachten Platz. Am malerischsten freilich sind all die kleinen Häfen, die abends von den beleuchteten Booten und Schiffen in ein kleines Lichtermeer getaucht sind.

Doch man würde Lefkas unrecht tun, würde man es nur auf seine einnehmend schöne Seeseite reduzieren. Das gerade einmal 35 Kilometer lange und 15 Kilometer breite Eiland ist auch ein wunderbarer Ort zum Wandern durchs Hinterland, durch Schluchten oder über die Berge. Auchvon dort oben aus ist man dem Meer stets ganz nah. Denn bei klarer Sicht genießt man hier einen herrlichen Blick auf all die kleinen Inseln, die Lefkas umgeben und auf die Strände. Und auch Theodoros hat gleichsam einen Logenplatz in diesem Freilichttheater. Von dem kleinen Fenster in seinem Kafenion aus hat er freie Sicht auf den Mikros-Gialos-Strand. Hinunter zieht es ihn dennoch nicht. Es könnten ja doch Gäste kommen, und die alten Dorfbewohner sind froh über das Lädchen. Theodoros gehört eben hierher, so wie sein kleines Kafenion am Ende der Straße.

Weitere Informationen:

Air Berlin fliegt  unter anderem von Nürnberg, München, Berlin,  Düsseldorf und Stuttgart nach Prevezza. Jeweils Samstags fliegt Condor von Frankfurt nach Prevezza. Von dort aus erreicht man in etwa 40 Fahrminuten Lefkas über eine Brücke. Ein Geheimtipp für Verliebte ist das Pavezzo Country Retreat in der Hügellandschaft von Kaouna mit eigenen Pools, Hamam und viel Liebe zu Details. Wer die Strandnähe sucht, dem sei das Hotel Ionis am schönen Strand von Agios Nikitas empfohlen. Als Basis für Tagestouren bietet sich das Hotel Konaki in Lygia mit seinem großzügigen Garten und schönem Pool an.

Weitere Informationen über den Lefkas-Spezialisten Reisebüro Rhomberg, der diese Reise unterstützt hat. www.rhomberg-reisen.com  

Von Irini Paul


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