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Kanada: In der Stadt der Cowboys

Bullenreiten und Volksfest - die Calgary Stampede feiert Hundertjähriges - 06.06.2012 16:57 Uhr

Etwa 300 der sattelfestesten Cowboys aus Kanada und den USA kämpfen in den täglichen Stampede-Wettbewerben um Preisgelder von insgesamt zwei
Millionen Dollar.

Etwa 300 der sattelfestesten Cowboys aus Kanada und den USA kämpfen in den täglichen Stampede-Wettbewerben um Preisgelder von insgesamt zwei Millionen Dollar. © Michael Juhran


Der acht Sekunden dauernde Ritt wird zur Ewigkeit und nur durch die Aussicht auf das ausgesetzte Preisgeld von 100000 Dollar (rund 77000 Euro) erträglich. Cody Whitney ist Bullenreiter, und das Bullenreiten ist die Königsdisziplin auf der Calgary Stampede, die alljährlich im Juli für zehn Tage 1,5 Millionen Zuschauer aus aller Welt in Albertas Metropole lockt.

Cody hat diesmal Glück, er übersteht den Kampf zwischen menschlichem Willen und tierischer Kraft ohne Blessuren und springt nach den acht Sekunden unbeschadet vom Tierrücken in den Staub der Arena. Es geht nicht immer so glimpflich ab, etliche Knochenbrüche an Schulter, Knie und Kopf hat der junge Mann aus Oklahoma bereits ausheilen müssen. „Ich kann mir dennoch keinen anderen Beruf vorstellen“, meint der 30-Jährige. „Meine ganze Familie ist im Rodeo-Business.“ Seit seinem siebten Lebensjahr sitzt Cody auf dem Rücken von Pferden oder Bullen, seit zwölf Jahren ist er Profi. „Zweimal habe ich bedeutende Rodeos gewonnen, da vergisst man den Schmerz“, sagt er.

Stockbrot bei echten Indianern essen

Im Indian Village auf dem Stampede-Gelände bereiten Stoney-Indianer am Lagerfeuer Knüppelbrot für die Besucher zu, wetteifern beim Tipi-Aufbau und beim Hoopdance (Reifentanz). Die Stampede ist mehr als eine gigantische Western-Show, sie ist Volksfest, Landwirtschaftsausstellung, Country-Musik-Festival, Rummel und Begegnungsstätte zwischen Stadtbürgern, Ranchern und Touristen.

Doch vor allem ist sie ein Fest, auf dem sich die Calgarians selbst mit ihrer gelebten Geschichte in Szene setzen. Keinen echten Calgarian hält es im Büro, wenn am Eröffnungstag der Stampede Tausende die Straßen der großen Parade säumen. Geschäfte, Restaurants und sogar Banken werden im Westernstyle ausstaffiert, bierselige Gelassenheit verdrängt die geschäftige Schnelllebigkeit des Alltags.

Völlig Fremde grüßen sich mit „Howdy Partner“ und stoßen mit einem Bier auf die große Tradition des Festes an. Die Stampede entfesselt Träume vom freien, ungebundenen Leben, von unermesslichen Weiten und phantastisch pittoresken Landschaften, die nur wenige Kilometer vor den Toren der Stadt liegen.

 

Weitere Informationen:

Die 100. Calgary Stampede geht vom 6. bis 15. Juli 2012 über die Bühne. Alle großen Reiseveranstalter bieten dazu Reisepakete an.

Anreise: Von Frankfurt am Main gibt es Direktflüge nach Calgary. Man kann aber auch einen Gabelflug über Vancouver buchen.

Einreisebestimmungen: Die Einreise mit einem noch mindestens sechs Monate gültigen deutschen Reisepass ist unproblematisch.

Klima: Die Sommer in Calgary sind warm, können jedoch extreme Temperaturschwankungen aufweisen. Verantwortlich dafür ist der Chinook, ein Wind, der von den Rocky Mountains herunterweht.

Währung: 1 Euro entspricht 1,30 Kanadische Dollar (Stand Mai 2012)

Informationen:

www.calgarystampede.com

www.travelalberta.com

Kostenloses Prospektmaterial und Auskünfte zu Alberta gibt es unter (01805) 52 62 32 (14 Cent pro Minute aus dem Festnetz)

info@infokanada.de 

Von Michael Juhran

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