6°C
Sonntag, 26.05. - 10:27 Uhr
Login
Info
Anmeldung
Diese Funktion steht nur registrierten Usern zur Verfügung.
Loggen Sie sich bitte hier ein oder registrieren Sie sich kostenlos!
Passwort vergessen
Info
Passwort vergessen
Wenn Sie Ihr Passwort vergessen haben können Sie hier ein neues Passwort anfordern. Geben Sie bitte hierzu Ihre E-Mail-Adresse ein!

E-Mail-Adresse
Druckversion

Lissabon: Die schöne Alte leuchtet hell

Wenn die Sonne Lissabons Straßen flutet, wird die einstige Seefahrermetropole zur Traumstadt - 24.01.2013 13:28 Uhr

Lissabon  - Von hier oben, vom Castelo São Jorge aus, müsste es sich doch bestätigen, dass Lissabon die vielleicht schönste Stadt der Welt ist, wie viele behaupten. Dummerweise schüttet es gerade wie aus Eimern, seit Stunden schon. Die Aussicht ist miserabel.

Durch den Nebel ahnen wir allenfalls die charakteristischen Hügel auf denen die Stadt erbaut ist, sehen nur schemenhaft die herrschaftlichen Fassaden der Gebäude und das Tejo-Ufer.

Die Faszination, die Ausstrahlung dieser alten Stadt, die geografisch am Rande Europas liegt, offenbart sich erst bei klarem Wetter und Sonne. Dann wird Lissabon, die Stadt des Lichts, zum Niederknien schön. Hinsetzen genügt freilich auch, am besten auf einen der zahlreichen Plätze mit einer bica (Espresso) in der Hand. Und nicht nur mit geschlossenen Augen hört und spürt man: Es gibt unzählige Gründe, Lissabon wunderbar zu finden. Hier sind fünf davon.

Gelassenheit

Wir fahren eine Runde mit der Tram Nr. 28 ab Praça Martim Moniz. Es wird nicht nur steil, sondern auch eng. Mitten im Stadtteil Alfama bremst der Fahrer abrupt. Was ist los? Vor uns steht ein Lieferwagen, an dem wir nicht vorbeikommen. Unser Fahrer nimmt’s gelassen, kurbelt den Zug ein wenig zurück, damit die Arbeiter leichter mit der Ware vorbeikommen. Nach zehn Minuten ist alles erledigt, und die Fahrt geht weiter — mit weiteren Unterbrechungen. Aufregen muss das niemanden, denn Fahrpläne gibt es ohnehin nicht.

Fado

Wer spät abends durch die Stadt spaziert, sollte sich vorsehen. Denn die Melodie ist verführerisch wie ein Glas gãlao (Espresso mit Milch) und bittersüß wie dunkle Schokolade. Ehe man sich versieht, bietet der nette alte Herr in Anzug und Schlips seinen Arm und geleitet uns ins Fado-Lokal hinein. Er legt den Finger an die Lippen und deutet auf freie Plätze, hinten an einem Tisch. Vorne auf der kleinen Bühne begleiten zwei Gitarren traurig-sehnsuchtsvolle Geschichten, die Sängerin im schwarzen Spitzenkleid summt mit geschlossenen Augen.

Und die Gäste wagen kaum zu atmen. Fado, das ist die Sehnsuchtsmusik der Portugiesen. Wer je Amália Rodrigues, die bekannteste Fado-Interpretin, gehört hat, kann nachempfinden, was die Musik bedeutet.

Sobremesas

Gibt’s hier was umsonst? Nein, die Menschen stehen schon früh an, hier vor der Fábrica dos Pastéis de Belém, um eines dieser köstlichen Blätterteiggebäcke mit Sahnecreme zu verzehren. Ob dieses himmlisch-süße Teilchen wirklich noch nach uralten Rezepten der Mönche des Jerónimos-Klosters hergestellt wird – wer wagt schon, das nachzuprüfen? Gewiss aber tragen die Törtchen dazu bei, dass Portugals Küche in punkto Desserts einen europäischen Spitzenplatz belegt.

Licht

Lissabon leuchtet nicht, es strahlt. Wer durch die Stadt spaziert, wird irgendwann entdecken, woran es liegt: Es ist das Sonnenlicht, das sich an den mit Fliesen, Azulejos, verzierten Gebäudefronten tausendfach bricht. Wie farbige Tapeten und kostbare Stoffe wirken die glasierten Fronten, die als Modeerscheinung von Nordafrika über Spanien nach Portugal kamen. Blüten, Rauten, Bordüren, ganze Blumenfelder blühen in engen Gassen und lassen Straßen hell werden, sobald die Sonne auf sie trifft. Nur die Diebe sind unerbittlich, manchmal rauben sie in einer Nacht mit wenigen Hammerschlägen einem Haus seinen ganzen Charme. Wer weiß schon, woher die Kacheln stammen, die morgen auf dem Flohmarkt feira da ladra verkauft werden...

Wasser

Es gibt keine Stadt, die so sehr vom Wasser geprägt ist wie Lissabon. Von hier aus starteten im 15. Jahrhundert die großen Entdecker. Das Wasser, der Rio Tejo und der Ozean, sind Lissabons Tore zur Welt. Und doch ist die Welt längst in der Stadt der Seefahrer heimisch geworden. Menschen aus den ehemaligen Kolonien haben ihre Spuren hinterlassen. In den Kochrezepten, der Architektur, in der Weltläufigkeit – und in der Sehnsucht nach der großen weiten Welt.

Mehr Infos unter www.visitlisboa.com, die diese Reise zum Teil unterstützten. 

Von Martina Hildebrand


Ihr Kommentar

Name:
 
 Bitte beachten Sie unsere Netiquette.
Info
Bestätigungswort

Um Ihren Kommentar abzusenden, geben Sie bitte das Bestätigungswort ein. Nicht lesbar? Erzeugen sie durch Klick darauf einen neuen Text.