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Marokko: Eins mit der Natur

Die Berber lassen grüßen: Nachhaltiger Tourismus soll in Marokko Standard werden - 03.05.2012 13:29 Uhr

Als ob die Zeit stehen geblieben wäre: Landleben im Süden Marokkos.

Als ob die Zeit stehen geblieben wäre: Landleben im Süden Marokkos. © Dar al Hossoun


Heute ist die Gruppe aber ziemlich müde vom Wandern in der hügeligen Landschaft 15 Kilometer vor den Toren Agadirs. Alle genießen noch ein bisschen die laue Luft auf der Dachterrasse der Atlas Kasbah, den warmen, würzigen Tee und warten hungrig auf das Abendessen nach landestypischer Art.

Antik ist es nicht, aber inspiriert von der Natur und traditionellen Lebensweise alter Berberfamilien: Erst vor ein paar Jahren haben die Französin Helena und ihr berberischer Mann Hassan das imposante Gebäude mit den vier Türmen, einer alten Berber-Burg nachempfunden, in die karge Landschaft gebaut.

Das marokkanisch-französische Paar gehört zu einem Kreis, dem sich immer mehr Gleichgesinnte anschließen. Nachhaltiger Urlaub statt Massentourismus ist ihr Anliegen. „Vision 2020“ heißt das anspruchsvolle Ziel des Ministeriums für Tourismus, hinter dem auch der junge marokkanische König Mohamed VI steht. Mit Nachhaltigkeit und der Bewahrung der sozialen und kulturellen Werte will es das nordafrikanische Land in acht Jahren schaffen, zu den 20 beliebtesten Ferienländern zu stoßen. Was nicht heißt, dass es keine großen Hotels mit allen nur möglichen Sport- und Wellness-Angeboten gibt.

Vielfältige Unternemungs- und Erholungsmöglichkeiten

Doch zurück zur Berberburg Atlas Kasbah. Wer hierher kommt, will nicht nur die Sonne Marokkos genießen. Wandern, Trekking, Eselsausritte, Vogelbeobachtungen und Kochkurse stehen auf dem Programm. Nach all diesen Aktivitäten kann man sich im Hamam, auf dem Massagebett und am Swimmingpool erholen.

Die Öko-Lodge, inzwischen mit internationalen und nationalen Auszeichnungen bedacht, entpuppt sich nicht etwa als Postkartenidylle. Hier wird die Sonne zum Stromlieferanten, die verbauten Materialien haben Tradition und müssen nicht erst von weit her transportiert werden, und was auf den Tisch kommt, wird im weitläufigen Garten rund um die Kasbah angebaut oder von den Bauern aus der Umgebung geliefert. Überhaupt bleiben die Nachbarn, wie bei vielen All-Inklusive-Ferienanlagen rund um den Globus, nicht nur Zaungäste. Ihre Ideen und ihre Begleitung sind gefragt, wenn die Gäste aufbrechen, um Land und Leute kennenzulernen. (www.atlaskasbah.com)

Alles wirkt wie zufällig und ist doch inszeniert. Die Garden Lodge & Spa Dar al Hossoun, nur wenige 100 Meter von der hellgelben historischen Stadtmauer von Taroudant, der größten und schönsten Stadt des Sous-Tales entfernt, ist ein ungewöhnlicher Ort, ein üppiger Garten Eden und ein Refugium für Individualisten. Hausherr Ollivier, ein ehemaliger Banker, entdeckte in Marokko seine Liebe zur Natur und machte den Tourismus zu seinem neuen Lebensmittelpunkt.

Picknick bei den Bauern der Umgebung: eine Wandergruppe im Sous-Tal.

Picknick bei den Bauern der Umgebung: eine Wandergruppe im Sous-Tal. © Dar al Hossoun


Dass er für seine Passion einen außergewöhnlichen Ort entdeckte, nämlich ein 40 Hektar großes Areal inmitten ausgedehnter Olivenhaine, das von den international bekannten Landschaftsgärtnern Eric Ossart und Arnoud Maurierès bereits als Kombination von moderner Architektur und traditioneller Bauweise angelegt wurde, war ein Glücksfall. Zimmer und Suiten sind individuell mit marokkanischem Silber, alten Vasen, mit Wandteppichen und Postern ausgestattet. Wer in einem der Swimmingpools baden möchte, muss auch schon mal mit Blättern und Blüten im Wasser rechnen. Orangen- und Zitronenbäume stehen dicht am Beckenrand.

In manchen Suiten schaut man auf das eindrucksvolle Atlas Gebirge, andere haben ein Badezimmer unter freiem Himmel oder eine Dusche zwischen Bananenbäumen. Der Hausherr bietet Massagen nach marokkanischer, indischer und asiatischer Art an und eine traditionelle Küche mit Gerichten aus dem Süden Marokkos: Salate, Couscous, gegrillter Fisch oder geschmortes Fleisch und Hühnchen, das im traditionellen Tajine ähnlich wie im Römertopf gegart wird. (www.alhossoun.com)

Ozean pur

Keine Lust auf Wandern und Trekking, auf Souks und Golf, aber Sehnsucht nach Meer? Dann lohnt sich der Blick auf das Paradis Plage Resort einige Kilometer hinter dem Großen Hafen von Agadir und 50 Minuten vom Internationalen Airport entfernt. In einer fünf Kilometer langen Bucht hat hier die marokkanische Familie Kabbage eine familiäre Wohlfühl-Oase geschaffen. Die Philosophie des ersten Surf, Yoga & Spa Resorts in Marokko: Geh sorgsam mit deinem Körper und deiner Seele um. Entspannen und Aktivitäten halten sich daher die Waage.

Hier im Süden Marokkos kann man sich das ganze Jahr von der Sonne verwöhnen lassen. Surfer und Wellenreiter laufen in der Taghazout Bay zur Hochform auf. Yoga-Anhänger treffen sich in einem gläsernen Tempel direkt am Meer, und im Spa gibt es jede Menge Streicheleinheiten für Körper und Seele. (contact@paradisplage.com)

Weitere Informationen:

Staatlich Marokkanisches Fremdenverkehrsamt, das diese Reise unterstützte, Tel. (0211) 370551, www.visitmorocco.com 

Von Christiane Klatte

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