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Schweiz: Hinauf zu den Dreitausendern

Das Höhendorf Samnaun verbindet Skifahren und Wellness auf hohem Niveau - 24.01.2013 13:20 Uhr

Samnaun  - Dass ein Bergdorf diese außergewöhnliche Lage hat, kann ein Fluch sein, aber auch ein Segen. Samnaun liegt in 1800 Metern Höhe gut eingebettet in hochalpine Berglandschaft. Das ist toll. Tirol ist so nah, dass ein 238 Kilometer großer Pistenverbund mit dem benachbarten Ischgl besteht. Das ist praktisch.

In zwei Etagen ins Hochgebirge: Die Doppelstock-Gondelbahn von Samnaun bietet ein besonderes Bergerlebnis.
In zwei Etagen ins Hochgebirge: Die Doppelstock-Gondelbahn von Samnaun bietet ein besonderes Bergerlebnis.
Foto: swiss-image.ch/Josef Mallaun
In zwei Etagen ins Hochgebirge: Die Doppelstock-Gondelbahn von Samnaun bietet ein besonderes Bergerlebnis.
In zwei Etagen ins Hochgebirge: Die Doppelstock-Gondelbahn von Samnaun bietet ein besonderes Bergerlebnis.
Foto: swiss-image.ch/Josef Mallaun

Als heikel jedoch hat es sich früher erwiesen, dass die Traumlage des Schweizer Höhennests mit seiner Kulisse der Silvrettagruppe und ihren Dreitausendern nur über zwei Ochsenwege aus Österreich erreichbar war. Wollten Schweizer nach Samnaun, mussten sie übers Ausland. Weil das natürlich auch für ihre Soldaten galt, und weil es auf Dauer lästig ist, stets erst beim Nachbarn anzuklopfen, wenn man ins eigene Gelände will, wurde 1912 doch eine Straße vom Unteren Engadin herauf in die Bergwände „genagt“. Anders kann man es kaum bezeichnen.

Die Anfahrt durch schmalste Tunnels, die durch schroff ausgeschlagene Felsmassive führt, ist bis heute spektakulär. Eine Fahrt, die sich nicht nur landschaftlich lohnt. Wer oben in ruhiger Lage und sauberer Luft ankommt, vor dem tut sich nicht nur ein beschauliches Bergdorf auf, sondern auch das höchstgelegene zollfreie Gebiet Europas. Ein Duty-Free-Einkaufsparadies.


Was paradiesisch ist, und was nicht, hängt freilich von individuellen Bedürfnissen ab. Schon richtig, dass im benachbarten, doch niedriger gelegenen Ischgl der Bär steppt. Wobei der Partydurst und -hunger dort unten etwas einseitig auf die Geschlechter verteilt sein soll, wie man sich in Samnaun schmunzelnd erzählt; angeblich kommt im Ischgler Nachtleben auf zehn Männer im Gästedurchschnitt nur eine Frau. Verglichen damit ist in Samnaun die ballermannfreie Welt noch in Ordnung: In der kalten Jahreszeit wird nachhaltig auf Wintersport und Wellness gesetzt, beides auf hohem Niveau.

Paradebeispiel ist das Vier-Sterne-Superior-Hotel Chasa Montana im Herzen des Dorfs, das mit dieser Wintersaison seinen neuen und erweiterten Spa-Bereich eröffnet hat. Auf 1500 Quadratmetern Fläche genießen Gäste von den Pools und Ruhezonen aus den Blick ins Freie. Neben den gängigen Wellness-Behandlungen wird „Floating“ angeboten. Hierfür setzt man sich in ein großes, eiförmiges Beckengefäß voller körperwarmen Salzwassers; mit farbigen Lichteffekten unterstützt und mit ruhiger Unterwassermusik soll im geschlossenen „Ei“ ein entspannendes Befinden erzeugt werden, das im Idealfall so schwerelos schwimmen lässt, als wäre man ein Baby im Mutterleib.

Überhaupt wird drinnen im Chasa Montana wie auch draußen an den Skihängen für Wohlempfinden gesorgt: Hat man das Skigebiet mit der Doppeldecker-Gondel von Samnaun aus zum Alp Trida Sattel erreicht, stehen 33 Lifte, Förderbänder sowie Sessellifte mit teils vorgeheizten Sitzflächen bereit. Von der knapp 2900 Meter hoch gelegenen Gipfelstation am Paunkopf bis zu Tiefschneeabfahrten hinunter ins österreichische Paznauntal reichen die Möglichkeiten. Und von Fun-Pisten bis zu schwarzen Abfahrten mit 70 prozentigem Gefälle ist für jedes sportliche Niveau was dabei. Wer nicht auf die Bretter will, kann auf markierten Schneeschuh-Routen durch die verschneiten Felder und Wälder Bergluft schnuppern.

Sterne schauen ist für Skifahrer bei Vollmondfahrten möglich, Sterne schmecken dann im Hotel. Allein das Chasa Montana hat drei verschiedene Restaurants: italienische Küche gibt es im „La Pasta“, Raclette und Fondue im Stübli „La Grotta“ und Gourmet-Küche des Sterne-Kochs Johannes Partoll im „La Miranda“. Dass sich das Haus gleich mehrere Sommeliers leistet, zeigt Wirkung: Im Gewölbe des Weinkellers lagern rund 15000 Flaschen.

Weitere Informationen: Anreise: Swiss fliegt viermal täglich von Nürnberg nach Zürich. Dann z. B. weiter mit der Bahn über die landschaftlich reizvolle Strecke Landquart, Klosters, Scuol ins Engadin. Diese Reise wurde unterstützt von Schweiz Tourismus: www.myswitzerland.com, Tel. (00800) 10020030 oder www.engadin.com 

Von Christian Mückl


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