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Wandern auf dem Mieminger Sonnenplateau

Tourengeher und Winterwanderer genießen die Natur - 01.02.2013 20:00 Uhr

Innsbruck  - Auf dem 1500 Meter hohen Gipfel, der sich hier am Rande des Mieminger Sonnenplateaus rund 40 Kilometer westlich von Innsbruck erhebt, herrscht reges Treiben: Er wird jetzt nicht mehr von Alpinskifahrern, sondern von Tourenskigehern und Schneeschuhwanderern bevölkert. Sanfter Wintertourismus lautet das aktuelle Motto der Region.

Eine Gruppe Tourenskigeher und Schneeschuhwanderer bestaunt die idyllische Natur am Grünberg.
Eine Gruppe Tourenskigeher und Schneeschuhwanderer bestaunt die idyllische Natur am Grünberg.
Foto: Helldörfer
Eine Gruppe Tourenskigeher und Schneeschuhwanderer bestaunt die idyllische Natur am Grünberg.
Eine Gruppe Tourenskigeher und Schneeschuhwanderer bestaunt die idyllische Natur am Grünberg.
Foto: Helldörfer

Statt auf Pistenrummel und Après-Ski setzt man lieber auf Entschleunigung, Naturerlebnis und Nachhaltigkeit. Schaukeln verboten!“ steht auf dem Schild an der Holzhütte, die ein wenig verloren auf dem Gipfel des Grünbergs steht. Das Schild hatte bis vor zwei Jahren durchaus noch seine Berechtigung. Denn hier befand sich die Bergstation des einzigen Sessellifts in der Region. Mittlerweile ist die Warnung überflüssig geworden, denn die Anlage wurde 2011 stillgelegt.

„Habt ihr gerade den Kolkraben gehört?“ fragt der Biologe Clemens Stecher, der mit einer gemischten Schneeschuh- und Tourenski-Gruppe zum Grünberg hinaufstapft. Die gefiederten Bewohner des Hochwaldes sind ihm ebenso vertraut wie die Pflanzen- und Tierwelt. Nach seinem Konzept ist hier ein kleiner „Alpinpark“ entstanden, der Ski- und Winterwanderer über die Schätze der Natur informiert.


Der eher gemächliche Anstieg zum Gipfel, der die Tour auch für Einsteiger attraktiv macht, lässt noch genügend Reserven, um Spechthöhlen oder Tierspuren unter die Lupe zu nehmen. Bei der Abfahrt kann der geübte Tourengeher durch den Tiefschnee pflügen. Dem Touren-Neuling steht die präparierte Skipiste zur Verfügung.

Möglichst nahe bei der Natur und verwurzelt mit der Region – dieses Konzept verfolgt auch René Föger, Inhaber des Familien-Landhotels „Stern“ in Obsteig und Initiator des neuen Tourismuskonzepts für das sonnenverwöhnte Tiroler Plateau. Gemeinsam mit einigen gleichgesinnten Partnerbetrieben hat er es geschafft, den Auswirkungen der Skilift-Schließung neue Attraktionen für naturverbundene Individualtouristen entgegenzusetzen.

Wichtig sind Regionalität und Klimaschutz

„Wir hatten hier zwar einen der ersten Lifte in ganz Tirol, aber noch nie die Voraussetzungen für wirklich großen Skitourismus“, berichtet Föger. So hält die schroffe Mieminger Bergkette zwar im Sommer unerwünschten Regen ab, bietet aber kaum Möglichkeiten für Skipisten. Als der in die Jahre gekommene Sessellift immer weniger Skifahrer und stattdessen Filmteams auf der Suche nach nostalgischen Einer-Sesselanlagen anzog, war klar, dass etwas passieren musste. „Es war ein schwieriger Einschnitt, aber unsere Stärke liegt nicht in einem Lift, sondern in der Natur“, machte sich René Föger für ein Umdenken stark.

In seinem Hotel setzt er deshalb vor allem auf Regionalität und Klimaschutz. Auch die Gäste können ihr Scherflein zu einer ausgeglichenen Ökobilanz beitragen, indem sie sich bewusst für einheimische Speisen entscheiden oder statt mit dem Auto mit der Bahn anreisen. Damit der sanfte Wintertourismus möglichst viel Spaß macht, organisiert das Hotel Stern mit den Partnerbetrieben ein Programm mit Schnupper-Skitouren, Winterwanderungen und Langlaufkursen.

Bei einem Spaziergang durch die wildromantischen Weiler des Plateaus stößt man auf unzählige Kirchlein und beobachtet die durch den Schnee tollenden Haflinger. Die einzigartige Aussicht auf das „Sonnenplateau“ ist natürlich immer inklusive. Wer auf den alpinen Ski-Spaß nicht ganz verzichten möchte, kann entweder den Schlepplift am unteren Abschnitt der Grünberg-Piste nutzen oder ins Skigebiet im 20 Kilometer entfernten Seefeld fahren.

Für Langläufer stehen auf dem Plateau rund 80 Kilometer Loipen zur Verfügung, die für Diagonal-Läufer ebenso angelegt sind wie für die Anhänger der Skating-Technik. „Die Strecken hier sind besonders gut für Wiedereinsteiger und Familien geeignet, auch die Oma und der Opa können mitkommen“, sagt Langlauf-Skilehrer Peter Heidegger.

Eine ganz andere Art von Technik kann der Mieminger Wintertourist dann am Abend auf der Ofenbank in der Bauernstube des Hotels erlernen: Beim Watten-Stammtisch geht es um den „Weli“, den „Rechten“ und den „Linken“, alles Spielkarten, mit denen man die zum Sieg nötigen drei Stiche machen kann.

Weitere Informationen finden Sie unter:

www.sonnenplateau.com und
www.hotelstern.at, das diese Recherche unterstützte, Tourismusbüro Mieming: Tel. (0043/5264) 5274, mieming@sonnenplateau.com; Tourismusbüro Obsteig: Tel. (0043/5264) 8106, obsteig@sonnenplateau.com
  

Von Clemens Helldörfer


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