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Was Sterne sagen

Bei den Einstufungen der Hotels gibt‘s international ein Durcheinander - 19.07.2012 12:44 Uhr

So werden allein die spanischen Hotels nach 17 verschiedenen regionalen Gesetzen bewertet, die alle andere Kriterien anlegen. In Finnland gibt es bis heute überhaupt keine Sterne, Griechenland verwendet Buchstaben.

Ein Vergleich zwischen den Sternen verschiedener Länder ist dementsprechend eigentlich nicht möglich. So legen zum Beispiel Südeuropäer wesentlich weniger Wert auf die Länge des Betts als Nordeuropäer, Franzosen erwarten ein Bidet im Zimmer. Amerikaner legen darauf keinen Wert, bei ihnen geht es aber nicht ohne Eismaschine.

Den Dehoga-Sternen ist zu trauen.

Den Dehoga-Sternen ist zu trauen. © Franziska Koark


Veranstalter sind deshalb dazu übergegangen, eigene Klassifizierungen vorzunehmen. Deutschlands Marktführer Tui hat sich für Sonnen entschieden. Bei der Vergabe der Sonnen orientiert sich das Unternehmen nach den Worten von Steffen Boehnke, der bei Tui für die Fernreisen verantwortlich ist, an mehreren Kriterien. Die Länderkategorie ist dabei nicht mehr als eine erste Orientierungshilfe.

In den USA sei die Sternevergabe realistisch, ebenso in den meisten großen Reiseländern wie Griechenland, Türkei, Thailand oder Ägypten. „In der Dominikanischen Republik oder Kuba sieht das etwas anders aus“, so Boehnke. Grundsätzlich gelte: „Länder, in denen der Tourismus eine lange Tradition hat, haben engere Vorgaben.“ Deshalb besuchen die Länderverantwortlichen des Reiseunternehmens die Hotels mindestens einmal pro Jahr, in der Regel noch häufiger.

Wie werden deutsche Hotels bewertet?

Doch wie werden deutsche Hotels bewertet? „Organisiert wird die Klassifizierung von 18 regionalen Gesellschaften“, erklärt Markus Luthe, Hauptgeschäftsführer des Hotelverbandes Deutschland (IHA), der diese für die Dehoga macht.

In Deutschland gibt es einen klaren Kriterienkatalog, der rund 270 Punkte umfasst. Zunächst reichen die Hoteliers laut Luthe eine Selbstauskunft ein. Diese wird dann von zwei Prüfern vor Ort kontrolliert. Neben messbaren Kriterien fließen auch subjektive Kriterien in die Bewertung ein. „Denn eine Couch kann ja völlig durchgesessen sein“, so Luthe. Zentrale Punkte sind deshalb Hygiene, Erhaltungszustand und Gesamteindruck. Auch Gästebewertungen im Internet spielen eine Rolle. Am Ende werden dann ein bis fünf Sterne vergeben.

Und das bedeuten sie in Deutschland:

1 Stern: Alle Zimmer mit Dusche/WC, tägliche Zimmerreinigung, Farb-TV, Tisch und Stuhl, Seife, Empfangsdienst, erweitertes Frühstück.

2 Sterne: Frühstücksbüfett, Leselicht am Bett, Schaumbad oder Duschgel, Badetücher, Angebot von Hygieneartikeln, Kartenzahlung möglich.

3 Sterne: 14 Stunden besetzte Rezeption, zweisprachige Mitarbeiter, Sitzgruppe am Empfang, Gepäckservice, Getränke auf dem Zimmer, Telefon auf dem Zimmer, Internetzugang, Heizmöglichkeit im Bad, Haartrockner, Papiergesichtstücher, Ankleidespiegel, Kofferablage, Nähzeug, Schuhputzutensilien, Zusatzkissen auf Wunsch.

4 Sterne: 18 Stunden besetzte Rezeption, Lobby, Hotelbar, Minibar oder Room-Service, Sessel oder Couch, Bademantel, Hausschuhe auf Wunsch, Kosmetikartikel, Kosmetikspiegel, Restaurant.

5 Sterne: 24 Stunden besetzte Rezeption, mehrsprachige Mitarbeiter, Doorman, Wagenmeister, Concierge, Personalisierte Begrüßung auf dem Zimmer mit frischen Blumen und Präsent, Internet-PC auf dem Zimmer, Safe im Zimmer, Bügelservice, Schuhputzservice, Abendlicher Zimmerservice. 

MICHAEL ZEHENDER

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