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Zu Bier und Bratwurst

Kulinarische Tour in Thüringen per Pedes und Rad - 23.08.2012 13:28 Uhr

Rast am kühlen Fluss: Der 120 Kilometer lange Ilmtal-Radweg gilt als eine der schönsten Touren in Thüringen.

Rast am kühlen Fluss: Der 120 Kilometer lange Ilmtal-Radweg gilt als eine der schönsten Touren in Thüringen. © ADFC


Begleitet vom Gesang der Lerchen schweift der Blick oben zurück nach Arnstadt, wo an der Stadtbrauerei die Wanderung auf dem Geo- und Genussweg „Vom Bier zur Bratwurst“ begonnen hat.

Arnstadt – 704 erstmals urkundlich erwähnt – ist der älteste Ort Thüringens und das Tor zum Thüringer Wald. Im Jahre 1703 trat der junge Johann Sebastian Bach hier seine erste Organistenstelle an. Während seiner fünf Arnstädter Jahre geriet er immer wieder mit den dortigen Kirchenoberen aneinander. Die kritisierten seinen Spielstil, seine Frauengeschichten und seinen Lebenswandel. Das Bach-Denkmal auf dem Marktplatz zeigt denn auch einen lässigen jungen Mann, der sich auf einem Meilenstein lümmelt.

Auf den Spuren des Komponisten

Die Routen, auch zu Bier und Bratwurst sind gut ausgeschildert.

Die Routen, auch zu Bier und Bratwurst sind gut ausgeschildert. © Matthias Wenten/dpa


Vom Marktplatz ist es nur einen Steinwurf bis zu Bachs ehemaliger Arbeitsstätte. Die barocke Kirche ist heute nach dem Komponisten benannt. Vor ihr plätschert das Wasser im Hopfenbrunnen. Denn Arnstadt ist nicht nur Bachstadt. Die Einwohner der 20 Kilometer südlich von Erfurt gelegenen Kreisstadt reklamieren auch für sich, im Jahre 1617 das erste Weizenbier außerhalb Bayerns gebraut zu haben.

Und damit nicht genug: Auch die Rostbratwurst soll ihre Wurzeln in Arnstadt haben. Die Einwohner berufen sich dabei auf die erste urkundliche Erwähnung der regionalen Spezialität – eine Rechnung des Arnstädter Jungfrauenklosters aus dem Jahre 1404 über einen Groschen für Bratwurstdärme.

Durch die Felder und über Kalk- und Ziegenberg geht es weiter zum Ziel der acht Kilometer langen Tour: zum 1. Deutschen Bratwurstmuseum in Holzhausen. Wenn die Phrase, dass es um die Wurst geht, jemals eine Berechtigung hatte, dann hier. Wohin man auch schaut: Es wimmelt von Würsten. Im Garten des Geländes haben sich regionale Künstler mit dem Thema Wurst beschäftigt und Installationen gebaut. Die Besucher durchschreiten die weltweit einzige begehbare Bratwurst. Auf die Wurst gehört der Senf wie die Mayo auf die Pommes. Deswegen beginnt der nächste Tag mit einem Besuch der Senf- und Kunstmühle Kleinhettstedt. Der Ort liegt direkt am Ilmtal-Radweg und ist ein beliebter Zwischenstopp bei Radtouristen.

Viele Hotels für Radfahrer

Der Ilmtal-Radweg ist etwa 120 Kilometer lang. Er startet an der Quelle der Ilm in Stützerbach im Thüringer Wald und führt in nord-östlicher Richtung nach Bad Sulza. Der Allgemeine Deutsche Fahrrad Club (ADFC) hat ihm vier von fünf möglichen Sternen verliehen. Kein Wunder: Die Strecke ist gut ausgeschildert, und am Wegesrand liegen viele Hotels und Herbergen für Radfahrer.

Jetzt wartet aber erst einmal Friedrich Morgenroth im großen Innenhof der Senfmühle. Der Morgen ist noch jung, die Schwalben fliegen am strahlend blauen Himmel, und der Hof des imposanten Fachwerk-Ensembles ist lichtdurchflutet. Alles hier wirkt wie ein großes Freilichtmuseum. „Wir sind aber kein Museum, sondern ein produzierendes Denkmal“, sagt Morgenroth. Seit 1732 ist die Mühle aus dem 16. Jahrhundert in Familienbesitz.

Friedrich Morgenroth führt sie in achter Generation, und die Kinder werden bald das Ruder übernehmen. Der Senf aus Kleinhettstedt ist ein Exportschlager und wird weltweit exportiert. 20 Sorten hat Morgenroth im Angebot, darunter Spezialitäten wie Bärlauch-, oder Nordhäuser-Doppelkorn-Senf. Und natürlich Biersenf.

Weitere Informationen zum Reiseziel:

 Thüringer Tourismus GmbH, Tel.: (0361) 3742200, info@thueringen-tourismus.de; www.thueringen-entdecken.de 

Matthias Wenten

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