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Das tote Tier wird im Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit in Erlangen untersucht. Auf das Ergebnis ist man auch im Straubinger Tiergarten gespannt. Von dort waren die beiden Brüder Cornelius und Claudius im Mai nach Nürnberg gekommen, weil die Tigeranlage in Straubing umgebaut wird. „Wir gehen davon aus, dass Cornelius an den Folgen eines Spielunfalls gestorben ist“, so der Straubinger Zoodirektor Wolfgang Peter. Zwar sei es für ihn „eine schreckliche Botschaft“ gewesen, als er von Cornelius’ Tod benachrichtigt wurde. „Aber wir machen dem Nürnberger Tiergarten keine Vorwürfe. Dort sind die Haltungsbedingungen hervorragend, und wir sind froh, dass die Nürnberger unsere Tiger während des Umbaus übernommen haben.“
Die neue Tigeranlage in Straubing soll im Frühjahr fertig werden. Bis dahin bleibt Claudius, der aus dem selben Wurf wie Cornelius stammt und immer mit seinem Bruder zusammen war, in Nürnberg erst mal allein. „Es kann schon sein, dass er noch ab und zu nach seinem Bruder sucht, aber er wird damit fertig werden“, ist Wolfgang Peter überzeugt. Denn auch in freier Wildbahn sind männliche Tiger in der Regel Einzelgänger. Wenn Claudius nach Straubing zurückgekehrt ist, soll er im Rahmen des Europäischen Erhaltungszuchtprogramms (EEP) eine Partnerin zugewiesen bekommen. Denn die neue Anlage in Straubing wurde so gestaltet, dass sie die Möglichkeit zur Zucht bietet. „Einer der beiden Tiger hätte deshalb sowieso ausgetauscht werden müssen“, sagt der Straubinger Zoochef.
Der Nürnberger Tiergarten sollte nach der Rückkehr von Cornelius und Claudius über das EEP ein neues Tiger-Zuchtpaar erhalten. Ob sich daran wegen des Todes von Cornelius etwas ändert, ist laut Tiergartensprecherin Nicola Mögel bisher nicht bekannt. „Man kann im Augenblick noch nicht sagen, wie es weitergeht.“
Zootierärztin Katrin Baumgartner ist nach wie vor der Meinung, dass Cornelius beim Spielen mit seinem Bruder verletzt wurde und dies zum Tod des Tigers führte. Er sei vorher nicht krank gewesen, sondern „putzmunter“: „Das haben ja auch die Tiergartenbesucher erzählt, die Cornelius und Claudius an dem Tag noch beim Spielen beobachtet haben.“
Bei der NZ hat sich eine Frau gemeldet, die eine Woche vor dem Todesfall gesehen haben will, dass einer der Tiger das rechte Hinterbein nachzog und laut rief – so, als würde er über Schmerzen klagen. Letzteres schließt Katrin Baumgartner aus: „Tiere schreien nie vor Schmerz. Damit würden sie signalisieren: Ich bin schwach. In der Natur könnte das schnell ihren Tod bedeuten.“ Die Tiger am Schmausenbuck ,riefen‘ aber immer kurz vor der Fütterung; wahrscheinlich sei das auch an jenem Tag so gewesen.
Dass Cornelius gehinkt habe, sei im Tiergarten nicht bekannt. „Das wäre meinem Tierarzt-Kollegen oder mir aufgefallen, wir schauen regelmäßig nach den Tieren. Auch die Pfleger hätten es bemerkt.“ Ihrer Meinung nach kann es sich allenfalls um eine „Momentaufnahme“ handeln, „vielleicht hat er kurz mal gehinkt“. Auch die Zoobesucher, die Cornelius kurz vor seinem Tod beim Toben zusahen, hätten nichts Derartiges berichtet.

