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Verletzte sich der Tiger beim Spielen tödlich?

Blutende Wunde am Hals — Sektion soll die genaue Ursache klären - 18.10.2012 07:27 Uhr

Nürnberg  - Vor knapp einem Jahr musste die Tigerin "Sigena" wegen eines Tumors eingeschläfert werden, jetzt ist ein weiterer sibirischer Tiger tot: Der sechs Jahre alte "Cornelius" starb am Dienstagnachmittag vor den Augen etlicher Besucher des Tiergartens.

Der sibirische Tiger „Cornelius“ starb am Dienstagnachmittag im Freigehege des Tiergartens. Die Todesursache ist noch nicht genau geklärt.
Der sibirische Tiger „Cornelius“ starb am Dienstagnachmittag im Freigehege des Tiergartens. Die Todesursache ist noch nicht genau geklärt.
Foto: News5/Grundmann
Der sibirische Tiger „Cornelius“ starb am Dienstagnachmittag im Freigehege des Tiergartens. Die Todesursache ist noch nicht genau geklärt.
Der sibirische Tiger „Cornelius“ starb am Dienstagnachmittag im Freigehege des Tiergartens. Die Todesursache ist noch nicht genau geklärt.
Foto: News5/Grundmann

Mittags ging es dem Tiger offenbar noch gut. Gäste des Zoos beobachteten, dass „Cornelius“ mit seinem Bruder „Claudius“ durchs Gehege tollte. Nachmittags zog er sich nach Darstellung des Tiergartens allerdings in eine Felsenhöhle zurück und blieb dort reglos liegen. Das Geschwistertier versuchte, „Cornelius“ aus der Höhle zu zerren, womöglich, um ihn zu animieren. Etliche Besucher fanden dieses Verhalten merkwürdig. Sie schalteten die Tierpfleger ein.

Auch die Tierärzte wurden alarmiert. Veterinärin Katrin Baumgartner versuchte, die Atmung des leblos wirkenden Tigers mit einem Medikament zu stimulieren. Dafür verabreichte sie ihm aus der Distanz heraus mit einem Blasrohrgewehr eine Spritze. Doch „Cornelius“ reagierte nicht darauf. Weder auf das Medikament, noch auf den Einstich der Kanüle.

Bis die Veterinärin zusammen mit ihrem Kollegen Hermann Will dann tatsächlich im Gehege war, sollten allerdings gut zwei bis drei Stunden vergehen. Nicht zuletzt wegen der tödlichen Tiger-Attacke auf eine Pflegerin im Kölner Zoo im August dieses Jahres gingen sie auf Nummer sicher. „Da geht man kein Risiko ein“, sagt Will. Die Feuerwehr hievte die Ärzte schließlich mit Hilfe eines Krans in einem Käfig, eine Eisbär-Transport-Box, ins Gehege. Der zweite Tiger war zwischenzeitlich ins Raubtierhaus gelockt worden.

Doch letztlich konnten die Tierärzte „Cornelius“ nicht mehr retten. „Er war schon tot“, sagt Will. „Auch wenn wir zwei Stunden früher reingegangen wären, hätten wir ihm nicht mehr helfen können.“ Die Todesursache ist bislang noch unklar. Die sechs Jahre alte Raubkatze galt als gesund.



Am Hals entdeckten die Veterinäre allerdings eine blutende Wunde, außerdem Blutungen im Unterhautgewebe. Vielleicht habe sich der Tiger „eine unglückliche Verletzung beim Spielen“ zugezogen, mutmaßt Tierarzt Will. Aufschluss darüber soll die Sektion im Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit in Erlangen bringen. Noch am Dienstag wurden Blutproben genommen und Röntgenaufnahmen gemacht.

„Cornelius“ und sein Bruder „Claudius“ wurden im Jahr 2006 in Ostrava in der Tschechischen Republik geboren. Im Tiergarten Nürnberg lebten sie seit Mai dieses Jahres. Die Stadt hatte die Tiger aus dem Straubinger Zoo übernommen, weil dort die TigerAnlage umgebaut wurde. In Kürze hätten sie dorthin zurückkehren sollen.

Tiger sind eigentlich Einzelgänger, werden aber in Zoos oft in Gruppen gehalten. „Gerade bei Wurfgeschwistern funktioniert das sehr gut“, meint Veterinär Will. Der Tiergarten betont in seiner gestern veröffentlichten Pressemitteilung, dass die Tiger-Geschwister von Geburt an zusammenlebten und sich gut verstanden. „Ihr Verhalten war nicht aggressiv.“ Auch am Dienstag habe kein Kampf stattgefunden.

Der Zoo machte zuletzt immer wieder Negativ-Schlagzeilen, weil Tiere verendeten; vor allem Delfine. Im November 2011 musste auch Tigerin „Sigena“ wegen eines Tumors eingeschläfert werden. In Zoos werden einzelne Tiger schon mal über 20 Jahre alt. In freier Wildbahn erreichen sie ein Alter von zwölf bis 14 Jahren. 

VON SABINE STOLL


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Tiergarten



Kurzbeschreibung:
In einem weitläufigen Gelände mit Wald, Wiesen, Weihern und Sandsteinfelsen liegt der Nürnberger Tiergarten. Er gilt als einer der schönsten deutschen Landschaftszoos.
Die 2011 fertiggestellte Delfinlagune sorgt für höhere Besucherzahlen aber auch für Kritik.