Dienstag, 13.11.2018

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Funkhaus fiebert Umzug entgegen

Wechsel bei laufendem Sendebetrieb — Abschied von der Senefelderstraße - 20.08.2012 20:00 Uhr

Kann schon einmal ans Packen denken: Radio-F-Moderator Sigi Hoga — hier noch im alten Studio — hat bereits Erfahrung mit dem Umzug eines Radiosenders. © Roland Fengler


„Für die Hörer ist nichts zu hören.“ Eigentlich ist das ja der „worst case“ für Radiomacher, also der schlimmste Fall, wenn keiner etwas hört. In diesem Fall, also dem Umzug vom einen ins andere Sendegebäude, soll es aber genau so sein, dass kein Hörer im laufenden Radiobetrieb etwas mitbekommt. „Sonst schaltet er gleich um“, weiß Funkhaussprecher Stefan Grundler.

Die Spannung steigt bei den rund 100 Technikern, Moderatoren, Redakteuren und Mitarbeitern im „Funkhaus Nürnberg“. Viele von ihnen, so wie RadioF-Moderator Sigi Hoga, haben bereits Umzugserfahrung mit einem Sender. 1994/95 rückten die privaten Hörfunkstationen der Frankenmetropole von ihren jeweiligen Einzelstandorten erstmals unter das Dach des Funkhauses — in das Gebäude in der Senefelderstraße. Dort war früher ein Teil der alten Bing-Vergaserfabrik untergebracht.

„Doch vor 18 Jahren zogen die Sender einzeln und nach und nach um, jeder wurde dann für sich umgeklemmt“, betont Grundler. „Diesmal wechseln alle gleichzeitig den Standort mit ihrer Sendetechnik. Das macht den großen Unterschied.“

Tag der Wahrheit

Der Schlüsseltag für die Nürnberger Privatradio-Macher von Radio F, Charivari 98,6, Gong 97,1 und Hit Radio N1 (das digitale Pirate Gong sendet nicht live) ist der 20. September. Irgendwann in den Abendstunden — eine genaue Uhrzeit steht noch nicht fest — wird das alte Sendekabel zum Funkturm von einer Tochterfirma der Telekom ab- und das neue Kabel aus der Ulmenstraße angeschaltet.

„Dann gibt es kein Zurück mehr“, sagt Grundler. Die Hörer müssten in einem Moment noch einen Moderator aus dem alten Studio hören und im nächsten schon eine Kollegin vom neuen Standort. Auf diesen Moment arbeiten alle gebannt hin. Die Techniker bereiten den Umzug des Funkhauses seit Monaten vor und haben sich auch noch professionelle Unterstützung geholt.

Dabei werden in der Ulmenstraße in der Südstadt zunächst einmal erst kleine Notstudios aufgestellt, da ja die Technik am bisherigen Studiostandort auch noch für die Sendungen gebraucht wird. Die große Studiotechnik umzuziehen, dauert dann doch etwas länger.

In der Senefelderstraße werden daher in einer kurzen Übergangszeit auch zunächst noch viele Inhalte weiterproduziert: von den Nachrichten über den Sport bis hin zum Wetter. „Alles, außer Musik“, erklärt Grundler. Die redaktionellen Produktionen werden dann über eine noch einzurichtende, vorübergehende Standleitung ins neue Funkhaus übertragen. Bis der Umzug abgeschlossen ist.

Nachtprogramm aus Nürnberg

Bis dahin müssen auf der riesigen Etage in der Ulmenstraße mit 1800 Quadratmetern, wo derzeit noch Dutzende Handwerker unterwegs sind, rund 35 Kilometer Kabel für die digitale Rundfunktechnik verlegt sein. In der Senefelderstraße sind die Sender bisher auf vier Stockwerke in dem alten Haus verteilt. Hier sollen später Wohnungen mit Erinnerung an die Rundfunktage entstehen.

Am neuen Standort wird dann auch wieder aus sechs Studios gesendet und in acht weiteren Studios produziert. Dann hören die gut 500000 Hörer (Funkanalyse Bayern 2012) täglich die Sendungen nicht mehr aus der Nord-, sonder aus der Südstadt. Damit nicht genug: Vom neuen Nürnberger Funkhaus aus, und nicht mehr aus München, wird künftig auch das Nachtprogramm für alle bayerischen Lokalsender produziert. Das ist eine große Aufwertung des Rundfunkstandorts. 

VON ANDREAS FRANKE NN-Lokalredaktion

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