Wobei das, was Max Grün und Nico Müller beim 2:1-Sieg gegen Union Berlin ablieferten, schon recht besonders war. Der Ausgang eines Fußballspiels liegt auch an so speziellen Momenten wie dem in der 70.Minute im Stadion an der Alten Försterei. Berlins Santi Kolk trat zum Elfmeter an, zuvor hatte Fürths Wirbelwind Stephan Schröck fast beschwörend auf seinen Torhüter eingeredet. Und Max Grün hatte gut zugehört, was ihm "Schröcky" da geflüstert hatte. "Wir haben über die Ecke gesprochen, in die er wohl schießen wird", sagte Grün später. In diesem entscheidenden Moment war er blitzschnell abgetaucht, schlecht geschossen war der Strafstoß keineswegs, nur Grün wusste ja, wohin der Ball gehen würde.
Diese Ahnung hatte er nicht immer gehabt. Wann immer im Training vom ominösen Punkt geschossen wurde, hatte Grün schlecht ausgesehen. Als im Pokal in Braunschweig das Elfmeterschießen drohte, überlegte SpVgg-Trainer Mike Büskens schon, ihn auszuwechseln. "Das macht er jetzt wohl nicht mehr", meint Grün, der unmittelbar nach dem Schlusspfiff zu Büskens geeilt war. Wohl auch, um ihm das deutlich zu sagen.
"Das war genial, wie er den gehalten hat", befand Nico Müller, der selbst auch einen dieser besonderen Momente hatte, die der Partie die Richtung vorgaben. Emsig und fleißig war der junge Fürther schon in der ersten Halbzeit gewesen, nur hatte ihm im Strafraum die letzte Entschlossenheit gefehlt.
Als er nur acht Minuten nach Wiederanpfiff seinem Bewacher davongelaufen war, ließ er sich nicht lange bitten: Mit dem ersten Schuss scheiterte er noch am Union-Torwart, der zweite Versuch saß. "Wir haben aber gute Chancen leichtfertig vergeben", sollte Müller resümieren, und das nahm sich so erstaunlich ruhig und emotionslos aus, wie es nach einem optimalen Ligastart keinem Linksaußen zuzutrauen ist.
Nicht einmal "Atze", wie Müller wegen seiner Ähnlichkeit mit Kalauer-Komiker Atze Schröder im Team nur gerufen wird. "Sechs Punkte, es gibt nichts Schöneres", brach die Begeisterung dann doch noch aus Müller heraus. Max Grün war schon längst zu den Kollegen geeilt. Die hatten in der Kabine lautstark ihr Lied angestimmt: "Heut ist so einer schöner Tag, lalalalala." Auch Müller war da nicht mehr zu halten.
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