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Gunzenhausen: Altmühltal-Radweg wird ausgebaut

Landkreis und Gemeinden finden Kompromiss - 500.000 Euro vom Kreis - 20.07.2016 16:14 Uhr

Der Altmühltal-Radweg, hier bei Windsfeld, zieht Menschen aus ganz Deutschland an und ist rege frequentiert. Jetzt zeichnet sich ein Ausbau auf einer Länge von zehn Kilometern durch die anliegenden Gemeinden ab. © Wolfgang Dressler


Das Thema steht in den politischen Gremien des Landkreises schon länger auf der Tagesordnung. Herausgekommen ist aber nichts. Aus dem Jahr 2010 datiert ein Kreistagsbeschluss, wonach der Landkreis die Baulast des Radwegs außerhalb der geschlossenen Ortschaften übernehmen wollte. Für den Ausbau waren 500 000 Euro vorgesehen. Ziel war eine Verbesserung des Radwegs. Seine Oberfläche ist teilweise nicht befestigt, und die Breite variiert.

Die betroffenen Kommunen waren eingebunden, es gab entsprechende Vereinbarungen mit dem Landkreis. Dann aber stellte sich heraus, dass diese Vorgehensweise nicht umsetzbar war. Hauptgrund: Der Landkreis konnte keine Fördermittel beantragen. Also gab der Landkreis 2013 die Baulast an die anliegenden Kommunen zurück. Die Rathäuser hatten viel größere Chancen, an Fördermittel zu kommen, so war die Erwartung. Dass der Ausbau des Weges ein großer Kostenfaktor für die Kommunen sein würde, war von vorneherein klar.

Eine Möglichkeit, die Aufgabe zu stemmen, zeichnete sich durch das im Aufbau befindliche Kernwegenetz für die Landwirtschaft ab. Hier spielt das Amt für Ländliche Entwicklung (ALE) in Ansbach eine entscheidende Rolle. Erneut ergaben sich Schwierigkeiten. Wieder war keine Bezuschussung möglich. „Die Rahmenbedingungen stimmten nicht“, berichtete Veronica Platzek von der Zukunftsinitiative Altmühlfranken (ZiA) im Kreistagsausschuss für Tourismus. Es ging dabei um die Breite des Weges und Details wie die Tragschichten. Jedenfalls schiebt der Landkreis noch immer die halbe Million Euro als Ausgabenrest vor sich her. Vor wenigen Wochen setzten sich nun die Bürgermeister, Vertreter des ALE und der Landkreisverwaltung zusammen und fanden eine Lösung, die bei Landrat Gerhard Wägemann für Erleichterung sorgt. Das Thema sei ihm zuvor „an die Hutschnur gegangen“, bekannte Wägemann freimütig.

Zuschuss zum Unterhalt

Festgelegt wurde, dass die Kommunen den Radweg ausbauen, und zwar möglichst mit einer mindestens acht Zentimeter dicken Asphaltschicht und einer Mindestbreite von 2,50 Meter. Es handelt sich offiziell um einen Ausbau öffentlicher Feld- und Waldwege, und der Landkreis gibt keinen Investitionszuschuss, sondern gewährt einen „Unterhaltsvorschuss“, so der Landrat. Gemeint ist damit ein Zuschuss zum künftigen Unterhalt des Wegs. Als Vorteil bei dieser Konstruktion nannte er, dass die Kommunen in andere Förderprogramme einsteigen können, zum Beispiel Eler (Europäischer Landschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums).

Die Kommunen haben sich zehn Kilometer vorgenommen. Im Einzelnen sind es (in Metern: Gunzenhausen 1050, Dittenheim 2100, Meinheim 668, Markt Berolzheim 330, Treuchtlingen 1474, Pappenheim 1840 und Solnhofen 2600. Das macht 10 062 Meter, und die Finanzhilfe vom Landkreis beträgt damit 49 Euro je Meter. Damit kann man nicht unbedingt Bäume ausreißen, aber immerhin…

Zu der vom Tourismusausschuss einstimmig beschlossenen Lösung gehört außerdem, dass dieser Wegeausbau bis Ende 2020 realisiert werden muss. Es erscheint gut möglich, dass einzelne Kommunen nicht alles tun, was sie angemeldet haben. In diesem Fall werden andere Kommunen mehr als 49 Euro pro Meter bekommen. Wägemann: „Der Landkreis zahlt das, was bis 2020 gebaut ist.“ Zustimmung für den Vorschlag der Verwaltung kam von der SPD. Joachim Federschmidt befand: Es sei gut, dass nach vielen Problemen „die Sache nun zum Abschluss gebracht wird“. Vom ersten Beschluss im Jahr 2010 bis zum spätesten Ausbau 2020 – die Spanne umfasse immerhin zehn Jahre. Fraktionskollegin Anette Pappler stellte als positiv heraus, dass der Landkreis nun qualitative Standards für den Ausbau des wichtigen Radwegs festsetze. Stadt- und Gemeinderäte hätten damit klare Vorgaben. Auch Katrin Schramm von den Grünen meinte, es sei richtig, dass der Landkreis gerade im Radtourismus mit seinen enormen Zuwachsraten etwas tue. 

WOLFGANG DRESSLER E-Mail

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