Montag, 17.12.2018

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"HEB"-Kfz-Kennzeichen liegt im Trend

Mehrheit in Hersbruck für die Einführung des früheren Nummernschilds - 30.07.2011 17:22 Uhr

Das alte, den Hersbruckern eigene, Nummernschild könnte so aussehen. Laut einer Umfrage sind die meisten Bürger dafür © Andrea Pitsch


Damit liegt das Hersbrucker Stimmungsbild voll im Trend der Ergebnisse der Studie „Heilbronner Initiative Kennzeichenliberalisierung“, bei der seit April 2010 über 25.000 Bürger in 111 deutschen Städten von Studenten der Hochschule Heilbronn befragt wurden. Dreiviertel aller deutschen Stadtbewohner wünschen sich ihr altes Kennzeichen vor der Gebietsreform zurück, darunter vor allem junge Menschen. Genau wie in Hersbruck: 92,5 Prozent der 16- bis 30-Jährigen würden sich gerne „HEB“ aufs Kfz montieren.

Die Männer und Frauen zwischen 31 und 45 sind da zurückhaltender (67,5 Prozent), auch im Gegensatz zu den über 60-Jährigen (75,4 Prozent). Viele von diesen, erinnert sich Professor Dr. Ralf Bochert an die Befragung, wären vor 30 Jahren noch stärker für die Wiedereinführung eingetreten, jetzt hätten sie damit aber abgeschlossen. Die junge Generation dagegen geht eher nach dem Aspekt, dass die Leute auch sehen sollen, wo sie herkommen. Die Kompromisse aus Zeiten der Gebietsreform sind ihnen fremd.

Freundliches „HEB“

Drei Punkte sind laut Bochert entscheidend: Identität, Marketing und Bürgerwille. Letzterer ist vor allem in historisch gewachsenen Städten ausgeprägt, in den Landkreisen dagegen weniger. Mit einer Kennzeichenliberalisierung könnten die Kommunen nicht nur etwas in Sachen Bürgernähe tun, sondern auch den eigenen Bekanntheitsgrad vergrößern. Für Bochert steht daher fest, dass Hersbruck das Thema nicht wegschieben sollte, denn „HEB ist als Symbol sehr interessant, da es eine freundliche Tonalität und einen sehr hohen Wiedererkennungswert“ hat.

Das hat Bürgermeister Robert Ilg auch nicht vor. Er wolle sich nicht vor „HEB“ verschließen, aber es gebe wichtigere, wenn auch vielleicht weniger spannende Themen. Zumal er ein Freund der interkommunalen Zusammenarbeit im Landkreis ist. Daher möchte er erst einmal die Entwicklung verfolgen. Das Verkehrsministerium scheint einer Kennzeichenliberalisierung jedenfalls nicht abgeneigt.

Ein erster Schritt könnte im Frühjahr 2012 getan werden, wenn die Minister eine Änderung der Kfz-Zulassungsverordnung beschließen. Für Ilg ist wichtig, dass die Wiedereinführung keine Kosten verursacht und über Wunschkennzeichen läuft. Wenn die Liberalisierung wirklich kommt, wird Ilg die „Chance auf kostenloses Marketing nicht verstreichen lassen“ und selbst „mit HEB rumfahren“. Vielleicht mit „HEB-BM 1“ oder so. 

Andrea Pitsch

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