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Hilfe nach dem Quelle-Aus

Ministerin Christine Haderthauer (CSU) zieht positive Bilanz - Zufrieden mit Tandem-Projekt - 04.02.2012 16:19 Uhr

Nürnberg/Fürth  - Positive Halbzeitbilanz bei einem Pilotprojekt, das nach dem Quelle-Aus in Fürth und Nürnberg Hartz-IV-Familien Perspektiven eröffnen soll: 30 Prozent der ausgeschiedenen Teilnehmer haben heute einen geregelten Job.

Nicht mehr am Rande der Gesellschaft stehen: Langzeitarbeitslose Eltern tun sich oft schwer, einen normalen Alltag zu führen. Zum Wohle ihrer Kinder werden sie von „Tandem“ auf dem Weg zurück ins Arbeitsleben begleitet.
Nicht mehr am Rande der Gesellschaft stehen: Langzeitarbeitslose Eltern tun sich oft schwer, einen normalen Alltag zu führen. Zum Wohle ihrer Kinder werden sie von „Tandem“ auf dem Weg zurück ins Arbeitsleben begleitet.
Foto: dpa
Nicht mehr am Rande der Gesellschaft stehen: Langzeitarbeitslose Eltern tun sich oft schwer, einen normalen Alltag zu führen. Zum Wohle ihrer Kinder werden sie von „Tandem“ auf dem Weg zurück ins Arbeitsleben begleitet.
Nicht mehr am Rande der Gesellschaft stehen: Langzeitarbeitslose Eltern tun sich oft schwer, einen normalen Alltag zu führen. Zum Wohle ihrer Kinder werden sie von „Tandem“ auf dem Weg zurück ins Arbeitsleben begleitet.
Foto: dpa

Es ist die Vorbildfunktion, die sie gegenüber ihren Kindern haben. Aber auch das Selbstwertgefühl. Beides hat sie angestachelt, nicht aufzugeben, um der Langzeitarbeitslosigkeit zu entrinnen. Kennengelernt haben sich Bettina und Robert Wenzl in einer Firma, die später pleite ging. Plötzlich stand das Paar auf der Straße.

Robert Wenzl fand bis dahin immer einen Job. Heute ist der Vater von zwei Kindern 48 Jahre alt — und damit nur schwer am Arbeitsmarkt vermittelbar. Im Jobcenter stieß er auf ein einmaliges Hartz-IV-Pilotprojekt, das Nürnberg und Fürth organisieren. Ein Modell, das nach dem Aus der Quelle startete und bedürftigen Familien neue Berufs- und Lebensperspektiven eröffnen soll.


Die Familie ließ sich darauf ein, heute arbeitet Wenzl im Lebensmittelladen der Noris-Arbeit, sitzt an der Kasse, disponiert und kümmert sich um Einkäufe. „Mit diesem Beruf hatte ich nie etwas zu tun. Aber er gefällt mir und ich arbeite mich da rein“, sagt der 48-Jährige. Sein Vermittler im Jobcenter ist sich sicher, dass Wenzl in den nächsten Monaten eine feste Stelle auf dem ersten Arbeitsmarkt im Einzelhandel findet.

Die Verantwortlichen des Projekts ziehen eine positive Halbzeitbilanz. Bisher sind in Fürth und Nürnberg 295 Familien im Rahmen des Modells betreut worden. Zentrale Ziele sind erreicht worden: die Chancen der Kinder aus Hartz-IV-Familien zu verbessern. 66 Sprösslinge seien inzwischen Mitglieder in Sportvereinen, 44 haben an Ferienfahrten und 112 an individuellen Lernförderungen teilgenommen. 30 Prozent der Personen der bereits ausgeschiedenen 71 Familien haben im Anschluss eine Stelle am allgemeinen Arbeitsmarkt aufgenommen.

Gesetzesänderung bereitet Sorgen


Bayerns Arbeitsministerin Christine Haderthauer (CSU) spricht während eines Besuchs in den Geschäftsräumen von einem Erfolg. Nürnbergs Sozialreferent Reiner Prölß und Projektleiterin Maria Roth schließen sich an. Doch die allgemeine Arbeitsmarktpolitik macht den Bemühungen in der Kommune, Langzeitarbeitslose oder die davon Bedrohten für einen Job fit zu machen, einen Strich durch die Rechnung. Denn ein wichtiger Baustein wird mit der Reform des Sozialgesetzbuches II ab 1. April gestrichen: die Möglichkeit, Hartz-IV-Empfängern eine Beschäftigung zu geben, die dem ersten Arbeitsmarkt sehr nahekommt. Geförderte Stellen der Noa etwa, bei denen die Arbeitnehmer — anders als bei Ein-Euro-Jobs — in Sozialversicherungen einzahlen. „Diese Beschäftigten lassen sich tatsächlich leichter in den allgemeinen Arbeitsmarkt vermitteln“, sagt Maria Roth.

Dem Projekt liegt die Einsicht zugrunde, dass sich die Betreuung von Hartz-IV-Familien nicht alleine auf die Jobvermittlung beschränken dürfe. Ministerin Haderthauer will sich für eine Fortsetzung nach dem Ende im Juni 2013 in Berlin einsetzen. 


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