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Junge Unternehmer beim Mittelfränkischen Direktvermarktertag

Zukunftschancen durch soziale Netzwerke und Hoffeste - Engagement und Wissen unabdinglich - 02.02. 16:56 Uhr

SIMONSHOFEN  - Landwirtschaftliche Direktvermarkter haben eine gute Zukunft – wenn sie es richtig anpacken. Sie müssen sich bekannt machen, Sympathie und Vertrauen erwerben und erhalten. Welche Rolle dabei das Internet und Hoffeste spielen können, dieser Frage ging der 6. Mittelfränkische Direktvermarktertag nach, der dieses Mal in Simonshofen stattfand.

Auf Grund des großen Andrangs musste der Direktvermarktertag vom Dorfcafé in den Simonshofener Schützensaal ausweichen, wo unter anderem Landrat Armin Kroder (rechts) die Gäste begrüßte.
Auf Grund des großen Andrangs musste der Direktvermarktertag vom Dorfcafé in den Simonshofener Schützensaal ausweichen, wo unter anderem Landrat Armin Kroder (rechts) die Gäste begrüßte.
Foto: Kohl
Auf Grund des großen Andrangs musste der Direktvermarktertag vom Dorfcafé in den Simonshofener Schützensaal ausweichen, wo unter anderem Landrat Armin Kroder (rechts) die Gäste begrüßte.
Auf Grund des großen Andrangs musste der Direktvermarktertag vom Dorfcafé in den Simonshofener Schützensaal ausweichen, wo unter anderem Landrat Armin Kroder (rechts) die Gäste begrüßte.
Foto: Kohl

Ein idealer Ort, meinten die Verantwortlichen aus dem Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Roth, allen voran ihr Chef Werner Wolf und Organisatorin Iris Schmidt. Der Simonshofener Dorfmarkt sei ein Musterbeispiel dafür, wie engagierte Menschen aus einem allmählich verödenden Ort gemeinsam mit landwirtschaftlichen Erzeugern aus der Region wieder Leben ins Dorf bringen. Der neue Laden zieht mittlerweile Menschen aus dem ganzen Umland an. Zweiter Schritt war das Dorfcafé, die Wiederbelebung eines alten Wirtshauses. Eigentlich sollte der Direktvermarktertag ja hier in der heimeligen Umgebung des Cafés stattfinden. Das Interesse an der Veranstaltungwar aber so groß, dass man ins Schützenheim des Laufer Ortsteils ausweichen musste.


Schon der erste Blick in den Saal zeigte: Landwirtschaftliche Direktvermarkter sind keineswegs biedere, von Wind und Wetter, aber auch knochenharter Arbeit gezeichnete Bauern. Es sind oft junge, dynamische Menschen, die nach Wegen suchen, wie sie den Bauernhof ihrer Eltern in eine neuartige Zukunft führen können, die ihnen und ihrer Familie Ein- und Auskommen bietet.

Gefahr der Selbstüberschätzung

Sie müssen hart arbeiten – ganz gleich ob der Hof die einzige Einkommensquelle oder als Nebenerwerbsbetrieb eine von vielen ist. Die Gefahr, sich zu viel zuzumuten, sei groß, betonten Bauernverbands-Kreisobmann Günther Felßner und Landrat Armin Kroder in ihren Grußworten. Kroders Mutter wuchs übrigens in dem Haus auf, in dem jetzt das Simonshofener Dorfcafé ist.

Die Produktion ist dabei nur ein Teil der Arbeit. Die Vermarktung der andere, oft schwierigere. Wie dabei das Internet helfen kann, wurde am Vormittag untersucht. Eine eigene Homepage ist gut – wenn sie benutzerfreundlich, aktuell und sympathisch gestaltet ist. Der Erfolg hängt von vielen Kleinigkeiten ab, die man zunächst oft gar nicht bedenkt: etwa, dass man Aktualisierungen selbst vornehmen kann.

Welche Bedeutung haben soziale Netzwerke wie Facebook? Momentan noch wenig, hieß es. Doch sie wird zunehmen. Die junge Generation, die derzeit davon Gebrauch macht, wird älter und damit üblicherweise ernährungsbewusster. Expertentipp: Direktvermarkter sollten sich jetzt schon Namen sichern, unter denen sie auf den virtuellen Marktplätzen gefunden werden können, auch wenn sie das Medium selbst noch nicht aktiv nutzen.

Aufklärung und Tipps

Hoffeste steigern den Bekanntheitsgrad des Bauern, machen aber auch viel Arbeit. Von den Kosten ganz zu schweigen. Am Nachmittag gaben Theoretiker und Praktiker Tipps, was man alles bedenken sollte, ehe man so eine Veranstaltung startet. Der Aufwand ist in der Regel enorm. Der Nutzen zur Kundengewinnung und -bindung kann aber längerfristig groß sein.

Landwirte sind Unternehmer, die viele Vorschriften beachten müssen. Für Direktvermarkter gilt das besonders. Was sie bei Herstellung, Lagerung, Kennzeichnung und Verkauf ihrer Produkte beachten müssen, erläuterten Lebensmittelüberwacher aus dem Laufer Landratsamt. Sie verstehen sich nicht nur als Kontrolleure, sondern auch als Berater. Als ein Glied in der Versorgungskette, in der Verbraucher die Qualität der Waren nicht selbst bis ins Detail nachprüfen können. Das gelte ja für die gesamte Nahrungsmittelproduktion, ganz gleich ob bäuerlich oder industriell.

Der Direktvermarktertag in Simonshofen jedenfalls zeigte, dass Landwirte aus der Region hier große Chancen haben, deren Nutzung aber viel Engagement und Wissen verlangt. Thomas Kohl 



Pegnitz-Zeitung

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