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Karpfen-"Ernte": Fischereiverein Untere Pegnitz fischt ab

Vor der Winterruhe werden die Karpfen in Angelgewässer umgesetzt - 19.10.2016 17:31 Uhr

Alois Burger und Karin Ultsch fangen die gewässerten Karpfen.


Wo vor einigen Stunden noch Wasser war, breitet sich jetzt mitten am Vormittag eine unansehnliche Matschlandschaft aus. Ein paar Männer stehen dort, wo noch tiefere Stellen mit Wasser gefüllt sind. Die braun-schwarze Oberfläche zuckt und wogt. Die Fischer, die knöcheltief im Schlamm herumwaten, haben dort die letzten Karpfen aus dem Teich zusammengetrieben. Jetzt werden die Fische per Hand gefangen und in Kisten und Schubkarren zum Wässern geschleppt.

"Die Karpfen mussten die vergangene halbe Stunde oder Stunde mit wenig Wasser auskommen, das ist auch anstrengend für die Kiemen", erklärt Gewässerwart Alois Burger. Da die Fische zudem im Dreck gedümpelt sind, tut ihnen eine kurze Erholung in frischem Teichwasser gut. Dafür haben die Männer extra eine überdimensionale Holzkiste am Ufer des einen Gewässers versenkt.

"Über das Jahr ist der Stoffwechsel sehr gut"

Nach und nach leeren erfahrene und junge Fischer mit ihren mit Schlamm bespritzten Gesichtern die Kisten mit den Karpfen dort aus. Manchmal tauchen zwischen diesen auch Muscheln, Krebse oder andere Fische auf, die in extra Wannen sortiert werden. Doch wozu der ganze Aufwand? Denn richtig geerntet im Sinne von "ab auf den Herd" werden die Tiere ja nicht. "Wir setzen die Karpfen aus unseren drei Aufzuchtteichen vor deren Winterruhe in die Angelgewässer um", sagt Burger, während er die ersten gewässerten Exemplare, die das Wasser in der Kiste zum Wirbeln und Toben bringen, in die Freiheit entlässt.

Diese zweijährigen Fische wurden seit dem Frühjahr in den Teichen auf Fanggröße gezüchtet. "Über das Jahr ist der Stoffwechsel sehr gut", weiß Burger. So haben sich die Karpfen von 300 Gramm auf nun etwa zwei bis drei Kilo hochgefuttert. "Schau mal, das ist sicher ein Fünf- oder Sechspfünder", ist immer wieder zu hören. Die Fischer staunen und sind mit der Ausbeute zufrieden.

 Winterruhe für die Karpfen

"50 kommen in den und 50 in den anderen Teich", weist Burger die Männer an. Und schon wird beim Umsetzen mit Kescher und Kisten fleißig gezählt und notiert. Jetzt dürfen die Karpfen die Winterruhe, in der sie auch nichts fressen, in aller Ruhe genießen – sofern sie nicht gefangen werden. Ereilt einen Karpfen dieses Schicksal nicht, kann er "sehr alt werden", so Burger. 40 Jahre und älter ist möglich. Und im Gegensatz zum Menschen wächst der Fisch sein Leben lang, wenn auch "im Alter langsamer".

Während Burger und seine Helfer die letzten Tiere umsiedeln, trottet eine Karawane an gut gelaunten, aber verdreckten Männern vom hinteren Aufzuchtteich, der sich bereits wieder mit Wasser füllt, heran. Mit Schubkarren, Schaufeln und Eimern bepackt, steuern sie auf die Fischerhütte zu.

Jetzt heißt es, alle Kisten putzen und aufräumen, damit auch bei den Fischern die Winterruhe einziehen kann. 

Andrea Pitsch

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