-1°

Donnerstag, 13.12.2018

|

„Kir Royal“ für die Konsuln

Stadt lud zum Empfang — Glückliche Vertreter Frankreichs - 23.07.2018 17:00 Uhr

Frankreichs Honorarkonsul Matthias Everding (Mitte) mit „Club Franco-Allemand“-Präsidentin Gwenaëlle Hamon-Chevallier (li.) mit Ehemann und der Vorsitzenden der „Union des Français de Franconie“, Béatrice Momeni, mit Partner. © Anette Röckl


Die Idee kam von den Konsuln selbst: Ein gemeinsamer Empfang wäre doch eine schöne Sache, regten sie an. „Man musste uns nicht lange überreden“, meinte Nürnbergs Oberbürgermeister Ulrich Maly bei seiner Begrüßung im Innenhof des Rathauses. Rund 150 Gäste hatten sich an den geschmückten Stehtischen versammelt, neben den 15 Konsuln Vertreter aus Gesellschaft, Kultur und Politik, die mit internationalem Austausch zu tun haben. Der sei gerade heute besonders wichtig, betonte Maly. In einer Zeit, in der vielen Menschen der Begriff „grenzenlos“ im Zusammenhang mit Europa Angst macht. „Früher war das ein wunderbarer Gedanke für uns“, meinte Maly. Über Sicherheit habe man sich keine Gedanken gemacht. „Man erinnert sich eher daran, wie man als junger Mann an der Grenze gefilzt wurde, mit mehreren Kisten Wein im Auto“, plauderte der Italien-Fan aus dem Nähkästchen. Brücken zu bauen sei deshalb besonders wichtig. Und als Brückenbauer verstehen sich die Konsuln, die berufsmäßige Botschafter sind, und die Honorarkonsuln, die ehrenamtlich für das jeweilige Land werben. Verbunden sind sie mit ihm entweder durch ihre Herkunft, wie Noch-Staatstheater-Intendant Peter Theiler, der als gebürtiger Schweizer den Kanton vertritt. Oder durch die Liebe zum Land, wie Sparkassenchef Matthias Everding, Honorarkonsul Frankreichs. Ein Schüleraustausch war die Initialzündung bei ihm, die Begeisterung ist bis heute geblieben. Er hatte bei dem Treffen besonders gute Laune — schließlich steht „sein“ Land im Finale der Fußball-Weltmeisterschaft. „Wir hoffen, dass am Sonntag der große Triumph gelingt“, meinte er. So weit gekommen zu sein, sei eine große Freude für die Mannschaft und die Nation.

Champagner statt Bier

Dass sich durch das Sportereignis etwas im Land verändert, bezweifelt Nikolaus Wilhelm Knauf, Honorarkonsul Russlands. „Gar nichts!“ werde sich ändern. „Außer auf einigen Bankkonten“, meinte er. Immerhin habe es durch die WM aber einmal gute Nachrichten über Russland gegeben. Dass die Mannschaft so lange dabei war, sei „absolut fantastisch!“.
Stellvertretend für alle Konsuln dankte Hans-Peter Schmidt, Chef der Nürnberger Versicherung und Honorarkonsul Tschechiens, der Stadt für die Einladung „in diesem grandiosen Ambiente“. Es wird eine Tradition werden, versprach der Nürnberger OB. Nach dem offiziellen Teil plauderten die Gäste bei Häppchen, „Kir Royal“ oder Bier. Letzteres mag Gwenaëlle Hamon-Chevallier auch nach 22 Jahren in Nürnberg noch nicht. „Sonst bin ich super integriert, aber das geht für mich nicht“, meinte die Vorsitzende des „Club Franco-Allemand“ lächelnd. Ausgerechnet im „Landbierparadies“ in der Leipziger Straße wird sie trotzdem am Sonntag das WM-Finale gemeinsam mit ihren Landsleuten anschauen. Hoffentlich hält man dort ein paar Flaschen ihres Lieblingsgetränks parat: Champagner — was sonst . . . 

Anette Röckl

Seite drucken

Seite versenden



Um selbst einen Kommentar abgeben oder empfehlen zu können, müssen Sie sich einloggen oder sich zuvor registrieren

Ihr Kommentar

Ihr Kommentar:

Bitte beachten Sie unsere Netiquette.

weitere Meldungen aus dem Ressort: nordbayern.de