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Klinikum Nürnberg muss im neuen Jahr weiter sparen

Gesetz zur Finanzierung der Gesetzlichen Krankenversicherung - 22.12.2011 08:00 Uhr

Nicht nur das Klinikum hat an diesem Brocken zu kauen. Alle deutschen Krankenhäuser müssen abermals auf insgesamt 600 Millionen Euro verzichten. Gleichzeitig steigen die Kosten für medizinische Geräte, Energiepreise und die zu erfüllenden Auflagen. Hinzu kommen im nächsten Jahr zwei Tarifverhandlungen, die vermutlich zu Streiks führen bzw. mit Tariferhöhungen einhergehen. „Wir bleiben hinter der Kostenentwicklung deutlich zurück“, warnt Vorstand Dr. Alfred Estelmann.

Estelmann hofft, dass das Nürnberger Krankenhaus als Maximalversorger auch das laufende Geschäftsjahr nach dem positiven Betriebsergebnis 2010 mit einer schwarzen Null abschließen kann. „Aber 2012 müssen wir Kostendämpfungsmaßnahmen ergreifen, um einigermaßen über die Runden zu kommen.“ Konkret bedeutet das unter anderem: abermals mit Lieferanten ins Gespräch zu kommen, obwohl diese Quelle mittlerweile auch schon ausgeschöpft ist, und weiterhin Prozesse zu optimieren, „um mit weniger

Personal auszukommen“. Dabei handelt es sich laut Estelmann nicht um Stellenstreichungen. Vielmehr sollen Neueinstellungen reduziert werden. „Wir werden hinterfragen müssen, was wir uns noch leisten können“, sagt der Klinikumsvorstand.

Der Nürnberger SPD-Bundestagsabgeordnete Martin Burkert hat die Not der Krankenhäuser erkannt. In einem Schreiben an Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr setzt sich Burkert dafür ein, auf die vorgesehenen Kürzungen zu verzichten. Er sehe, so seine Argumentation, „die Möglichkeit zur weiteren Arbeitsverdichtung und Personalreduzierung als ausgeschöpft an. Alles weitere würde unvermeidlich zulasten der Qualität und der Patienten gehen“.

Ausgleichen müssten die auflaufenden Krankenhaus-Fehlbeträge die finanziell ohnehin angeschlagenen Kommunen. Und das sei angesichts des ausgebliebenen Defizits und des überraschend guten Polsters der Krankenkassen nicht vertretbar.
  

kawa

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