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Konzept für Kita und Pflegeheim vorgestellt

Neue Plätze sollen geschaffen werden - Begegnungen zwischen Jung und Alt - 27.01.2012 16:15 Uhr

Das Konzept für ein Pflegeheim und eine Kindertagesstätte auf dem Gelände des Walburgisheims wird erstmals öffentlich vorgestellt.

Das Konzept für ein Pflegeheim und eine Kindertagesstätte auf dem Gelände des Walburgisheims wird erstmals öffentlich vorgestellt.


Die größte Zielgruppe für ein Pflegeheim sind Menschen über 80 Jahre. Derzeit leben rund 600 Personen dieser Altersgruppe in Feucht. 100 bis 120 von ihnen werden in Einrichtungen umliegender Gemeinden betreut, informierte Hauptamtsleiter Jürgen Meyer. Für das Jahr 2025 wird ein Bedarf von rund 400 Pflegeplätzen für Feuchter prognostiziert – derzeitiges Angebot vor Ort: null Plätze.

Schon lange wünscht man sich in Feucht daher eine solche Einrichtung. Im September beauftragte der Marktgemeinderat einstimmig die Verwaltung, Gespräche mit Betreibern von Pflegeheimen zu führen. Daraus entwickelte sich ein Konzept, bei dem das Seraphische Liebeswerk (SLW), zu dem das Walburgisheim gehört, und die Rummelsberger Anstalten zusammenarbeiten wollen. Sie möchten eine Kindertagesstätte und benachbart ein Pflegeheim errichten. So soll es zu Begegnungen zwischen Jung und Alt kommen.

Olaf Bäumer vom Planungsbüro Stadt.Quartier präsentierte zwei Grobplanungen für dieses Projekt. Östlich von den bestehenden Gebäuden des Walburgisheims werden die Kindertagesstätte und die Senioreneinrichtung geplant. Das Pflegeheim soll aus einem zentralen Bereich und zwei Flügelbauten bestehen. Vorgesehen sind sechs Wohngruppen mit insgesamt 90 Plätzen. Drum herum sind Freiflächen geplant, auf denen sich Kinder und Senioren begegnen können.

Auf der anderen Seite der Zufahrt sind in Richtung Ulmenstraße insgesamt zwei Doppelhäuser und drei Häuser zum Quartierswohnen vorgesehen. Ob in diesen Privatwohnungen entstehen oder zum Beispiel ein Hospiz untergebracht wird, ist zum derzeitigen Planungsstand noch völlig offen.Bei dieser so genannten Minimallösung würde nur der kleinere Teil der Waldinsel auf dem Grundstück wegfallen. Die Maximallösung würde nahezu den gesamten Baumbestand beanspruchen. Hierbei würden weitere Wohnhäuser errichtet. Die Zufahrt zu ihnen müsste von der Ulmenstraße aus angelegt werden. Der dafür erforderliche Grund gehört aber weder dem SLW noch dem Markt Feucht.

Kritisch sehen vor allem Anwohner die Verkehrssituation

In den vergangenen Monaten fanden viele Voruntersuchungen statt, unter anderem zum Schall und zu Umweltbelangen. Daraus ergab sich, dass das Projekt nur mit einer Lärmschutzmauer parallel zur B 8 realisiert werden kann. Diese Wand muss laut Bäumer zirka 700 Meter lang und drei bis vier Meter hoch werden. Die enormen Kosten dafür haben die künftigen Betreiber zu bezahlen. „Ohne eine Lärmschutzwand ist eine neue Bebauung in dem Gebiet nicht möglich“, erklärte der Diplom-Ingenieur. Von ihrer Errichtung würden auch die angrenzenden Wohngebiete profitieren.

Kritisch sehen vor allem Anwohner die Verkehrssituation in den angrenzenden Wohngebieten. Der Planer informierte daher, welche Varianten man für die Anbindung geprüft hat. Eine Ein- und Ausfahrt über die B 8 lehne die zuständige Behörde „kategorisch“ ab. Überlegungen, den Walburgisweg fortzuführen und die Zufahrt am Waldgebiet entlangzuführen, müssen noch genauer geprüft werden. Da der Wald EU-Vogelschutzgebiet und Bannwald ist, werden dieser Variante aber kaum Erfolgschancen zugeschrieben. Das jetzt präsentierte Konzept sieht daher eine Anbindung über die interne Erschließungsstraße des Walburgisheims vor.

Nach Informationen eines Verkehrsgutachters würden Pflegeheim, Kindertagesstätte und die Wohnhäuser für zusätzlich 200 bis 250 Fahrten über den Tag verteilt sorgen. „Das hört sich erst einmal viel an“, stellte Olaf Bäumer fest. Dieses Verkehrsaufkommen würde aber sogar für eine „Spielstraße“ noch akzeptiert.

Mit Hilfe von Kameras wird man demnächst Verkehrszählungen durchführen. In etwa vier Wochen sollen die Ergebnisse vorliegen. Dann wird man wissen, ob die umliegenden Straßen den zusätzlichen Verkehr aufnehmen könnten, wovon der Planer ausgeht.

Problembereiche prüfen

1. Bürgermeister Konrad Rupprecht erinnerte daran, dass man alle möglichen Standorte in Feucht überprüft hatte. Aufgrund der Lärmsituation durch Schienen- und Autoverkehr ist es generell in der Marktgemeinde schwierig, eine solches Projekt überhaupt noch zu realisieren. Auch beim Walburgisheim gibt es „Problembereiche, die zu prüfen sind und für die man Lösungen finden wird“, stellte der Rathauschef fest. Im Bauausschuss kam aus allen Fraktionen Zustimmung für das Konzept.

Realisiert werden soll die Minimallösung, da die Zufahrt über die Ulmenstraße für die weiteren Wohnhäuser schwierig umzusetzen ist, vor allem aber, da hierfür weniger Bäume gefällt werden müssen, erklärten die Marktgemeinderäte unisono. Sie zeigten Verständnis für die Bedenken einiger Anwohner, „aber manche Veränderung kann auch Positives bewirken“, meinte Thomas Schneele (CSU) stellvertretend.

Zu Beginn der Sitzung hatten sich vier Bürger zu Wort gemeldet. Sie fürchten Verkehrsprobleme und kritisierten, dass die Kinder des Walburgsheims künftig deutlich weniger an Freiflächen zur Verfügung hätten. Außerdem baten sie darum, noch einmal andere Standorte zu prüfen und die Bürger bei der weiteren Planung einzubeziehen. „Sie dürfen die Betroffenen nicht zu Entscheidungsempfängern degradieren“, meinte einer.

Um genau das zu verhindern, wird es ein Informationsgespräch mit den Anwohnern geben, berichtete Jeanette Thin vom Bauamt. Der weitere Zeitplan sieht vor, dass sich der Marktgemeinderat am 2. Februar für eine der beiden Konzept-Varianten entscheidet. Im März könnte der Aufstellungsbeschluss gefasst werden, nach dem dann Träger öffentlicher Belange und die Bürger Stellungnahmen abgeben können.

  

MARTINA RÜSING

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